LĂ€nderdebatte um Rundfunk-Finanzierung offen
12.12.2024 - 06:35:00Vor einem Treffen der LĂ€nderchefs am Donnerstag in Berlin wurden die Erwartungen deutlich heruntergeschraubt. UrsprĂŒnglich wollten die LĂ€nderchefs Details zum Finanzierungsmodell und zur Höhe des Rundfunkbeitrags klĂ€ren. Ob es einzelne Ergebnisse geben wird, ist unklar. Bis zuletzt blieb offen, ob und was genau besprochen wird.
Die LĂ€nder streiten schon lange darĂŒber, ob der Rundfunkbeitrag zum 1. Januar 2025 von 18,36 Euro auf 18,94 Euro steigen soll. Der Fall liegt mittlerweile beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, weil ARD und ZDF geklagt haben.
Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil sieht die GesprĂ€che der LĂ€nderchefs ĂŒber eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags als festgefahren an. "Ich rechne nicht mehr mit einer Einigung. Da sind die Fronten leider sehr verhĂ€rtet", sagte der SPD-Politiker vor der MinisterprĂ€sidentenkonferenz. "Wir mĂŒssen davon ausgehen, dass die Entscheidung schlussendlich vom Bundesverfassungsgericht getroffen wird. Wir mĂŒssen aber vermeiden, das zur Regel werden zu lassen."
Der rheinland-pfĂ€lzische Regierungschef Alexander Schweitzer (SPD) setzt darauf, dass die MinisterprĂ€sidenten in der Debatte um einen neuen Finanzierungsmechanismus der RundfunkbeitrĂ€ge bei ihrer Konferenz ein gutes StĂŒck vorankommen. "Es braucht aber die KompromissfĂ€higkeit aller", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
Eine Kommission empfahl die Erhöhung
Die zustĂ€ndige und unabhĂ€ngige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte fĂŒr die nĂ€chste Beitragsperiode von 2025 bis 2028 die Erhöhung um 58 Cent empfohlen. Die BundeslĂ€nder mĂŒssen sich eigentlich eng daran orientieren. LĂ€nder wie Bayern und Sachsen-Anhalt wollen mehr Einsparungen und einen schlankeren öffentlich-rechtlichen Rundfunk und deshalb zunĂ€chst Effekte einer Rundfunkreform abwarten, die die LĂ€nder im Oktober beschlossen haben. Andere BundeslĂ€nder wĂŒrden einer Erhöhung wiederum schon jetzt zustimmen.
Es ist allein aus ZeitgrĂŒnden nicht mehr möglich, dass der Beitrag konkret zum Jahreswechsel am 1. Januar 2025 steigt. Denn neben allen MinisterprĂ€sidenten mĂŒssen alle LĂ€nderparlamente einer Erhöhung zustimmen. Wann das Bundesverfassungsgericht entscheiden wird, ist unklar. Den Rundfunkbeitrag zahlen Haushalte, Firmen und Organisationen in Deutschland. So kommen rund neun Milliarden Euro jĂ€hrlich zur Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio zusammen.
Im Oktober hatten die LÀnderchefs zwar die Rundfunkreform beschlossen, das Thema Finanzierung wegen des Streits aber auf Dezember verschoben. Bis dahin sollten noch Details zum Finanzierungsmodell geklÀrt werden. Im November reichten ARD und ZDF dann ihre Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe ein und erhöhten den Druck. Die Beschwerde der Sender richtet sich dagegen, dass die BundeslÀnder keinen Beschluss gefasst haben und eine fristgerechte Anhebung nicht mehr möglich ist.
Bundesverfassungsgericht war schon einmal involviert
Der Ablauf zur Ermittlung des Beitrags ist per Staatsvertrag genau festgelegt. Schon beim letzten Mal vor rund vier Jahren hatten die öffentlich-rechtlichen Sender das höchste Verfassungsgericht in Karlsruhe eingeschaltet, weil sich Sachsen-Anhalt gegen eine Erhöhung ausgesprochen hatte. Die Richter wiesen das Bundesland damals in seine Schranken. Sie ordneten einen Anstieg des Beitrags mit Monaten Verzug im Sommer 2021 von 17,50 Euro auf aktuell 18,36 Euro an.

