Berlin: Linke, Grüne und SPD planen 160.000 vergesellschaftete Wohnungen
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 18:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVorhaben für Berlins nächste Landespolitik
- Elif Eralp strebt als Wahlsiegerin das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an.
- Wohnungskonzerne mit mehr als 10.000 Wohnungen sollen vergesellschaftet werden.
- Ein kleiner Parteitag der Grünen soll am Montag über Koalitionsverhandlungen entscheiden.
Linke, Grüne und SPD legen Berliner Sondierungspapier vor
Linke, Grüne und SPD haben am Samstag ihre Sondierungen in Berlin abgeschlossen und das Papier „Mehr gemeinsam - mehr Berlin“ vorgestellt. Elif Eralp von der Linken strebt als Wahlsiegerin das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an.
Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände geplant
Nach den Vereinbarungen sollen Wohnungskonzerne mit mehr als 10.000 Wohnungen vergesellschaftet werden. Rund 160.000 Wohnungen sollen dadurch der Marktlogik entzogen werden, um bezahlbare Mieten zu sichern.
Zusätzlich sind eine Mietenaufsicht und ein Mietendeckel für landeseigene Wohnungsunternehmen vorgesehen. SPD-Landeschef Steffen Krach kündigte außerdem ein Neubauprogramm für 100.000 Wohnungen an.
Soziale Entlastungen und neue Bildungsziele
Das Sozialticket soll wieder günstiger werden. Gegen das Müllproblem in einzelnen Kiezen ist ein kostenloser Sperrmüll-Abholtag pro Jahr geplant.
Die drei Parteien wollen Gemeinschaftsschulen ausbauen und Kostenfreiheit von der Kita bis zur Hochschule ermöglichen. Eine unabhängige Beschwerdestelle soll gegen Diskriminierung und Mobbing im Bildungsbereich helfen; geflüchtete Kinder sollen wieder reguläre Schulen besuchen.
Klima, Verkehr und Tempelhofer Feld
Berlin soll klimaneutral werden. Geplant sind unter anderem mehr Bäume, Bänke und Brunnen, die Fortführung der Zero-Waste-Strategie, die Prüfung einer Verpackungssteuer und neue Investitionen in die Radinfrastruktur.
Bus und Bahn sollen bei Investitionsentscheidungen Vorrang erhalten. Der 17. Bauabschnitt der A100 wird nicht weiterverfolgt; bis 2030 soll eine Netto-Null-Versiegelung erreicht werden. Eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes lehnen die Parteien ab.
Grüne beraten über Koalitionsverhandlungen
Vorgesehen sind außerdem die Wiedereinführung des kostenlosen Museumssonntags sowie ein Demokratiefördergesetz und ein Kulturfördergesetz. Die Parteien wollen jüdisches Leben schützen und gegen Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus, Antiziganismus, Rassismus gegen Palästinenserinnen und Queerfeindlichkeit vorgehen.
Werner Graf erklärte, er könne seiner Partei empfehlen, auf Grundlage des Papiers in Koalitionsverhandlungen einzutreten. Ein kleiner Parteitag der Grünen soll darüber am Montag entscheiden.
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Das Sondierungspapier markiert den Übergang von ersten Gesprächen zu möglichen Koalitionsverhandlungen. Nach der Abgeordnetenhauswahl steht damit nicht nur die politische Richtung, sondern auch die Frage im Mittelpunkt, ob drei Parteien ihre teils unterschiedlichen Prioritäten in ein belastbares Regierungsprogramm übersetzen können.
Inhaltlich verbindet das Papier soziale und ökologische Vorhaben mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Die geplante Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne, ein Mietendeckel für landeseigene Unternehmen und ein umfangreiches Neubauprogramm greifen unterschiedliche Instrumente auf. Für Mieter könnten daraus stärkere Schutzmechanismen entstehen; zugleich wären rechtliche, organisatorische und finanzielle Fragen zu klären.
Entscheidung der Grünen steht bevor
Der nächste konkrete Schritt liegt bei den Parteien. Die Grünen wollen am Montag auf einem kleinen Parteitag über den Eintritt in Koalitionsverhandlungen entscheiden. Danach müssten die drei Partner offene Sachfragen, die Finanzierung und die Umsetzung der zahlreichen Vorhaben in formellen Gesprächen präzisieren. Für Berlin geht es damit sowohl um den politischen Kurs als auch um die Handlungsfähigkeit der künftigen Landesregierung.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „Linke, Grüne und SPD erzielen Durchbruch bei Sondierungen“ (17.10.2026)
Der Beitrag bestätigt den Abschluss der Gespräche und ordnet ihn als Durchbruch vier Wochen nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus ein. Im Mittelpunkt steht damit der Schritt von den Sondierungen zu möglichen Koalitionsverhandlungen.
tagesschau: „Sondierungen in Berlin: Linke, Grüne und SPD erzielen offenbar Einigung“ (17.10.2026)
Die Meldung bestätigt das Ende der Sondierungsgespräche und legt den Schwerpunkt auf die Einigung der drei Parteien. Offen bleibt auch dort, wie die Vereinbarungen in formelle Koalitionsverhandlungen und ein Regierungsprogramm überführt werden.
Beide Beiträge stimmen beim Abschluss der Sondierungen überein. Der Deutschlandfunk betont den Durchbruch im zeitlichen Zusammenhang mit der Wahl, während die tagesschau die Einigung und den weiteren politischen Prozess hervorhebt.
