Stark-Watzinger, Unis

Stark-Watzinger: Unis sollen gegen Antisemitismus vorgehen

04.05.2024 - 04:59:12

Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger fordert UniversitÀten zu entschiedenem Handeln gegen Antisemitismus auf, nachdem in Deutschland propalÀstinensische Proteste zugenommen haben.

Angesichts weltweit zunehmender propalĂ€stinensischer Proteste hat Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger UniversitĂ€ten zu konsequentem Vorgehen gegen Antisemitismus aufgefordert. «Das Ausmaß an Israel- und Judenhass an zahlreichen westlichen UniversitĂ€ten ist unertrĂ€glich. Die massiven Ausschreitungen der vergangenen Tage mĂŒssen uns eine Mahnung und Warnung sein», sagte die FDP-Politikerin der «Rheinischen Post». 

Auch an Hochschulen in Deutschland sei es seit dem 7. Oktober zu israel- und judenfeindlichen Aktionen gekommen, sagte Stark-Watzinger. Hier seien der Rechtsstaat, aber auch die Hochschulleitungen gefordert. «Sie mĂŒssen konsequent von ihrem Hausrecht Gebrauch machen, und auch eine Exmatrikulation muss in besonders schweren FĂ€llen möglich sein.»

Antisemitismusbeauftragter befĂŒrchtet antiisraelische Proteste

Der PrĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, warnte davor, dass sich Proteste, wie in den USA, auch auf deutsche Hochschulen ausweiten könnten. «Meine grĂ¶ĂŸte Sorge ist, dass die VerhĂ€ltnisse, die wir den USA sehen, sich auch in Deutschland zeigen werden, da viele Gruppen international vernetzt sind», sagte Schuster der «Rheinischen Post». JĂŒdische Studenten seien in Deutschland bereits seit vielen Monaten in hohem Maße von Antisemitismus betroffen, und das habe bei ihnen ein extremes UnsicherheitsgefĂŒhl hervorgerufen. 

HÀufig mangle es «am Erkennen und am Umgang von und mit antisemitischen Umtrieben unter Studenten und Lehrenden, sowie meist auch an den richtigen Instrumenten, um gegen die Treiber dieser Entwicklung vorzugehen», sagte Schuster.

Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, zeigte sich besorgt. Er beobachte an den deutschen Hochschulen «eine aggressive anti-israelische Stimmung», die auch antisemitisch motiviert sei, sagte er der «Rheinischen Post». «Wir haben zwar nicht die Dimensionen erreicht, die in den USA zu beklagen sind. Aber eine antisemitische Grundhaltung ist leider weit verbreitet und kann sehr schnell zu einer Eskalation fĂŒhren.»

@ dpa.de