Rauchen und Dampfen: Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft fordern strengere Regeln
01.09.2025 - 10:55:00Fast jede fĂŒnfte Krebsdiagnose in Deutschland ist durch das Rauchen bedingt. Rauchen ist damit der wichtigste vermeidbare Krebsrisikofaktor. Es verursacht neben Lungenkrebs mindestens weitere 16 Krebsarten, wie etwa Tumoren im Mund, Rachen und Kehlkopf, Darm, Magen- sowie Speiseröhrenkrebs. DarĂŒber hinaus haben Rauchende ein mehr als doppelt so hohes Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein doppelt so hohes Risiko fĂŒr SchlaganfĂ€lle.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken macht zum Start der Nationalen KrebsprĂ€ventionswoche auf das Potenzial der KrebsprĂ€vention aufmerksam. "Ein gesunder Lebensstil, PrĂ€vention und regelmĂ€Ăige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig. Deshalb lautet mein Appell: Leben Sie bewusst und nutzen Sie die Check-Ups! Damit kann rund die HĂ€lfte aller KrebstodesfĂ€lle verhindert werden. Eine Hauptursache fĂŒr Lungenkrebs ist das Rauchen, das auch andere Krebsarten begĂŒnstigen kann. Gleichzeitig ist es das gröĂte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland. Wer nicht raucht oder mit dem Rauchen aufhört, ergreift bereits die wichtigste VorbeugungsmaĂnahme gegen die Entstehung von Lungenkrebs", sagt Warken.
Um das Nichtrauchen zur einfachen Wahl zu machen, muss die Bundesregierung MaĂnahmen der Tabakkontrolle konsequent umsetzen, fordern die Initiatoren der Nationalen KrebsprĂ€ventionswoche.
Tabaksteuer erhöhen
Auch wenn die Gesundheitsgefahren vielen bekannt sind, raucht in Deutschland mehr als jede vierte erwachsene Person. Bei Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren sind es sieben Prozent*. "Die wirksamste MaĂnahme, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten und Raucher zum Rauchstopp zu motivieren, sind regelmĂ€Ăige und deutliche Erhöhungen der Tabaksteuer", sagt dazu DKFZ-Vorstand Prof. Dr. med Dr. h.c. Michael Baumann. So bewirkt in IndustrielĂ€ndern eine Steuererhöhung vom 10 Prozent einen RĂŒckgang des Tabakkonsums um 4 Prozent.
Keine indirekte Werbung zulassen
Besonders beliebt sind bei jungen Menschen E-Zigaretten - auch aufgrund des bunten Designs und der Geschmacksstoffe. WĂ€hrend etwa zwei Prozent der Erwachsenen E-Zigaretten verwenden, liegt der Anteil bei den 12- bis 17-JĂ€hrigen bei acht Prozent*. Der Dampf enthĂ€lt Stoffe, die als krebserregend gelten. Zudem enthalten einige Produkte einen hohen Anteil des Suchtstoffs Nikotin. "Durch die E-Zigarette entsteht gerade eine neue Generation NikotinabhĂ€ngiger - mit gesundheitlichen Folgen, die wir heute nicht absehen können. Ein Grund fĂŒr die Beliebtheit der Produkte: Trotz geltendem Werbeverbot werden sie in den sozialen Medien und in Musikvideos angepriesen und als harmlose Lifestyle-Produkte dargestellt. Wir fordern deshalb die konsequente Umsetzung von Werbeverboten insbesondere in den sozialen Medien", fordert Dr. Franz Kohlhuber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.
Kinder und Schwangere vor Passivrauch schĂŒtzen
Rauchende schaden nicht nur ihrer eigenen Gesundheit, sondern auch der ihrer Mitmenschen. Passivrauchende haben ein gesteigertes Risiko fĂŒr Lungenkrebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. FĂŒr Kleinkinder ist Passivrauchen aufgrund der höheren Atemfrequenz besonders gefĂ€hrlich. Sieben Prozent der nichtrauchenden Erwachsenen sind regelmĂ€Ăig Tabakrauch in geschlossenen RĂ€umen ausgesetzt. Bei nichtrauchenden Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren sind es sogar 16 Prozent. "Im Gegensatz zu Rauchenden können sich Passivrauchende nicht frei entscheiden, ob sie sich den gesundheitlichen Gefahren aussetzen. Gerade Kinder und Schwangere sind eine besonders schĂŒtzenswerte Gruppe. Daher fordern wir einen verstĂ€rkten Nichtraucherschutz in Autos und an Orten, wo sich verstĂ€rkt Kinder aufhalten, etwa an SpielplĂ€tzen, um Kitas und Schulen", so Dr. Johannes Bruns, DKG-GeneralsekretĂ€r. "Dies sollte im Ăbrigen auch fĂŒr E-Zigaretten gelten, deren Dampf zahlreiche Schadstoffe enthĂ€lt."
Kampagne: "Fakten gegen Dampf und Rauch"
AnlĂ€sslich der Nationalen KrebsprĂ€ventionswoche 2025 vom 1. bis 7. September informieren die drei Organisationen mit der Kampagne "Fakten gegen Dampf und Rauch" ĂŒber Gesundheitsgefahren des Konsums von Tabakprodukten sowie alternativer Nikotinabgabesysteme. Die Zahlen und Fakten stammen aus dem neu erschienen Tabakatlas 2025 und aus Interviews mit Expertinnen und Experten, die als Podcasts auf der Website zur Nationalen KrebsprĂ€ventionswoche bereitgestellt sind: www.krebspraeventionswoche.de
Unter dem Hashtag #FaktenUnvernebelt sind die Informationen zudem auf Instagram, Facebook, X oder LinkedIn zu finden.
Ăber den Tabakatlas 2025
PĂŒnktlich zur KrebsprĂ€ventionswoche 2025 erscheint die Neuauflage des vom DKFZ erstellten und von der Deutschen Krebshilfe finanziell geförderten Tabakatlas Deutschland 2025. Der Atlas fasst aktuelle Daten zum Tabakkonsum und seinen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen in einem umfassenden ĂŒbersichtlichen Grundlagenwerk zusammen. Und zeigt auf, welche gesundheitspolitischen MaĂnahmen dazu beitragen können, den Tabakkonsum in der Gesellschaft zu verringern. Der Tabakatlas kann hier als PDF heruntergeladen werden: www.dkfz.de.
Ăber die Nationale KrebsprĂ€ventionswoche
Die Nationale KrebsprĂ€ventionswoche ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Deutschen Krebsgesellschaft. Die drei Organisationen machen damit auf das groĂe Potenzial der PrĂ€vention aufmerksam. Die Vision: Krebs soll gar nicht erst entstehen. Die KrebsprĂ€ventionswoche findet jĂ€hrlich im Monat September statt. Im Fokus steht jedes Jahr ein anderer Lebensstil-Faktor, der das Krebsrisiko beeinflusst. Mehr unter: www.krebspraeventionswoche.de.
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