Pharmaindustrie, Digitalisierung

Digitalisierung nicht lĂ€nger vertagen: eLeaflets fĂŒr Tierarzneimittel jetzt ermöglichen

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 11:46 Uhr, presseportal.de

Berlin - Der Bundesverband fĂŒr Tiergesundheit e. V. (BfT) spricht sich dafĂŒr aus, die EinfĂŒhrung elektronischer Packungsbeilagen fĂŒr Tierarzneimittel gesetzlich zu ermöglichen. Die EU-Tierarzneimittel-Verordnung sieht bereits vor, dass Mitgliedstaaten Packungsbeilagen fĂŒr Tierarzneimittel auf Papier, elektronisch oder in beiden Formen zulassen können. Das deutsche Tierarzneimittelgesetz (TAMG) schreibt bislang jedoch weiterhin die Papierform vor.

Digitalisierung nicht lĂ€nger vertagen: eLeaflets fĂŒr Tierarzneimittel jetzt ermöglichen - Bild: presseportal.de
Digitalisierung nicht lĂ€nger vertagen: eLeaflets fĂŒr Tierarzneimittel jetzt ermöglichen - Bild: presseportal.de

Der BfT spricht sich daher, fĂŒr eine zĂŒgige Öffnung des TAMG aus. Ziel ist eine praxistaugliche, sichere und bĂŒrokratiearme Lösung, die digitale Möglichkeiten nutzt und dauerhafte Doppelstrukturen vermeidet.

"Die elektronische Packungsbeilage ist kein Zukunftsthema, sondern eine konkrete Möglichkeit, die jetzt umgesetzt werden kann. Nach unseren GesprĂ€chen mit Behörden, Ministerien und weiteren Stakeholdern sehen wir dafĂŒr eine grundsĂ€tzlich positive Haltung. Entscheidend ist nun, diesen RĂŒckenwind fĂŒr eine pragmatische, rechtssichere und bĂŒrokratiearme Lösung zu nutzen", erklĂ€rt Dr. Sabine SchĂŒller, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des BfT.

Elektronische Packungsbeilagen, sogenannte eLeaflets, können ĂŒber QR-Codes auf der Verpackung einfach zugĂ€nglich gemacht werden. Sie ermöglichen es, Informationen effizienter zu aktualisieren und TierĂ€rztinnen und TierĂ€rzten sowie Tierhalterinnen und Tierhaltern in aktueller Form bereitzustellen. Damit leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur sicheren Anwendung von Tierarzneimitteln, zur Versorgungssicherheit und zum Tierschutz.

Zugleich reduzieren eLeaflets unnötige Kosten, Ressourcenverbrauch und Verwaltungsaufwand. Papiergebundene Packungsbeilagen verursachen bei Änderungen Übersetzungs-, Druck-, Lager- und Logistikaufwand. Eine dauerhafte Pflicht zu parallelen Papier- und Digitalfassungen wĂŒrde diese Belastungen nicht abbauen, sondern verstetigen.

Der BfT schlĂ€gt deshalb eine kurze EinfĂŒhrungsphase vor: FĂŒr zwei Jahre sollte die Papierversion weiterhin verpflichtend bleiben, wĂ€hrend die elektronische Packungsbeilage zusĂ€tzlich eingefĂŒhrt werden kann. Danach sollte produktbezogene Wahlfreiheit gelten - elektronische Form oder Papierform, ohne verpflichtenden Parallelbetrieb.

"Deutschland sollte bei der Digitalisierung und bei der Umsetzung europĂ€ischen Rechts vorangehen. Es geht nicht um eine neue Pflicht, sondern um eine zusĂ€tzliche, zeitgemĂ€ĂŸe Option fĂŒr Tiergesundheitsunternehmen, TierĂ€rztinnen und TierĂ€rzte sowie Tierhaltende", so Dr. SchĂŒller.

Elektronische Formate bieten zusĂ€tzliche Vorteile: Sie können heruntergeladen offline genutzt oder bei Bedarf ausgedruckt werden. Außerdem ermöglichen sie barriereĂ€rmere Anwendungen, etwa durch vergrĂ¶ĂŸerbare Texte, Vorlesefunktionen oder perspektivisch mehrsprachige Angebote. Die Mobilfunkkarten der Bundesnetzagentur zeigen zudem eine flĂ€chendeckende digitale Grundversorgung.

Die Verantwortung fĂŒr korrekte und aktuelle Packungsbeilagen liegt wie bisher beim Zulassungsinhaber des jeweiligen Produkts. Die Überwachung kann analog zu bestehenden Verfahren durch die zustĂ€ndigen Behörden erfolgen. Dabei sollte Deutschland nicht auf eine spĂ€tere zentrale EU-Lösung warten, sondern die laufenden europĂ€ischen Arbeiten aktiv begleiten und zugleich nationale HandlungsspielrĂ€ume nutzen.

Besonders wichtig ist aus Sicht des BfT: Die elektronische Packungsbeilage ersetzt nicht die tierĂ€rztliche Beratung. Da Tierarzneimittel im Regelfall ĂŒber die tierĂ€rztliche Praxis abgegeben werden, bleiben Beratung und sichere Anwendung gewĂ€hrleistet. eLeaflets ergĂ€nzen diese Beratung durch aktuelle, leicht zugĂ€ngliche und ressourcenschonende Informationen.

FĂŒr die technische Umsetzung sollte zunĂ€chst ein niedrigschwelliger Ansatz genĂŒgen: ein gut lesbares, druckfĂ€higes PDF, abrufbar ĂŒber QR-Code auf der Verpackung. Strukturierte Formate sollten EU-weit abgestimmt werden. Nationale Sonderwege wĂŒrden den bĂŒrokratischen Aufwand dagegen unnötig erhöhen.

"Was wir brauchen, ist eine einfache, verlĂ€ssliche und europĂ€isch anschlussfĂ€hige Regelung. Was wir nicht brauchen, sind lange Übergangsfristen, nationale Sonderformate oder eine dauerhafte doppelte Pflicht zu Papier und elektronischem Format. eLeaflets sind ein konkreter Beitrag zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und BĂŒrokratieabbau", betont Dr. SchĂŒller.

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