Paradigmenwechsel, Raucherbevormundung

Paradigmenwechsel: Raucherbevormundung statt Nichtraucherschutz / BVTE kritisiert ĂŒbergriffige PlĂ€ne der EU-Kommission zur Ausweitung von Rauchverboten

17.09.2024 - 15:26:13

Berlin - Die EuropĂ€ische Kommission hat heute VorschlĂ€ge fĂŒr eine radikale Ausweitung der Rauchverbotsregeln in den Mitgliedstaaten vorgestellt. Tabakrauchen soll kĂŒnftig auch an vielen Orten im Freien inklusive der Außenbereiche der Gastronomie untersagt werden und die Verbote auch den Gebrauch von E-Zigaretten und Tabakerhitzern umfassen. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) kritisiert die erneute Einmischung der EU in die ZustĂ€ndigkeit der Mitgliedstaaten. Die PlĂ€ne der Kommission seien eine Abkehr vom eigentlichen Nichtraucherschutz mit der vorrangigen Zielsetzung, eine weitere Ausgrenzung von Rauchern zu erreichen. Zudem sende die undifferenzierte Einbeziehung von schadstoffarmen Alternativprodukten in die Rauchverbote ein fatales Signal, das den Umstieg auf potenziell weniger schĂ€dliche E-Zigaretten und Tabakerhitzer behindere.

"Das Warnsignal der Europawahl ist bei der EU-Kommission offenbar wirkungslos verhallt," kommentierte BVTE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jan MĂŒcke: "Wir fordern die Bundesregierung auf, diesen ĂŒbergriffigen und dirigistischen PlĂ€nen Einhalt zu gebieten." Der Nichtraucherschutz liegt in der ausschließlichen ZustĂ€ndigkeit der Mitgliedstaaten. In Deutschland haben sich die bestehenden Regelungen auf Bundes- und LĂ€nderebene bewĂ€hrt und zur Befriedung einer erhitzten gesellschaftlichen Debatte gefĂŒhrt. FĂŒr weitergehende Verbote, wie sie die Kommission vorschlĂ€gt, fehlt in Deutschland und den ĂŒbrigen Mitgliedstaaten eine breite UnterstĂŒtzung in der Bevölkerung. So scheiterte bereits 2023 eine EuropĂ€ische BĂŒrgerinitiative, die eine Ausweitung von rauch- und dampffreien Außenbereichen forderte und von rund vierzig europĂ€ischen Gesundheits-NGOs angefĂŒhrt wurde, am erforderlichen EU-Quorum von einer Million Unterschriften. Nur 22.000 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sammelten sich innerhalb eines Jahres hinter den radikalen PlĂ€nen, die nun dennoch in der Vorlage der EU-Kommission aufgegriffen wurden.

"Was die EU-Kommission vorschlĂ€gt, ist ein Paradigmenwechsel: der Schutz von Nichtrauchern steht nicht lĂ€nger im Mittelpunkt. Hier geht es um die Bevormundung von Rauchern und ihre VerdrĂ€ngung aus dem öffentlichen Raum," kritisierte Jan MĂŒcke den Entwurf der BrĂŒsseler Behörde. Die EU-Kommission habe nicht einmal untersucht, ob es an den betroffenen Orten im Freien tatsĂ€chlich zu einer gesundheitlichen GefĂ€hrdung von Nichtrauchern komme. Außerhalb von geschlossenen RĂ€umen wird Tabakrauch in der Umgebungsluft sehr schnell verdĂŒnnt und ist in einer Entfernung von zwei Metern praktisch nicht mehr nachweisbar. Eine GefĂ€hrdung Umstehender kann ausgeschlossen werden.

Mit der zusĂ€tzlich vorgesehenen Übertragung der Rauchverbote auf den Konsum von E-Zigaretten und Tabakerhitzern verunsichere die Kommission zudem viele Millionen Raucher in der EU, die ĂŒber einen Umstieg auf diese neuartigen Erzeugnisse nachdenken und damit ihre gesundheitlichen Risiken reduzieren könnten. "Die Kommission behandelt vorsĂ€tzlich ungleiches gleich. Der Umstieg auf schadstoffarme Alternativen wird nicht durch eine risikobasierte Regulierung unterstĂŒtzt. Das ist Gesundheitspolitik von vorgestern," erklĂ€rte Jan MĂŒcke. Die EU-Kommission erteilt damit dem wissenschaftlich anerkannten Ansatz der "Tobacco Harm Reduction" eine Absage, ohne belastbare Studien fĂŒr eine GefĂ€hrdung Umstehender durch die Emissionen neuartiger Produkte vorlegen zu können. Beim Konsum von E-Zigaretten und Tabakerhitzern verbrennt kein Tabak, gesundheitsgefĂ€hrdende Verbrennungsstoffe werden vermieden. Die englische Gesundheitsbehörde PHE konnte "keine Gesundheitsrisiken" durch E-Zigaretten-Dampf fĂŒr Umstehende identifizieren. Dampfprodukte unterliegen in England nicht den gesetzlichen Vorgaben zum Nichtraucherschutz, ihre Verwendung in geschlossenen RĂ€umen wird ĂŒber das Hausrecht geregelt. Die Förderung der E-Zigarette durch die Gesundheitspolitik hat in England zu einem deutlichen RĂŒckgang der Raucherzahlen beigetragen.

Der heute von der EuropĂ€ischen Kommission vorgelegte Entwurf zur Überarbeitung der "Ratsempfehlung fĂŒr rauchfreie Umgebungen" sieht eine Ausweitung der Rauchverbotszonen auf Orte im Freien vor wie z.B. Außenbereiche der Gastronomie, Haltestellen oder SchwimmbĂ€der. Zudem soll das Rauchverbot auch fĂŒr den Gebrauch von E-Zigaretten und Tabakerhitzern gelten. Mit der Vorlage der Kommission werden sich die Regierungen der Mitgliedstaaten voraussichtlich am 3. Dezember befassen. Eine Beteiligung des EuropĂ€ischen Parlaments ist nicht vorgesehen. Die Umsetzung der Ratsempfehlungen ist fĂŒr die Mitgliedstaaten nicht rechtsverbindlich.

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