Gesundheitspolitik und Sicherheitspolitik in einem Atemzug: Ministerien stÀrken gemeinsam VerteidigungsfÀhigkeit
13.05.2026 - 17:29:57 | presseportal.de
Eine resiliente Gesundheitsversorgung ist keine nachgeordnete Aufgabe der Verteidigung - sie ist gesamtstaatliche Aufgabe. Mit dieser Ăberzeugung gab es am 13. Mai 2026 gleich zwei hochrangige Besuche aus Bundesministerien zum Austausch mit dem Zentralen SanitĂ€tsdienst und seinen FĂŒhrungseinrichtungen. Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen SanitĂ€tsdienstes der Bundeswehr, empfing StaatssekretĂ€rin Katja Kohfeld aus dem Bundesministerium fĂŒr Gesundheit beim UnterstĂŒtzungskommando der Bundeswehr in Bonn, um ĂŒber Gesundheitssicherstellung im Krisenfall und Arzneimittelversorgung zu beraten. In Koblenz besuchten die Parlamentarischen StaatssekretĂ€re Dr. Georg Kippels aus dem Bundesministerium fĂŒr Gesundheit und Sebastian Hartmann aus dem Bundesministerium der Verteidigung parallel bei Generalstabsarzt Dr. Johannes Backus den gröĂten Standort des Zentralen SanitĂ€tsdienst der Bundeswehr - mit dem Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, dem Multinational Medical Coordination Centre - Europe sowie dem BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz.
Gesundheit und Sicherheit: Zwei Ressorts, eine Aufgabe
Sicherheitspolitik und Gesundheitsversorgung werden in der öffentlichen Debatte oft getrennt gedacht. Dass das zu kurz greift, macht die enge zivil-militĂ€rische Verzahnung in der Gesundheitsversorgung sowie Deutschlands Verantwortung innerhalb des BĂŒndnisses deutlich.
Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer StaatssekretĂ€r bei der Bundesministerin fĂŒr Gesundheit
"Eine enge zivil-militĂ€rische Zusammenarbeit ist unverzichtbar. Die vorhandenen Strukturen sind leistungsfĂ€hig. Was fehlt, ist der verbindliche rechtliche Rahmen, der ihre Aktivierung im Krisenfall regelt. Das neue Gesundheitssicherstellungsgesetz ist daher keine Formalie - es ist eine sicherheitspolitische Notwendigkeit. Es muss klar regeln, wer steuert und wer welche Befugnisse und welche Aufgaben hat. Jetzt kommt es darauf an, diese Strukturen auf Bundesebene, in den LĂ€ndern und bei den Leistungserbringern verbindlich zu verankern. Das ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, der wir uns als Bundesministerium fĂŒr Gesundheit mit einem Gesundheitssicherstellungsgesetz stellen wollen. Wir arbeiten daher auch mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren wie dem Bundesministerium der Verteidigung und dem SanitĂ€tsdienst der Bundeswehr eng zusammen. DafĂŒr danke ich ausdrĂŒcklich."
Der Besuch in Koblenz bestĂ€tigte fĂŒr den Parlamentarischen StaatssekretĂ€r Sebastian Hartmann, was sicherheitspolitisch lĂ€ngst gilt: Ein leistungsfĂ€higer SanitĂ€tsdienst ist untrennbar verbunden mit der VerteidigungsfĂ€higkeit Deutschlands und der Rolle im BĂŒndnis.
Sebastian Hartmann, Parlamentarischer StaatssekretÀr beim Bundesminister der Verteidigung
"Deutschland ĂŒbernimmt seine Rolle im BĂŒndnis mit Ăberzeugung - mit dem Ziel, die medizinische Resilienz gemeinsam mit unseren VerbĂŒndeten zu stĂ€rken. Das Bundesministerium der Verteidigung steht fest an der Seite des SanitĂ€tsdienstes: Wir stĂ€rken den Zentralen SanitĂ€tsdienst der Bundeswehr in einem ersten Schritt durch mehr als 3.000 neue Dienstposten."
Bonn: Wenn Arzneimittelversorgung zur Sicherheitsfrage wird
Im Mittelpunkt des Austauschs beim UnterstĂŒtzungskommando der Bundeswehr in Bonn standen die Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung in Krise und Krieg. Dabei wurden MaĂnahmen zur StĂ€rkung resilienter Liefer- und Versorgungsstrukturen erörtert, um so möglichen EngpĂ€ssen bei essenziellen Arzneimitteln und Medizinprodukten frĂŒhzeitig entgegenzuwirken. Einigkeit bestand in der Bedeutung des Aufbaus eines ressortĂŒbergreifenden Lagebildes hierzu. Dieses ist Grundvoraussetzung fĂŒr eine koordinierte Steuerung militĂ€rischer und ziviler KapazitĂ€ten im Ernstfall.
