Spahn, AfD

Spahn fĂŒr anderen Umgang mit AfD im Bundestag

12.04.2025 - 10:09:29

Bei der Bundestagswahl wurde die AfD zweitstÀrkste Kraft. Wie sollte man nun mit ihr im Parlament umgehen? CDU-Politiker Spahn macht VorschlÀge.

Unionsfraktionsvize Jens Spahn (CDU) rĂ€t dazu, mit der AfD bei organisatorischen Fragen im Bundestag so umzugehen wie mit anderen Oppositionsparteien auch. Spahn sprach in der «Bild» von AblĂ€ufen im Parlament, Verfahren in der GeschĂ€ftsordnung, in den AusschĂŒssen und der BerĂŒcksichtigung von Minderheits- und Mehrheitsrechten. «Da wĂŒrde ich einfach uns empfehlen, mit der AfD als Oppositionspartei so umzugehen in den Verfahren und AblĂ€ufen, wie mit jeder anderen Oppositionspartei auch.»

Bei der Wahl des VizeprÀsidenten des Bundestags gelte: «Sie machen einen Vorschlag, und jeder Vorschlag muss eine Mehrheit finden in geheimer Wahl bei den Mitgliedern des Bundestags.» Es gehe dabei um ein Staatsamt und ein ReprÀsentationsamt. «Und da sollte man schon die Mehrheit der Mitglieder des Bundestags hinter sich haben, um das vertreten zu können», meinte Spahn.

AfD hatte noch nie den Posten eines VizeprÀsidenten

Seit dem Einzug der AfD ins Parlament 2017 konnte sie noch nie einen Bundestags-VizeprĂ€sidenten stellen. Die anderen Fraktionen verweigerten AfD-Kandidaten stets die nötige Mehrheit, der Posten blieb dann frei. Im fĂŒr die Geheimdienste zustĂ€ndigen Parlamentarischen Kontrollgremium hat die AfD aus gleichem Grund ĂŒberhaupt keinen Sitz.

Bei den Vorsitzen der normalen Bundestags-AusschĂŒsse, die eigentlich von allen Fraktionen besetzt werden, gab es bisher keine so einheitliche Linie: In ihren ersten Parlamentsjahren stellte die AfD beispielsweise den Vorsitzenden des mĂ€chtigen Haushaltsausschusses. Zuletzt dagegen hatte sie keinen Vorsitz-Posten - und klagte deswegen sogar vor dem Bundesverfassungsgericht. Das höchste deutsche Gericht wies die Organklagen ab. Im neuen Bundestag stehen die Wahlen der Ausschussvorsitzenden noch an.

Bei der Bundestagswahl im Februar war die AfD zweitstĂ€rkste Kraft geworden - nach der Union. Angesichts dessen sagte Spahn: «Es wird eine harte Auseinandersetzung im Bundestag.» Er empfehle, sich nicht provozieren zu lassen und nicht ĂŒber jedes Stöckchen zu springen, das die AfD hinhalte.

«WÀhler wollten uns was sagen»

Wie die AfD im Parlament auftrete, sei hĂ€ufig nicht bĂŒrgerlich, «wie da rumgeholzt wird, wie da rum geschimpft wird, wie andere niedergemacht werden», sagte Spahn weiter. Gleichzeitig mĂŒsse man im Kopf haben, dass die AfD so stark sei, «weil WĂ€hlerinnen und WĂ€hler uns was sagen wollten». Die WĂ€hler sollten ernst genommen werden. Deswegen gehe es darum, die «richtige Balance» zu finden im Umgang mit der AfD im Bundestag.

@ dpa.de