Ăzdemir wirbt vor EM fĂŒr gesĂŒnderes Essen bei Kindern
26.04.2024 - 17:31:58(neu: Zitate)
BERLIN (dpa-AFX) - Bundesagrarminister Cem Ăzdemir hat vor der FuĂball-Europameisterschaft in Deutschland zu Bewegung und gesĂŒnderem Essen besonders bei Kindern aufgerufen. "Wir wissen, dass ernĂ€hrungsbedingte Krankheiten leider zunehmen bei uns in der Gesellschaft", sagte der GrĂŒnen-Politiker am Freitag bei einem FrĂŒhstĂŒck mit Kindern, bei dem auch der EM-Pokal im Ministerium Station machte. Um gesund zu sein, sei neben Bewegung die ErnĂ€hrung ein wesentlicher Hebel. Ăzdemir warb erneut fĂŒr gesĂŒndere Essensangebote in Kitas und Schulen. "Kinder, die erst mal satt sind, Kinder, die sich gesund ernĂ€hren, sind in der Schule erfolgreicher". Der Staat solle da nicht am falschen Ende sparen.
Ăzdemir sagte mit Blick auf Werbe-Engagements von FuĂballern und ihre Vorbildfunktion fĂŒr Kinder: "Es besteht schon ein gewisses SpannungsverhĂ€ltnis darin, wofĂŒr die Spieler zum Teil werben und wie sie sich selber ernĂ€hren." Manche der Produkte, fĂŒr die sie werben, dĂŒrften sie selber nicht essen. Sonst könnten sie auf dem Niveau keine Leistung abrufen.
Der Minister mahnte erneut Fortschritte in der Koalition bei geplanten WerbebeschrĂ€nkungen fĂŒr ungesĂŒndere Lebensmittel zum Schutz von Kindern an. "Ich bin da kompromissbereit, aber wir brauchen da Bewegung." Er betonte, es könne nicht sein, dass in Getreideflocken zum FrĂŒhstĂŒck in einer SchĂŒssel bis zu 50 Prozent Zucker seien. "Das braucht kein Mensch." Er sei dankbar, dass viele in der Wirtschaft das mittlerweile auch so sĂ€hen. Jetzt liege es an der Politik.
"So wie Julian Nagelsmann hartnĂ€ckig ist dabei, dafĂŒr zu sorgen, dass unsere Nationalmannschaft das Maximum aus sich rausholt und hoffentlich am Ende dieser Pokal in Deutschland bleibt, so bin ich hartnĂ€ckig, wenn es die Gesundheit unserer Kinder geht", sagte Ăzdemir mit Blick auf den Bundestrainer und die Heim-EM.
Er hatte im Februar 2023 GesetzesplĂ€ne fĂŒr WerbebeschrĂ€nkungen vorgestellt, wegen EinwĂ€nden der FDP steckt das Vorhaben aber in der Koalition fest. Der Minister hatte die vorgesehenen BeschrĂ€nkungen bereits enger gefasst. Werbeverbote fĂŒr Produkte mit zu viel Zucker, Fett und Salz sollen auf Zeiten konzentriert werden, wenn besonders viele Kinder fernsehen.