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen SanitÀtsdienstes der Bundeswehr
"Wir haben bei der Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung in Krise und Krieg belastbare Konzepte fĂŒr die StreitkrĂ€fte entwickelt. Zugleich ist klar: Als logistische Drehscheibe hat Deutschland im Verteidigungsfall besondere Verantwortung auch fĂŒr unsere VerbĂŒndeten und Partner. DafĂŒr mĂŒssen medizinische Ressourcen, Arzneimittel und Medizinprodukte sicher und verlĂ€sslich verfĂŒgbar sein. Eine kriegstĂŒchtige SanitĂ€tsmateriallogistik lĂ€sst sich nur gesamtstaatlich organisieren - durch die Bundeswehr, Bundesministerien, LĂ€nder, Industrie und zivile Leistungserbringer gemeinsam. FĂŒr die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium fĂŒr Gesundheit danke ich ausdrĂŒcklich."
Struktur und Zusammenarbeit: Was der SanitÀtsdienst heute leistet
Generalstabsarzt Dr. Johannes Backus, Kommandeur des Kommandos Gesundheitsversorgung der Bundeswehr
"Auf die Gesundheitsversorgung der Bundeswehr ist Verlass und sie funktioniert, weil wir Prozesse, Strukturen und Fachkompetenz konsequent weiterentwickeln und auf Zusammenarbeit ausgerichtet haben: innerhalb der Bundeswehr, mit zivilen Partnern und mit unseren VerbĂŒndeten. Gesundheitsversorgung in Frieden, Krise und Krieg ist eine gesamtstaatliche Aufgabe - gesamtgesellschaftlich getragen, ressortĂŒbergreifend organisiert. Im NATO-Artikel-5-Szenario mĂŒssen wir mit bis zu 1.000 Verwundeten, Verletzten und Erkrankten pro Tag rechnen. MilitĂ€rische und zivile VersorgungskapazitĂ€ten mĂŒssen im Ernstfall nahtlos ineinandergreifen. Der gemeinsame Besuch der Parlamentarischen StaatssekretĂ€re Hartmann und Dr. Kippels setzt in bewegten Zeiten ein starkes Signal der Politik."
Ăber das UnterstĂŒtzungskommando der Bundeswehr
Der UnterstĂŒtzungsbereich der Bundeswehr sichert die FunktionsfĂ€higkeit der StreitkrĂ€fte - im Frieden, im Krieg und bei der Abwehr hybrider Bedrohungen. Er umfasst die unterstĂŒtzenden und von allen in den StreitkrĂ€ften gebrauchten FĂ€higkeiten der Bundeswehr. Zum UnterstĂŒtzungsbereich der Bundeswehr gehören die sanitĂ€tsdienstliche Versorgung, die Logistik, das FeldjĂ€gerwesen samt Wachbataillon, die ABC-Abwehr, die Zivil-MilitĂ€rische Zusammenarbeit, das Planungsamt der Bundeswehr und das StreitkrĂ€fteamt. Mit rund 55.000 Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeitenden gewĂ€hrleistet er die DurchhaltefĂ€higkeit der Truppe. Damit ist er ein entscheidender Faktor fĂŒr die VerteidigungsfĂ€higkeit.
Ăber das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr
Das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr mit Sitz in der Falckenstein-Kaserne in Koblenz ist seit dem 1. April 2025 als Teil des UnterstĂŒtzungsbereichs Fach- und FĂŒhrungskommando des Zentralen SanitĂ€tsdienstes der Bundeswehr. Es verantwortet drei Kommandobereiche: Ambulante Versorgung, SanitĂ€tsakademie der Bundeswehr und Klinische Versorgung - ein umfassendes Gesundheitssystem fĂŒr die StreitkrĂ€fte mit seinen ca. 25.000 Mitarbeitenden in mehr als 150 Standorten. Das Kommando Gesundheitsversorgung ist dem UnterstĂŒtzungskommando der Bundeswehr in Bonn unterstellt.
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UnterstĂŒtzungskommando der Bundeswehr
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