Handelskonflikt, Selbstversorgung

Handelskonflikt: Selbstversorgung stÀrken

15.04.2025 - 14:02:20

Berlin - Angesichts des globalen Zollstreits fordern OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland und die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) mehr Besonnenheit. Gleichzeitig plĂ€dieren beide VerbĂ€nde fĂŒr eine StĂ€rkung des heimischen Ölsaaten-Anbaus und des EU-Binnenmarktes und veröffentlichen dazu eine gemeinsame " Ölpflanzen-Strategie".

Zollstreit gefÀhrdet Versorgung und Wertschöpfung

Mit rund drei Millionen Tonnen wird etwa die HÀlfte der in die EU importierten US-Sojabohnen in Deutschland verarbeitet. "Zölle haben massive wirtschaftliche Auswirkungen auf unsere Branche, denn die MÀrkte reagieren sofort und die Lieferketten sind ohnehin bereits angespannt", so OVID-PrÀsidentin Jaana Kleinschmit von Lengefeld.

Trotz eines aktuellen Moratoriums drohen ab 1. Dezember 2025 25 Prozent EU-Zoll auf importierte Sojabohnen aus den USA. Der Zollkonflikt zwischen den USA und Kanada fĂŒhrte bereits zu einem Preisdruck auf deutsche Rapssaaten. Steigende Zölle auf DĂŒngemittel und Mais verdeutlichen, wie Handelsstreitigkeiten die Landwirtschaft und den internationalen Agrarhandel destabilisieren. Erschwerend hinzu kommen EU-Gesetze zu Lieferketten und Berichtspflichten, die den EU-Markt zunehmend unattraktiv machen.

Selbstversorgung stÀrken

Mit der "10+10"-Strategie setzt sich die UFOP fĂŒr einen wachsenden Anbau von blĂŒhenden Ölpflanzen und Körnerleguminosen ein. Das stĂ€rkt die Resilienz der Landwirtschaft, steigert die Selbstversorgung mit Proteinen, erweitert die Fruchtfolgen und verbessert die Bodenfruchtbarkeit. "ZusĂ€tzlich fordern wir ein klares politisches Bekenntnis zu Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse. Diese spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz im Verkehr und sichern gleichzeitig die Versorgung mit Pflanzenölen", so der UFOP-Vorsitzende Torsten Krawczyk.

Handel aufrechterhalten

2023 betrug die deutsche Selbstversorgung mit proteinreichen Futtermitteln 36 Prozent. Selbst bei stĂ€rkerer Fokussierung auf die heimische Erzeugung von Ölsaaten wird Deutschland auch zukĂŒnftig auf Agrarimporte angewiesen sein. "Wir brauchen daher fĂŒr die Versorgung und die Verarbeitung am Standort Deutschland Ölsaaten aus der ganzen Welt. Das erfordert neben einer innovativen Optimierung des Anbaus von Ölsaaten auch den Abschluss von Freihandelsabkommen und den mutigen Abbau von BĂŒrokratie", so Kleinschmit von Lengefeld abschließend.

UFOP und OVID sehen im vorliegenden Koalitionsvertrag vielversprechende AnsÀtze. Diese muss die neue Bundesregierung mutig umsetzen.

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