Verkehrsverbund-Chefin, Verkehrssenatorin

Verkehrsverbund-Chefin soll neue Verkehrssenatorin werden

03.05.2024 - 12:46:02

Berlins Regierungschef Wegner hat wegen einer PlagiatsaffĂ€re eine seiner wichtigsten Mitstreiterinnen verloren. Nun ist eine Nachfolgerin fĂŒr Senatorin Schreiner gefunden.

Drei Tage nach dem RĂŒcktritt von Berlins Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) im Zuge einer PlagiatsaffĂ€re ist eine Nachfolgerin gefunden. Neue Senatorin fĂŒr MobilitĂ€t, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt - so die offizielle Bezeichnung - soll die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB), Ute Bonde, werden. Das teilte der Regierende BĂŒrgermeister Kai Wegner (CDU) mit. Vereidigt werden soll Bonde demnach bei der nĂ€chsten Sitzung des Abgeordnetenhauses am 23. Mai.

Die 57-jĂ€hrige Christdemokratin Bonde ist seit Mai 2023 GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des VBB. Davor war die studierte Juristin viele Jahre bei den Berliner Verkehrsbetrieben, von 2019 bis 2023 war sie dort Prokuristin. Auch in der Verwaltung sammelte sie Erfahrungen: Von 1995 bis 2005 arbeitete Bonde in der Senatsverwaltung fĂŒr Finanzen, anschließend vier Jahre in der Wirtschaftsverwaltung.

Auswahl als Signal?

Ihre Nominierung könnte auch als Signal zu verstehen sein, dass es Wegner und sein schwarz-roter Senat ernst meinen mit dem Ausbau des ÖPNV und mit mehr Klimaschutz. Denn Kritiker warfen ihm und der bisherigen Senatorin Schreiner vor, nach den BemĂŒhungen der rot-grĂŒn-roten VorgĂ€ngerregierung um eine ökologische Verkehrswende wieder stĂ€rker Politik fĂŒr das Auto zu machen.

Schreiner hatte am vergangenen Dienstag nach einem Jahr im Amt um Entlassung aus dem schwarz-roten Senat gebeten. Die 46-jĂ€hrige Juristin zog damit die Konsequenzen aus dem Entzug ihres Doktortitels. Die UniversitĂ€t Rostock hatte diesen Schritt mit dem Ausmaß nicht ausreichend gekennzeichneter TextĂŒbernahmen in Schreiners Dissertation aus dem Jahr 2007 begrĂŒndet. Schreiner selbst betonte, an keiner Stelle vorsĂ€tzlich getĂ€uscht oder betrogen zu haben. «Als Privatperson werde ich deshalb gegen diese Entscheidung der FakultĂ€t Widerspruch einlegen.»

Schreiners PlagiatsaffĂ€re war nicht der erste einer prominenten Berliner Politikerin. Auch die damalige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey - spĂ€ter Regierende BĂŒrgermeisterin und jetzt Wirtschaftssenatorin in Berlin - war 2021 nach dem Entzug ihres Doktortitels von ihrem Amt in der Bundesregierung zurĂŒckgetreten.

@ dpa.de