Renten steigen zum 1. Juli um 3,74 Prozent
06.03.2025 - 16:42:02(neu: SozialverbÀnde VdK und SoVD)
BERLIN (dpa-AFX) - Die gesetzlichen Renten sollen zum 1. Juli um 3,74 Prozent steigen. "Die gute Lohnentwicklung fĂŒhrt erneut zu einer Rentenanpassung, die die Kaufkraft der Rentnerinnen und Rentner stĂ€rkt", erklĂ€rte Sozialminister Hubertus Heil in Berlin. "Stabile Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit fĂŒr die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben." Auch die "SĂŒddeutsche Zeitung" berichtete.
Die Renten folgen grundsÀtzlich in der Regel der Entwicklung der Löhne und GehÀlter der BeschÀftigten im Jahr davor. Der Mechanismus ist gesetzlich geregelt. Vorerst bis 1. Juli 2025 ist ein Mindestrentenniveau von 48 Prozent garantiert - eine "Haltelinie", wie Heil es nannte. Der aktuelle Rentenwert wurde nach Angaben seines Ministeriums also so hoch festgesetzt, dass dieses Mindestniveau erreicht wird. Ohne diese Haltelinie wÀre die Erhöhung nach Angaben des Sozialministeriums geringer ausgefallen.
FĂŒr eine "Standardrente" ergibt sich ab Juli ein Anstieg um 66,15 Euro pro Monat. Das ist aber hauptsĂ€chlich eine statistische RechengröĂe. Sie bezieht sich auf eine Rente nach durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren. Auch das Rentenniveau ist abstrakt: Gemeint ist das VerhĂ€ltnis zwischen Standardrente und Durchschnittseinkommen. Was man tatsĂ€chlich an Rente bekommt, richtet sich nach dem individuellen Einkommen und der Dauer der ErwerbstĂ€tigkeit.
Thema in den Sondierungen
"Voriges Jahr ist der Arbeitsmarkt trotz aller Krisen stabil geblieben, und es hat ordentliche LohnabschlĂŒsse gegeben", sagte Sozialminister Heil der "SĂŒddeutschen Zeitung". "Die Rentnerinnen und Rentner haben sich das verdient."
Heil ist Mitglied im Sondierungsteam der SPD, das mit der Union VorgesprĂ€che ĂŒber eine mögliche schwarz-rote Koalition fĂŒhrt. Dort mĂŒsse auch die Rente besprochen werden, sagte der Sozialminister. "Ich habe dem CDU-Wahlprogramm entnommen, dass es ein gemeinsames Anliegen ist, Menschen nach einem Leben voller Arbeit im Alter ordentlich abzusichern."
Die SPD fordert, das Rentenniveau weiter bei 48 Prozent gesetzlich festzuschreiben. Das könnte mittelfristig auf eine Erhöhung des Rentenbeitrags von derzeit 18,6 Prozent hinauslaufen. Die Union tritt hingegen dafĂŒr ein, die SozialbeitrĂ€ge insgesamt nicht weiter steigen zu lassen und eher zu drĂŒcken. Sie liegen derzeit fĂŒr Renten-, Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung bei rund 42 Prozent. Die Union will sie wieder in Richtung 40 Prozent bringen.
SozialverbĂ€nde halten aber auch die SPD-Linie nicht fĂŒr ausreichend. Der Sozialverband VdK fordert eine Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent, um Kaufkraftverluste der vergangenen Jahre auszugleichen. Auch der Sozialverband Deutschland pocht auf diese Zielmarke. Die Steigerung in diesem Jahr sei fĂŒr Menschen mit kleiner Rente zu wenig.
Heil lobt Finanzierungspaket fĂŒr Infrastruktur
Heil lobte im GesprĂ€ch mit der Zeitung die Absprachen mit der Union zur Finanzierung von Infrastruktur. "Mit dem Sondervermögen Infrastruktur können wir den Ausbau von Ganztagsbetreuung, Ganztagsschulen und Kitas unterstĂŒtzen", sagte Heil.
Zu den GesprĂ€chen mit der Union sagte Heil, dass noch viel Arbeit vor den Sondierungsteams liege: "Wir mĂŒssen Einwanderung und Migration vernĂŒnftig sortieren, das Land modernisieren, BĂŒrokratie abbauen, schneller und digitaler werden." Geld allein reiche nicht, man mĂŒsse auch Strukturen verĂ€ndern. "Das werden noch harte Verhandlungen". Aber er werbe dafĂŒr, dass es gelinge.

