Deutlich mehr Abschiebungen â Hauptzielland ist Georgien
07.01.2025 - 12:35:13Aus Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen abgeschoben worden als 2023. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Nachfrage mitteilte, gab es in den ersten elf Monaten des Jahres 2024 insgesamt 18.384 RĂŒckfĂŒhrungen. Im gesamten Jahr davor waren es 16.430 Abschiebungen gewesen. Ăber die Zahlen hatte «Bild» zuerst berichtet.Â
Hauptzielland war im vergangenen Jahr Georgien, das von Deutschland Ende 2023 als sicherer Herkunftsstaat eingestuft worden war. Laut Bundesinnenministerium gab es 2024 mehr als 1.600 Abschiebungen nach Georgien.
Georgien gilt als sicherer Herkunftsstaat
Sichere Herkunftsstaaten sind solche, bei denen davon ausgegangen wird, dass es dort in der Regel weder Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Behandlung gibt und dem betroffenen AuslĂ€nder damit in seiner Heimat kein ernsthafter Schaden droht. Damit kann ein Asylantrag leichter abgelehnt werden.Â
AuĂerdem hat eine Asylklage keine aufschiebende Wirkung. Das heiĂt, die Betroffenen können zwar vor einem Gericht gegen einen ablehnenden Bescheid des Bundesamtes fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge klagen, mĂŒssen den Ausgang des Verfahrens dann aber im Ausland abwarten. Menschen aus Georgien dĂŒrfen seit MĂ€rz 2017 fĂŒr Kurzaufenthalte ohne Visum nach Deutschland reisen.
Hauptherkunftsland der Abgeschobenen ist die TĂŒrkeiÂ
Unter den HauptherkunftslĂ€ndern der Menschen, die im vergangenen Jahr abgeschoben wurden, steht die TĂŒrkei auf dem ersten Platz. 1.720 tĂŒrkische StaatsbĂŒrger mussten Deutschland 2024 auf diesem Weg verlassen. An zweiter Stelle standen demnach die Georgierinnen und Georgier mit 1.678 Abschiebungen, gefolgt von Menschen aus Syrien, Afghanistan, Nordmazedonien, Albanien, Serbien und dem Irak.Â
Einen Teil der AuslĂ€nder, die 2024 abgeschoben wurden, brachten die deutschen Behörden nicht in ihre HerkunftslĂ€nder, sondern in andere EU-Staaten, die nach den sogenannten Dublin-Regeln fĂŒr ihre AsylantrĂ€ge zustĂ€ndig waren. Das gilt vor allem fĂŒr Menschen aus Syrien und Afghanistan. Von den 816 Irakern, die Deutschland 2024 abgeschoben hat, wurden laut Innenministerium 615 Menschen in den Irak gebracht.
Laut Bundesinnenministerium wurden im vergangenen Jahr 1.361 afghanische StaatsbĂŒrger aus Deutschland abgeschoben. Ende August waren 28 mĂ€nnliche StraftĂ€ter aus Afghanistan in ihr Herkunftsland abgeschoben worden. Seit August 2021 sind in Afghanistan wieder die islamistischen Taliban an der Macht. Sie stehen international in Kritik, vor allem wegen ihrer massiven Beschneidung von Frauenrechten, aber auch wegen ihres harten Vorgehens gegen Menschenrechtler, Demonstranten und Journalisten.





