Millionen, Menschen

Politik lĂ€sst 17 Millionen Menschen allein / Deutsche Rheuma-Liga fordert bessere Versorgung fĂŒr Rheuma-Betroffene

16.01.2025 - 12:58:09

Bonn - Die Deutsche Rheuma-Liga fordert von der kommenden Bundesregierung mehr RĂŒckendeckung fĂŒr Menschen mit Rheuma. Ganz besonders drĂ€ngend ist aus Sicht des Selbsthilfeverbandes ein schnellerer Zugang zur fachĂ€rztlichen Behandlung und der Erhalt des Bewegungsangebots "Funktionstraining". "VersorgungslĂŒcken und der Mangel an spezialisierten FachkrĂ€ften fĂŒhren auch im Jahr 2025 oft zu vermeidbaren GelenkschĂ€den und FunktionseinschrĂ€nkungen", mahnt Rotraut Schmale-Grede, PrĂ€sidentin der Rheuma-Liga, "Schon die letzte Bundesregierung hat rund 17 Millionen Rheuma-Betroffenen in Deutschland vertröstet. Ich frage Sie: Wie lange sollen wir das noch hinnehmen?"

Mehr internistische Rheumatologen gefordert

"Ein schneller Zugang zu spezialisierten FachĂ€rzten ist entscheidend fĂŒr den Verlauf rheumatischer Erkrankungen", betont Schmale-Grede. "FrĂŒhzeitige, fachgerechte Behandlung erhöht die Chancen, die Krankheit zum Stillstand zu bringen und schwere VerlĂ€ufe mit Folgeerkrankungen und Behinderungen zu verhindern." Um diese VersorgungslĂŒcke zu schließen, fordert die Rheuma-Liga die Zahl der niedergelassenen Rheumatologinnen und Rheumatologen auf 1.400 internistische Rheumatologinnen und Rheumatologen zu erhöhen. Neben der Aufstockung der Behandler fordert der Selbsthilfeverband auch eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen. "Die Zahl der internistisch-rheumatologischen LehrstĂŒhle an den UniversitĂ€ten muss erhöht werden. Angehende Ärztinnen und Ärzte mĂŒssen bereits im Studium mehr ĂŒber Rheumatologie lernen", erklĂ€rt Schmale-Grede.

Funktionstraining sichern

Die Rheuma-Liga macht zudem auf die Bedeutung des Funktionstrainings aufmerksam, das fĂŒr viele Rheuma-Betroffene lebensnotwendig ist. Durch den RĂŒckgang der SportstĂ€tten in den Kommunen ist das spezielle Training fĂŒr die vielen Rheuma-Betroffenen jedoch oftmals gefĂ€hrdet. Laut einer aktuellen Studie der Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KFW) sind in mehr als der HĂ€lfte der befragten Gemeinden, StĂ€dte und Kreise die Sportangebote aufgrund des schlechten baulichen Zustands der Infrastruktur zumindest gelegentlich ausgefallen und in einer von fĂŒnf Kommunen sind einzelne SportstĂ€tten sogar komplett geschlossen worden. "Der Verlust dieser Angebote fĂŒhrt bei vielen Patientinnen und Patienten zu noch stĂ€rkeren Schmerzen und EinschrĂ€nkungen." Deshalb fordert die Rheuma-Liga von der Politik, dass die Infrastruktur fĂŒr funktionelles Training erhalten bleibt. "BĂ€der und geeignete RĂ€ume mĂŒssen auch in Zukunft zur VerfĂŒgung stehen, damit Menschen mit rheumatischen Erkrankungen die notwendige Bewegung durchfĂŒhren können", appelliert Schmale-Grede.

Umsetzung des Aktionsplans dringender denn je

"Die Rheuma-Liga setzt sich im kommenden Wahlkampf und der darauffolgenden Phase der Regierungsbildung mit allen zur VerfĂŒgung stehenden KrĂ€ften fĂŒr die Verbesserung der Versorgung und der LebensqualitĂ€t von Menschen mit Rheuma ein. In unserem Aktionsplan 2025 haben wir alle Forderungen gegenĂŒber den sozial- und gesundheitspolitisch verantwortlichen KrĂ€ften zusammengefasst. Lassen Sie Menschen mit Rheuma nicht allein. Die notwendigen medizinischen BedĂŒrfnisse von 17 Millionen Menschen dĂŒrfen nicht einfach hinten runterfallen", mahnt Rotraut Schmale-Grede.

Über die Deutsche Rheuma-Liga

Die Deutsche Rheuma-Liga ist die grĂ¶ĂŸte Selbsthilfeorganisation im Gesundheitsbereich fĂŒr Menschen mit rheumatischen Erkrankungen. Der Verband informiert und berĂ€t Betroffene, bietet praktische Hilfen und unterstĂŒtzt Forschungsprojekte zu rheumatischen Erkrankungen. Mit rund 270.000 Mitgliedern setzt sich die Rheuma-Liga fĂŒr die Interessen rheumakranker Menschen in der Gesundheits- und Sozialpolitik ein.

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