ZDK-Automobildialog, ElektromobilitÀt

ZDK-Automobildialog zur ElektromobilitÀt: Transformation braucht VerlÀsslichkeit

30.04.2024 - 15:24:29

Berlin - "Wir wollen elektrisch - aber wie?" Mit dieser Frage beschĂ€ftigte sich der 22. Automobildialog des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). "Voll elektrisch" lautet die Devise der Bundesregierung, bis 2030 sollen 15 Millionen E-Pkw in Deutschland fahren. Alle scheinen startklar fĂŒr den Aufbruch in die vollelektrische MobilitĂ€t, doch nach dem Förderaus stockt der Verkauf von Elektrofahrzeugen.

Die Parlamentarischen StaatssekretĂ€re Daniela Kluckert (FDP) und Michael Kellner (BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen) diskutierten unter Moderation von ZDK-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Kurt-Christian Scheel ĂŒber das Ende des Umweltbonus. Daniela Kluckert hĂ€lt die Entscheidung fĂŒr schwierig, aber wegen der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nötig. Manchmal mĂŒsse man schmerzhafte Eingriffe machen. Sie hob hervor, dass Menschen, die ElektromobilitĂ€t nutzen, in der Regel mit einem Eigenheim, einer Garage oder einer Lademöglichkeit am Arbeitsplatz, sehr zufrieden damit seien. Der nĂ€chste Game-Changer sei nun das bidirektionale Laden. In den StĂ€dten funktioniere E-MobilitĂ€t fĂŒr viele Menschen noch nicht. Es brauche bezahlbare Fahrzeuge, den Ausbau der Ladeinfrastruktur und der Netze.

Auch Michael Kellner betonte, man könne nicht dauerhaft subventionieren, fĂŒgte aber hinzu, dass ein sukzessives Auslaufen des Umweltbonus besser gewesen wĂ€re. Der Förderstopp sei aber alternativlos gewesen. Dennoch ist er optimistisch: "Mit der bis Ende 2030 geltenden Befreiung von der Kfz-Steuer fördern wir den Kauf von E-Autos. Mit Maßnahmen im Bereich der FuE-Förderung unterstĂŒtzen wir die Entwicklung effizienter Fahrzeuge und die Transformation der Automobilwirtschaft. Mit diesen Maßnahmen und der UnterstĂŒtzung der Menschen vor Ort in den AutohĂ€usern und -WerkstĂ€tten bin ich sehr zuversichtlich, dass wir den Hochlauf der ElektromobilitĂ€t langfristig erfolgreich gestalten werden."

In einer zweiten Runde beteiligten sich unter der Moderation von JĂŒrgen Hasler, ZDK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Politik, Dr. Christoph Ploß (CDU), Thomas Lutze (SPD) sowie Belinda Erkner, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Erkner-Autohausgruppe und Wolfgang WĂŒllhorst, Leiter des Fuhrparkmanagements der Berliner Stadtreinigung (BSR).

Ploß merkte an, das Vertrauen in die E-MobilitĂ€t sei so gering wie lange nicht mehr, der Schaden sei massiv und werde den Ausbau der ElektromobilitĂ€t noch lange belasten. Dies sei kein Wunder, wenn man den Umweltbonus ĂŒber Nacht streiche. Ein Leitmarkt fĂŒr ElektromobilitĂ€t brauche verlĂ€ssliche Planung. Er sprach sich dafĂŒr aus, Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in die Transformation zu stecken.

"Wir drehen uns seit Dezember letzten Jahres im Kreis. Wir brauchen schnell eine Lösung, sonst hat sich das Thema erledigt", so Thomas Lutze (SPD). Man mĂŒsse rasch Rahmenbedingungen schaffen und konsequent bleiben und sich Gedanken machen, wie man den Kauf von E-Autos besser fördern könne, 45.000 Euro fĂŒr eine Mittelklasseauto seien zu viel. Automobilindustrie und Gesetzgeber mĂŒssten hier an einem Strang ziehen.

Belinda Erkner berichtete von ihrem Schock bei der Nachricht vom Förderstopp im Dezember 2023. Erkner thematisierte die hohen Betriebsinvestitionen in Technik und Ausbildung. Sie will junge Leute in Richtung ElektromobilitÀt steuern, auch in dem Bereich in Zukunft wartungs- und reparaturbedingt mit 25 Prozent weniger Gewinn zu rechnen sei als bei Verbrennerfahrzeugen.

"Ich muss meine Mitarbeiter mitnehmen", erklĂ€rte Wolfgang WĂŒllhorst. Bei der Arbeit dĂŒrfen keine LeistungseinschrĂ€nkungen spĂŒrbar werden. Elektro-Nutzfahrzeuge liefen deutlich ruhiger und sind damit ein angenehmerer Arbeitsplatz. Aber Transformation mĂŒsse durch eine positive Einstellung und auch wirtschaftlich unterstĂŒtzt werden. Das gerate ins Stocken, man brauche nun VerlĂ€sslichkeit aus der Politik.

GrundsĂ€tzlich waren sich die Diskutanten einig, dass die CO2-Ziele nur mit einem Mix aus verschiedenen Technologien und unter Einbeziehung des Fahrzeugbestandes erreicht werden. Geld fĂŒr Förderprogramme und den Ausbau der Ladeinfrastruktur gĂ€be es aus den Einnahmen aus dem CO2-Preis im Verkehrssektor mit knapp 8 Milliarden Euro pro Jahr, ergĂ€nzte ZDK-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Hasler.

Pressekontakt:

Stefan Meyer
Referent fĂŒr Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 030 2593-0677
E-Mail: [email protected]

Original-Content von: ZDK Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/580a19

@ presseportal.de