Berliner Abgeordnetenhaus, Linke GrĂŒne SPD

Berlin: Linke, GrĂŒne und SPD schließen Sondierungen ab

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 14:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die drei Parteien wollen nach dem Abschluss ihrer Sondierungen in die nĂ€chste Phase wechseln. Zuvor mĂŒssen die zustĂ€ndigen Parteigremien dem Vorhaben zustimmen; ein möglicher Start der Koalitionsverhandlungen wĂ€re Anfang November.

Mehrheit im Abgeordnetenhaus und nÀchste Parteitermine

  • Linke, GrĂŒne und SPD wollen ihren Parteigremien Koalitionsverhandlungen vorschlagen.
  • Die GrĂŒnen entscheiden am Montag, die Linke berĂ€t am 31. Oktober auf einem Parteitag.
  • Das BĂŒndnis kĂ€me im Abgeordnetenhaus auf 91 Sitze und damit 14 mehr als die absolute Mehrheit.
  • In das Rote Rathaus in Berlin könnte nach erfolgreichen Koalitionsverhandlungen erstmals die Linke mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp einziehen. (Symbolbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa
  • Die Parteispitzen wollen am spĂ€ten Nachmittag ĂŒber das Ergebnis der Sondierungen informieren. (Archivbild) - Bild: Annette Riedl/dpa
In das Rote Rathaus in Berlin könnte nach erfolgreichen Koalitionsverhandlungen erstmals die Linke mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp einziehen. (Symbolbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa Die Parteispitzen wollen am spĂ€ten Nachmittag ĂŒber das Ergebnis der Sondierungen informieren. (Archivbild) - Bild: Annette Riedl/dpa

Berlin prĂŒft DreierbĂŒndnis nach Sondierungsabschluss

Vier Wochen nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus haben Linke, GrĂŒne und SPD ihre SondierungsgesprĂ€che erfolgreich abgeschlossen. Die Parteigremien sollen nun ĂŒber die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entscheiden.

Parteien beraten ĂŒber nĂ€chsten Schritt

Die GrĂŒnen wollen am Montag auf einem kleinen Parteitag ĂŒber das weitere Vorgehen befinden. Bei der SPD dĂŒrfte der Landesvorstand auf Grundlage des Sondierungspapiers entscheiden; ein Termin stand zunĂ€chst nicht fest.

Die Linke hat wegen der zweiwöchigen Herbstferien in Berlin erst fĂŒr den 31. Oktober einen Parteitag angesetzt. Stimmen alle drei Parteien zu, könnten die Koalitionsverhandlungen Anfang November beginnen.

Gemeinsames Statement in Berlin-Mitte

Linke, GrĂŒne und SPD wollten am spĂ€ten Nachmittag im Haus der Statistik in Berlin-Mitte ĂŒber das Sondierungspapier und die weiteren Schritte informieren. Die GesprĂ€che waren am Donnerstag der vergangenen Woche gestartet.

Antisemitismus-Vereinbarung ebnete den Weg

Vor Beginn der Sondierungen hatten sich die drei Parteien auf den Umgang mit antisemitischen VorfÀllen in den Reihen der Linken verstÀndigt. Vorgesehen sind Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus der Fraktion.

GrĂŒne und SPD hatten diese VerstĂ€ndigung nach mehreren VorfĂ€llen zur Voraussetzung fĂŒr den Beginn der Sondierungen gemacht.

Linke stÀrkste Kraft bei der Wahl

Bei der Wahl am 20. September erreichte die Linke 25,7 Prozent und wurde stĂ€rkste Kraft. Es folgten CDU mit 18,8 Prozent, AfD mit 16,3 Prozent, GrĂŒne mit 14,3 Prozent und SPD mit 12,1 Prozent.

Die bisherige CDU/SPD-Koalition verlor damit ihre Mehrheit. Das nun angestrebte BĂŒndnis aus Linke, GrĂŒnen und SPD hĂ€tte 91 Sitze im Abgeordnetenhaus und damit 14 mehr als die absolute Mehrheit.

Eine Koalition aus CDU, GrĂŒnen und SPD kĂ€me dagegen nur auf zwei Sitze mehr als die absolute Mehrheit.

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Der Abschluss der Sondierungen markiert in Berlin den Übergang von unverbindlichen GesprĂ€chen zu einem formellen innerparteilichen Entscheidungsprozess. Eine Koalition aus Linke, GrĂŒnen und SPD wĂ€re rechnerisch deutlich stabiler als das ebenfalls mögliche BĂŒndnis aus CDU, GrĂŒnen und SPD.

Die MehrheitsverhĂ€ltnisse spiegeln das Wahlergebnis vom 20. September wider: Die Linke wurde stĂ€rkste Kraft, wĂ€hrend die SPD ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl erzielte. Trotzdem wĂ€re sie fĂŒr beide naheliegenden DreierbĂŒndnisse als Regierungspartei relevant.

Antisemitismus-ErklÀrung als politische Voraussetzung

Besondere Bedeutung hat die VerstĂ€ndigung zum Umgang mit antisemitischen VorfĂ€llen in den Reihen der Linken. Sanktionen bis hin zum Fraktionsausschluss sollen verhindern, dass innerparteiliche Konflikte die Zusammenarbeit mit GrĂŒnen und SPD belasten.

Ob aus den Sondierungen tatsĂ€chlich Koalitionsverhandlungen und spĂ€ter eine Regierung entstehen, hĂ€ngt nun von den Parteigremien ab. Die GrĂŒnen entscheiden am Montag, die Linke am 31. Oktober; fĂŒr die SPD steht der Entscheidungstermin noch nicht fest. Ein Start der Koalitionsverhandlungen Anfang November ist damit möglich, aber an die Zustimmung aller drei Parteien gebunden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

rbb24: „Berliner GrĂŒne wollen Montag ĂŒber KoalitionsgesprĂ€che ...“ (17.10.2026)

Der Beitrag habe die Sondierungen als weit fortgeschritten beschrieben und den anstehenden Parteitag der GrĂŒnen in den Mittelpunkt gestellt. Damit bestĂ€tige er den nĂ€chsten Entscheidungsschritt, wĂ€hrend die dpa-Meldung den Abschluss der GesprĂ€che und die unterschiedlichen Verfahren aller drei Parteien zusammenfasse.

Deutschlandfunk: „Fortlaufende Nachrichten vom 17. Oktober 2026“ (17.10.2026)

Der NachrichtenĂŒberblick habe zusĂ€tzlich eine innerparteiliche Distanzierung der Linken von Vanessa Emde aufgegriffen. Dieser Schwerpunkt ergĂ€nzt den dpa-Fokus auf die abgeschlossenen Sondierungen und zeigt, dass neben den formalen Parteientscheidungen auch innerparteiliche Fragen offen bleiben.

Einigkeit besteht ĂŒber den Abschluss der Sondierungsphase und die anstehenden Parteientscheidungen. Unterschiede liegen vor allem bei der Gewichtung innerparteilicher Konflikte und der Frage, wie belastbar die geplante Zusammenarbeit politisch bereits ist.

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