Kretschmer fordert mehrere Ministerposten fĂŒr den Osten
31.03.2025 - 04:45:37Der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer fordert, dass mehrere Ministerposten einer schwarz-roten Koalition mit ostdeutschen Politikern besetzt werden. Der Osten mĂŒsse «in der nĂ€chsten Bundesregierung mit Bundesministern vertreten werden. Es geht gar nicht anders», sagte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das «verlangt auch dieser groĂe Landstrich mit seinen besonderen Herausforderungen».Â
«Der Anteil der Bevölkerung sollte sich auch prozentual in der Bundesregierung abbilden», sagte Kretschmer, der Mitglied im Kern-Verhandlungsteam von CDU, CSU und SPD ĂŒber eine neue Regierung ist. Es brauche «mehrere Bundesminister aus den neuen BundeslĂ€ndern». Auf Nachfrage, ob Schwarz-Rot dann angesichts von bisher 15 Ministerien bei drei Ministerinnen und Ministern aus dem Osten Deutschlands ankommen werde, antwortete Kretschmer: «Warum sollte man da sich unter Wert verkaufen?»
Lob fĂŒr Arbeit von Schneider und Geywitz
Kretschmer lobt die Arbeit des aus ThĂŒringen stammenden Ostbeauftragten der Ampel-Regierung, Carsten Schneider, und der aus Potsdam stammenden geschĂ€ftsfĂŒhrenden Bauministerin Klara Geywitz (beide SPD). Schneider, der Staatsminister im Kanzleramt ist, habe «einen super Job gemacht» und sei unabhĂ€ngig von seiner Parteizugehörigkeit immer ansprechbar gewesen. Geywitz sei «die klĂŒgste Frau im Kabinett». Der CDU-Politiker fĂŒgte hinzu: «Ich habe sie sehr gern und habe ihre Fachlichkeit auch sehr geschĂ€tzt.»Â
Ob es zusĂ€tzlich wie bisher noch einen Ostbeauftragten im Kanzleramt geben werde, falls es mehrere Minister aus Ostdeutschland gebe, mĂŒsse der kĂŒnftige Kanzler Friedrich Merz (CDU) entscheiden, sagte Kretschmer. Im Osten sei der Wunsch spĂŒrbar, mit Bundesministern im Kabinett vertreten zu sein. Die groĂen Volksparteien CDU und SPD «mĂŒssen das schon liefern». Es gebe viele Persönlichkeiten, die fĂŒr solche Ministerposten infrage kĂ€men.Â
FĂŒr drastische Verkleinerung der Zahl der Regierungs-Beauftragten
Merz hatte im Wahlkampf eine Verkleinerung des Staatsapparates gefordert und in diesem Zusammenhang auch die Beauftragten der Bundesregierung genannt. Diese versprĂ€chen nur die Lösung von Problemen, «die wir ohne sie gar nicht hĂ€tten». Merz nannte damals eine Zahl von 34 Beauftragten.Â
Auch Kretschmer sprach sich fĂŒr eine drastische Verkleinerung der Zahl der Beauftragten in einer kĂŒnftigen Regierung aus. «Wenn man einen oder zwei Beauftragte hat, dann zeigt das, dass man PrioritĂ€ten setzt, dass einem Dinge wichtig sind. Wenn man 10 oder 20 hat, ist es eine Inflation.»Â
Um die Abwanderung aus ostdeutschen LĂ€ndern zu verringern und Anreize auf fĂŒr junge Menschen zu bieten, wolle die Union die medizinische Infrastruktur und die Wissenschaft ausbauen, sagte Kretschmer. Das gelte auch bei der Verkehrsinfrastruktur, etwa den Schnellzugverbindungen.Â
Umgang mit AfD: Nicht zum MĂ€rtyrer machen
Auf die Frage, welche Tipps er fĂŒr den Umgang mit der AfD im Bundestag habe, die nach der Wahl die zweitgröĂte Fraktion im Parlament stellt, sagte Kretschmer, vor allem mĂŒssten nun Probleme gelöst werden. Das fange bei der Migration und der Wirtschaftspolitik an. Es gehe aber auch um die Frage, wie etwa Windenergie ausgebaut werde. Die Probleme mĂŒssten klug und im Konsens mit der Bevölkerung gelöst werden. Zugleich mĂŒsse alles unterlassen werden, «was dazu fĂŒhrt, dass diese Truppe sich als MĂ€rtyrer darstellen kann».


