Berlin-Wahl 2026, Rot-Grün-Rot

Berlin-Umfrage: 42 Prozent lehnen Rot-Grün-Rot ab

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 10:35 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Eine bundesweite Befragung zeigt ein gespaltenes Bild zur möglichen Berliner Landesregierung. Besonders groß ist der Rückhalt bei Linken- und Grünen-Anhängern, während die Zustimmung im SPD-Lager deutlich niedriger ausfällt.

Umfrage: Rot-Grün-Rot in Berlin bei Deutschen unbeliebt
Berliner Abgeordnetenhaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Eine mögliche rot-grün-rote Koalition in Berlin stößt bei den Deutschen auf mehr Ablehnung als Zustimmung. Im aktuellen „Spiegel“-Ipsos-Politikmonitor lehnten 42 Prozent der Befragten eine Regierung aus SPD, Grünen und Linken ab, während 37 Prozent einem solchen Bündnis zustimmten.

Mehr Ablehnung als Zustimmung

Auf die Aussage, SPD und Grüne sollten in Berlin mit der Linken eine Regierung bilden, stimmten 31 Prozent überhaupt nicht und weitere 11 Prozent eher nicht zu. 18 Prozent befürworteten die Regierungsbildung voll und ganz, 19 Prozent eher; neun Prozent äußerten sich unentschieden.

Die mögliche Koalition würde von der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp geführt. Die Linke war aus der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus Mitte September als klare Siegerin hervorgegangen und strebt ein Bündnis mit Grünen und SPD an.

SPD-Anhänger deutlich zurückhaltender

Bei den Anhängern der Linken lag die Zustimmung zu Gesprächen über Rot-Grün-Rot bei 79 Prozent, bei den Grünen bei 78 Prozent. Unter den SPD-Anhängern befürworteten dagegen 46 Prozent ein solches Bündnis.

Auch in den übrigen Lagern blieb die Zustimmung begrenzt: Bei den BSW-Wählenden lag sie bei 38 Prozent, in der CDU-Anhängerschaft bei 26 Prozent. Von den FDP-Anhängern konnten sich 16 Prozent eine rot-grün-rote Regierung vorstellen, bei den AfD-Anhängern waren es sieben Prozent.

Antisemitismusvorwürfe belasten Gespräche

Die Parteien zögern wegen Antisemitismusvorwürfen gegen die Linke. Die Koalitionsgespräche werden dadurch zusätzlich belastet, während die politischen Lager die Perspektive eines linken Regierungsbündnisses unterschiedlich bewerten.

Ipsos befragte im Auftrag des „Spiegel“ vom 30. September bis zum 4. Oktober bundesweit 2.002 Menschen.

Die Umfrage fällt in eine Phase, in der die Berliner Regierungsbildung nach der Wahl vom 20. September politisch offen ist. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, während CDU, Grüne und SPD deutlich dahinter lagen. Die bisherige CDU-SPD-Koalition verlor dadurch ihre Mehrheit. Für die Linke eröffnet das Ergebnis zwar den Anspruch auf die Führung einer Regierung, für ein Bündnis mit Grünen und SPD reicht der Wahlsieg allein jedoch nicht aus.

Koalitionssuche unter Vorbehalt

Im Zentrum der Gespräche stehen Antisemitismus, der Umgang mit Rassismus und Fragen zur Organisierten Kriminalität. Grüne und SPD machen eine gemeinsame politische Linie in diesen Punkten zur Voraussetzung für formelle Sondierungen. Damit wird die mögliche Koalition nicht nur an Mehrheiten, sondern auch an politischen und institutionellen Mindeststandards gemessen.

Die Umfragewerte zeigen eine deutliche gesellschaftliche Polarisierung: Insgesamt liegt die Zustimmung mit 37 Prozent unter der Ablehnung von 42 Prozent. Besonders groß ist der Gegensatz zwischen den Anhängern von Linken und Grünen auf der einen sowie SPD, CDU, FDP und AfD auf der anderen Seite. Für die SPD ist der vergleichsweise niedrige Rückhalt unter ihren eigenen Anhängern politisch relevant, weil sie als möglicher Partner über die Regierungsbildung mitentscheidet.

Bedeutung für Berlin

Für die Berlinerinnen und Berliner bleibt damit offen, ob die stärkste Kraft tatsächlich die nächste Regierung anführen kann. Scheitern die Gespräche, gewinnen alternative Bündnisse an Bedeutung. Bis zu einer Einigung dürfte deshalb nicht nur die inhaltliche Verständigung, sondern auch die innerparteiliche Zustimmung bei SPD und Grünen entscheidend sein.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

rbb24: „Linke, Grüne und SPD beenden Vorgespräche zu Sondierungen ohne Ergebnis“ (07.10.2026)

Der Beitrag beschreibt die nach drei Treffen weiterhin offene Regierungsbildung und nennt Antisemitismus, Rassismus sowie Organisierte Kriminalität als zentrale Streitpunkte. Anders als die Umfrage konzentriert sich der Artikel auf den Stand der Gespräche und die fehlende Verständigung der Parteien.

tagesschau: „Berlin: Linke, Grüne und SPD beenden Vorgespräche zu Sondierungen ohne Ergebnis“ (07.10.2026)

Die Meldung bestätigt, dass die drei Parteien nach dem dritten Treffen noch kein Ergebnis vorgelegt hatten. Im Schwerpunkt stehen dort die Wahlergebnisse und die möglichen Mehrheitsverhältnisse; damit ergänzt sie die Umfrage um den parlamentarischen Rahmen der Koalitionssuche.

Übergreifend besteht Einigkeit darüber, dass die Linke stärkste Kraft wurde und Rot-Grün-Rot politisch angestrebt wird. Offen bleiben die inhaltliche Verständigung über zentrale Konfliktthemen und die Bereitschaft von SPD und Grünen, ein Bündnis unter Führung der Linken einzugehen.

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