Berlin-Wahl, Die Linke

Berliner Abgeordnetenhauswahl: Linke gewinnt mit 25,7 Prozent

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 01:58 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Linke geht aus der Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 Prozent als klar stärkste Kraft hervor, während CDU, AfD, Grüne und SPD deutlich dahinter folgen. Mehrere kleinere Parteien bleiben klar unter der Fünf-Prozent-Hürde, sammeln aber spürbare Stimmenanteile.

Endergebnis: Linke gewinnt Berlin-Wahl
Linken-Wahlparty am 20.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Linke hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus klar gewonnen und ist mit 25,7 Prozent stärkste Kraft in der Hauptstadt. In der Nacht zu Montag wurde das vorläufige amtliche Endergebnis veröffentlicht, das ein deutlich verändertes Kräfteverhältnis im Landesparlament erkennen lässt.

CDU verliert Führungsrolle, AfD und Grüne im Mittelfeld

Hinter der Linken folgt die bisher regierende CDU mit 18,8 Prozent und verliert damit ihre Spitzenposition. Die AfD erreicht 16,3 Prozent, die Grünen kommen auf 14,3 Prozent und bleiben damit deutlich hinter der Linken zurück. Die SPD erzielt 12,1 Prozent und gehört damit ebenfalls zum Feld der Parteien, die im Rennen um die Regierungsbildung künftig auf Koalitionspartner angewiesen sind.

BSW und FDP klar unter fünf Prozent

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verfehlt mit 4,7 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde, ebenso die FDP mit 2,5 Prozent. Beide Parteien bleiben damit deutlich hinter den etablierten Kräften zurück und hätten nach dem vorläufigen Endergebnis keinen Anspruch auf Sitze im Abgeordnetenhaus. Unter den kleineren Parteien erreichen die Tierschutzpartei und Volt jeweils 2,1 Prozent.

Stimmen für Satire- und Kleinstparteien

Die Satire-Partei „Die Partei" kommt auf 0,7 Prozent, die Partei der Fortschrittlichen (PdF) auf 0,3 Prozent. ÖPD, DKP und „Die Urbane" verbuchen jeweils 0,1 Prozent und bleiben damit klar im Promillebereich. Ebenfalls Stimmen, aber rechnerisch gerundet dennoch 0,0 Prozent, erhalten SGP, Heimat und B*. Diese Kleinstparteien bleiben damit ohne Aussicht auf einen Parlamentseinzug, tragen jedoch zu einer weiteren Ausdifferenzierung des politischen Spektrums bei.

Der Ausgang der Berliner Abgeordnetenhauswahl mit einer deutlich stärkeren Linken verändert die politische Statik in der Hauptstadt. Mit 25,7 Prozent liegt die Partei klar vor der bisherigen Regierungspartei CDU und kann in künftigen Koalitionsgesprächen als zentrale Gestaltungskraft auftreten. Für die bisher dominierenden Kräfte in Berlin bedeutet das Ergebnis eine spürbare Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse nach links.

Verschobenes Kräfteverhältnis im Parteiensystem

Die Ergebnisse zeigen ein fragmentiertes Parteiensystem, in dem sechs Parteien zweistellige oder hohe einstellige Werte erzielen und mehrere kleinere Formationen additiv beachtliche Stimmenanteile binden. CDU, AfD, Grüne und SPD liegen mit relativ engen Abständen hinter der Linken, was die Bildung klarer Mehrheiten erschwert und Koalitionsmodelle über klassische Zweierbündnisse hinaus nahelegt. Der deutliche Abstand der Linken eröffnet Spielräume sowohl für linke als auch für breite Bündnisse, etwa mit Grünen und SPD.

Rolle der Kleinparteien und Koalitionsoptionen

Bemerkenswert ist, dass BSW und FDP klar unter der Fünf-Prozent-Hürde bleiben und damit voraussichtlich nicht im Abgeordnetenhaus vertreten wären. Zugleich erreichen Kleinparteien wie Tierschutzpartei, Volt und mehrere sehr kleine Gruppierungen zusammen einen relevanten Anteil, ohne eigenständige Fraktionsstärke zu erlangen. Für die Regierungsbildung heißt das: Die Mehrheiten müssen aus den sieben stärksten Kräften jenseits der Fünf-Prozent-Hürde geformt werden. Für Berlinerinnen und Berliner steht damit eine Phase intensiver Sondierungen an, in der sich entscheidet, ob die neue stärkste Kraft ein klar linkspolitisches Projekt umsetzen kann oder ob ein breiter, über Parteigrenzen hinweg ausgehandelter Kompromisskurs entsteht.

Disclaimer...

de | politik | 70140252 |