Berlin-Wahl 2026, Rot-GrĂŒn-Rot

Berlin: Rot-GrĂŒn-Rot rĂ€umt Hindernis fĂŒr Sondierungen aus dem Weg

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 09:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

SPD, GrĂŒne und Linke haben sich in Berlin auf ein Handlungspaket fĂŒr den Umgang mit antisemitischen VorfĂ€llen verstĂ€ndigt. Damit ist ein zentrales Hindernis fĂŒr SondierungsgesprĂ€che ĂŒber eine mögliche rot-grĂŒn-rote Landesregierung aus dem Weg gerĂ€umt.

Linke-Fraktionschefin Elif Eralp (l) traf sich mit einer Delegation ihrer Partei bereits dreimal mit Vertretern von GrĂŒnen und SPD. Heute steht das nĂ€chste GesprĂ€ch an.  - Bild: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Linke-Fraktionschefin Elif Eralp (l) traf sich mit einer Delegation ihrer Partei bereits dreimal mit Vertretern von GrĂŒnen und SPD. Heute steht das nĂ€chste GesprĂ€ch an. - Bild: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Zweieinhalb Wochen nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus haben sich Linke, GrĂŒne und SPD auf ein Handlungspaket zum Umgang mit antisemitischen VorfĂ€llen verstĂ€ndigt und damit den Weg fĂŒr SondierungsgesprĂ€che ĂŒber eine mögliche Regierungsbildung freigemacht.

Antisemitismus als zentrale HĂŒrde

Die Vereinbarung greift nach Informationen aus Parteikreisen im Fall antisemitischer VorfĂ€lle. Eine VerstĂ€ndigung ĂŒber den Umgang mit Antisemitismus war zuvor als zentrale Voraussetzung fĂŒr den Beginn von Sondierungen festgelegt worden.

Regierungsbildung nach der Wahl

Mit den Sondierungen beginnt zunĂ€chst die PrĂŒfung, ob die drei Parteien eine gemeinsame politische Grundlage fĂŒr eine spĂ€tere Koalition finden können. In diesem Stadium werden wesentliche Interessen und mögliche Konfliktfelder abgesteckt; formelle Koalitionsverhandlungen folgen erst danach.

Linke stÀrkste Kraft

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus war die Linke stĂ€rkste Kraft geworden. Sie strebt gemeinsam mit GrĂŒnen und SPD eine Regierungsbildung unter ihrer FĂŒhrung an.

Voraussetzung fĂŒr den nĂ€chsten Schritt

Die Einigung betrifft eine zentrale politische HĂŒrde nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl. Sondierungen dienen dazu, gemeinsame Schwerpunkte und die grundsĂ€tzliche Möglichkeit einer spĂ€teren Koalition auszuloten. Erst danach wĂŒrden formelle Koalitionsverhandlungen ĂŒber konkrete Ressorts und ein Regierungsprogramm beginnen.

Der Umgang mit Antisemitismus ist dabei nicht nur eine innerparteiliche Frage. FĂŒr SPD und GrĂŒne geht es zugleich um die politische Abgrenzung von antisemitischen, rassistischen und kriminellen Strukturen sowie um die GlaubwĂŒrdigkeit einer möglichen Landesregierung beim Schutz jĂŒdischen Lebens. Die Debatte war durch VorwĂŒrfe gegen Teile der Berliner Linken und VorgĂ€nge im Umfeld des Wahlkampfs verschĂ€rft worden.

Mehrheiten und politische Folgen

Die Linke war bei der Wahl am 20. September mit 25,7 Prozent stĂ€rkste Kraft geworden. Die bisherige CDU-SPD-Koalition verlor ihre Mehrheit. Ein rot-grĂŒn-rotes BĂŒndnis ist deshalb eine naheliegende Option, aber weiterhin von weiteren GesprĂ€chen ĂŒber Haushalt, Sicherheit, Verkehr, Bildung und Klimaschutz abhĂ€ngig.

FĂŒr die Berlinerinnen und Berliner bedeutet die VerstĂ€ndigung zunĂ€chst vor allem, dass die Regierungsbildung in die nĂ€chste Phase eintreten kann. Ob daraus tatsĂ€chlich eine stabile Koalition entsteht, hĂ€ngt von den inhaltlichen GegensĂ€tzen und der Zustimmung der Parteigremien ab. Auch alternative Mehrheiten bleiben politisch relevant.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesspiegel: „Einigung beim Thema Antisemitismus steht bevor: Linke, GrĂŒne und SPD steuern in Berlin auf Sondierungen zu“ (07.10.2026)

Der Bericht schreibe, nach drei VorgesprĂ€chen zeichne sich eine gemeinsame Linie zum Umgang mit Antisemitismus ab. Er hebe zugleich hervor, dass letzte Details noch geklĂ€rt werden sollten und die Parteien ein Ergebnis fĂŒr den Donnerstag angekĂŒndigt hĂ€tten.

tagesschau: „Berlin Linke, GrĂŒne und SPD beenden VorgesprĂ€che zu Sondierungen ohne Ergebnis“ (07.10.2026)

Der Bericht habe den Zwischenstand nach dem dritten Treffen beschrieben, bei dem noch kein Ergebnis bekanntgegeben worden sei. Er bestÀtige, dass Antisemitismus sowie der Umgang mit Rassismus und organisierter KriminalitÀt zentrale Themen seien, setze den Schwerpunkt aber stÀrker auf die zuvor langen und ergebnislosen GesprÀche.

MedienĂŒbergreifend werde damit bestĂ€tigt, dass die VerstĂ€ndigung ĂŒber den Umgang mit Antisemitismus die Voraussetzung fĂŒr Sondierungen gewesen sei. Unterschiede bestĂŒnden vor allem beim Zeitpunkt der Darstellung: WĂ€hrend ein Bericht die bevorstehende Einigung betont habe, habe der andere den noch offenen Stand nach dem dritten Treffen hervorgehoben.

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