Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Warnstreiks an 13 deutschen FlughÀfen legen Flugverkehr lahm

10.03.2025 - 11:55:10 | dpa.de

BERLIN/FRANKFURT - Die Gewerkschaft Verdi hat mit Warnstreiks an 13 deutschen FlughĂ€fen große Teile des Flugverkehrs lahmgelegt.

(Neu: neue SchÀtzung des ADV)

BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Gewerkschaft Verdi hat mit Warnstreiks an 13 deutschen FlughĂ€fen große Teile des Flugverkehrs lahmgelegt. Seit 0.00 Uhr sind BeschĂ€ftigte aus dem öffentlichen Dienst der Flughafenbetreiber, den Bodenverkehrsdiensten und den Luftsicherheitsbereichen in verschiedenen Tarifkonflikten im Ausstand, wie ein Sprecher der Gewerkschaft bestĂ€tigte. Der Warnstreik soll 24 Stunden dauern. An einzelnen FlughĂ€fen begannen die Aktionen erst mit Betriebsbeginn in den frĂŒhen Morgenstunden.

Hintergrund sind zwei verschiedene Tarifkonflikte: Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen fĂŒr den Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen unter anderem acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber monatlich 350 Euro mehr, sowie drei zusĂ€tzliche freie Tage. Die Arbeitgeber haben bisher kein konkretes Angebot vorgelegt.

In der Luftsicherheit fordert Verdi unter anderem die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, 30 Tage Urlaub und Zusatzurlaub fĂŒr Schichtarbeit.

Von den Warnstreiks sind Frankfurt, MĂŒnchen, Berlin, Hamburg, Hannover, Bremen, DĂŒsseldorf, Dortmund, Köln/Bonn, Leipzig/Halle und Stuttgart betroffen. An den Airports Weeze bei DĂŒsseldorf und Karlsruhe/Baden-Baden sind nur BeschĂ€ftigte des Luftsicherheitsbereichs zum Ausstand aufgerufen.

Nach einer aktualisierten SchĂ€tzung des Flughafenverbands ADV wird der Flugverkehr in weiten Teilen Deutschlands zum Erliegen kommen: Demnach fallen wegen der verschiedenen AusstĂ€nde an 13 Standorten voraussichtlich mehr als 3.500 FlĂŒge aus, rund 560.000 Passagiere könnten ihre Reisen nicht wie geplant antreten.

Kein Flugverkehr am Hauptstadtflughafen

Am Hauptstadtflughafen BER sollte der Flugverkehr komplett ausfallen, Starts und Landungen wird es dort voraussichtlich keine geben. Den Flughafen Frankfurt werde am Montag kein Passagierflugzeug verlassen, teilte ein Sprecher der Verkehrsleitung am Morgen mit. Von 1.116 Starts und Landungen mit zusammen rund 150.000 Passagieren wurden in Frankfurt den Angaben zufolge 1.054 annulliert. Laut dem Sprecher soll es nur einige AnkĂŒnfte geben.

Warnstreiks noch grĂ¶ĂŸer als geplant

Den Warnstreiks im öffentlichen Dienst sollten sich auch BeschĂ€ftigte der Luftsicherheitsbereiche anschließen. Diese arbeiten in der Fluggastkontrolle, der Personal-, Waren- und Frachtkontrolle sowie in Service-Bereichen.

FĂŒr sie wird derzeit ein neuer Manteltarifvertrag mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) verhandelt. NĂ€chste Verhandlungsrunde ist hier fĂŒr den 26. und 27. MĂ€rz angesetzt. FĂŒr den öffentlichen Dienst ist die nĂ€chste Verhandlungsrunde fĂŒr diesen Freitag (14. MĂ€rz) in Potsdam geplant.

Missbrauch des Streikrechts?

Die Luftverkehrsbranche wirft Verdi Missbrauch des Streikrechts vor. Es wĂŒrden sogenannte Warnstreiks als Tarnung fĂŒr weitreichende AusstĂ€nde genutzt und Knotenpunkte der Volkswirtschaft gezielt lahmgelegt, sagt der Eurowings-Chef und PrĂ€sident des Branchenverbandes BDL, Jens Bischof.

Er verlangt ein "Streikgesetz" mit einer verbindlichen Schlichtung vor AusstĂ€nden in der kritischen Infrastruktur. Der aktuelle "Tag des Stillstands" liefere den letzten Anstoß dafĂŒr. Die im BDLS organisierten Arbeitgeber kritisierten die Warnstreikausweitung, VerhandlungsfĂŒhrer Christian Huber bezeichnete sie als "nicht zielfĂŒhrend".

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