Berliner SPD, Steffen Krach

Berliner SPD-Chef Krach hält trotz Emde an Koalitionskurs fest

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 11:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der Berliner SPD-Landeschef Steffen Krach weist einen Konflikt mit Lars Klingbeil zurück. Zugleich macht er die weitere Mitgliedschaft Vanessa Emdes in der Linksfraktion zu einer Bedingung für seine Koalitionsempfehlung.

Koalitionsfrage und Fraktionsstatus

  • Lars Klingbeil warnte am Vortag vor einer Regierung mit antisemitischen Linken.
  • Steffen Krach sprach von regelmäßigem Austausch mit dem Bundes-SPD-Chef.
  • Krach verwies auf Gespräche über eine mögliche Verhandlungspause bis zu Em des Austritt.
Steffen Krach (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Krach bekräftigt SPD-Linie zu Berliner Koalition

Der Berliner SPD-Chef Steffen Krach sieht keinen Dissens mit Bundesparteichef Lars Klingbeil über Antisemitismus oder eine mögliche Koalition mit der Berliner Linken. Klingbeil hatte am Vortag vor einer Regierung mit antisemitischen Linken gewarnt.

Keine Zusammenarbeit mit Antisemiten

„Wir sind da einer Meinung. Wir wollen nicht mit Antisemiten und wir werden auch nicht mit Antisemiten zusammenarbeiten“, sagte Krach dem Fernsehsender „Welt“. Auch die Linken-Spitzenfrau Elif Eralp vertrete diese Position, erklärte er.

Emde bleibt Streitpunkt

Krach verwies auf einen Beschluss des Fraktionsvorstands der Linken, wonach es keine Arbeitsgrundlage mehr mit der Palästina-Aktivistin Vanessa Emde gebe. Emde ist nach seinen Angaben weiterhin Mitglied der Linksfraktion.

Der SPD-Landeschef sagte, er könne seiner Partei keine Koalition empfehlen, solange Emde der Fraktion angehöre. Über eine Verhandlungspause bis zu einem Austritt sei in der Berliner SPD intensiv gesprochen worden.

SPD will Koalitionsfrage offenhalten

Gleichzeitig warnte Krach davor, die politische Arbeit der Stadt von einer einzelnen Person abhängig zu machen. Er gehe davon aus, dass die Linke möglichst schnell Konsequenzen ziehen werde.

Giffey widerspricht Krach

Die Einwände der noch amtierenden Wirtschaftssenatorin und früheren Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey gegen eine rot-grün-rote Koalition bezeichnete Krach als normale innerparteiliche Auseinandersetzung. Giffey mache als Wirtschaftssenatorin gute Arbeit, sagte er.

Die Debatte über die Koalitionsfrage werde in einer Partei mit 18.000 Mitgliedern auch in den kommenden Monaten geführt, so Krach.

Der Streit um Vanessa Emde berührt die zentrale Voraussetzung der geplanten Regierungsbildung in Berlin: die Frage, ob SPD und Grüne mit der Linkspartei verhandeln und regieren können, solange eine umstrittene Abgeordnete Mitglied ihrer Fraktion bleibt. Steffen Krach versucht, diese Frage von einem grundsätzlichen Konflikt über Antisemitismus zu trennen. Seine Position lautet zugleich, dass eine Zusammenarbeit mit Antisemiten ausgeschlossen sei und die Linke mit dem Umgang mit Emde eine Voraussetzung für weitere Gespräche klären müsse.

Für die Berliner SPD entsteht daraus ein Spannungsverhältnis zwischen programmatischer Zusammenarbeit und innerparteilicher Geschlossenheit. Krach verweist auf die Verantwortung, in der Hauptstadt politische Vorhaben voranzubringen, will aber seiner Partei keine Koalition empfehlen, solange Emde der Linksfraktion angehört. Damit bleibt die Personalfrage ein möglicher Prüfstein für die Verhandlungen über Rot-Grün-Rot.

Entscheidung der Linken bleibt zentral

Die Debatte ist auch deshalb relevant, weil die Linksfraktion nach Krachs Darstellung bereits eine fehlende Arbeitsgrundlage mit Emde festgestellt hat, ohne dass daraus bislang ein Fraktionsaustritt folgte. Für die nächsten Schritte kommt es deshalb darauf an, ob die Linke ihre interne Position in eine konkrete Entscheidung übersetzt. Solange das offenbleibt, dürfte die Koalitionsfrage die Berliner Landespolitik weiter prägen und andere Sachthemen überlagern.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Kein Ende der Debatte über umstrittene Abgeordnete in Sicht“ (04.11.2026)

Der Beitrag ordnet die anhaltende Debatte um Vanessa Emde ein und stellt heraus, dass die Diskussion innerhalb der Berliner Linken weiter andauert. Damit bestätigt er den offenen Charakter der Personalfrage, setzt den Schwerpunkt jedoch stärker auf den innerparteilichen Entscheidungsprozess.

taz: „Diskussion um Vanessa Emde: Neukölln nimmt es gelassen“ (05.11.2026)

Die taz berichtet über die Reaktionen in Emdes Wahlkreis und verweist auf Krachs frühere Bedingung für eine Koalition mit der Linken. Anders als die aktuelle politische Auseinandersetzung rückt der Beitrag die lokale Perspektive in den Mittelpunkt.

Gemeinsam ist den Beiträgen, dass Emde die Koalitionsgespräche weiterhin belastet. Unterschiede liegen vor allem im Schwerpunkt: Während n-tv die offene Entscheidung der Linken betont, betrachtet die taz die Debatte aus Sicht des Bezirks Neukölln.

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