Borussia Mönchengladbach trennt sich nach Fehlstart von Trainer Eugen Polanski
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 13:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte hat Borussia Mönchengladbach Cheftrainer Eugen Polanski freigestellt und den nÀchsten Trainerwechsel innerhalb weniger Jahre eingeleitet.
Gladbach trennt sich nach 0:5 von Polanski
Einen Tag nach dem 0:5 beim SC Freiburg, in dem die Borussia wie ein Abstiegskandidat auftrat, zogen die Verantwortlichen des Traditionsklubs die Konsequenzen und trennten sich von Polanski. Die Mannschaft steht nach drei Spieltagen ohne Punkt da und wirkt verunsichert. Die sportliche FĂŒhrung sprach von guten AnsĂ€tzen in der Vorbereitung, sah in den Leistungen in der Bundesliga jedoch keinen Fortschritt und reagierte mit der Freistellung.
Lichte ĂŒbernimmt zunĂ€chst â Fans machen Druck
Co-Trainer Jan-Moritz Lichte ĂŒbernimmt die Profimannschaft zunĂ€chst interimsweise. Der Entschluss zur Trennung hatte sich bereits rund um das Spiel in Freiburg angedeutet, als Sportchef Rouven Schröder ein klares Bekenntnis zu Polanski vermied. Auch der Trainer selbst wirkte vorbereitet auf einen möglichen Abschied. Von den RĂ€ngen ertönten in Freiburg deutliche âWir haben die Schnauze vollâ-Rufe, die den Unmut der AnhĂ€nger ĂŒber den erneuten Fehlstart dokumentierten.
Trainerkarussell seit 2021 und anhaltende Probleme
Die Freistellung folgt den ĂŒblichen Mechanismen der Branche, löst aber die tieferliegenden Probleme des Vereins bislang nicht. Seit dem Abschied von Marco Rose im Sommer 2021 haben bereits Adi HĂŒtter, Daniel Farke und Gerardo Seoane die Mannschaft betreut, bevor Polanski im Amt war. Seoane musste in der Vorsaison ebenfalls nach drei Partien gehen. Trotz zahlreicher KaderverĂ€nderungen bleiben instabile Defensivleistungen, EinbrĂŒche bei WiderstĂ€nden und eine nicht klar erkennbare FĂŒhrungsstruktur zentrale Themen.
GroĂer Umbruch und verletzungsgeplagte Mannschaft
Nach der enttĂ€uschenden Vorsaison auf Rang zwölf hatte Schröder im Sommer einen umfassenden Umbau eingeleitet und den Kader sowie das Trainerteam stark verĂ€ndert, statt den Cheftrainer zu ersetzen. Elf neue Spieler sollten fĂŒr Aufbruchstimmung und eine Saison ohne Abstiegssorgen sorgen. Die RĂŒckkehr von KapitĂ€n Tim Kleindienst nach langer Verletzungpause galt als zusĂ€tzlicher HoffnungstrĂ€ger.
KapitÀn in der Kritik und weitere AusfÀlle
Die Hoffnung hat sich nicht erfĂŒllt. Kleindienst irritierte mit scharfer öffentlicher Kritik an Mitspielern, ohne selbst sportlich zu ĂŒberzeugen. In Freiburg schwĂ€chte er sein Team zusĂ€tzlich durch eine Gelb-Rote Karte. Dazu kommen derzeit fĂŒnf teils schwer verletzte Profis, die den ohnehin fragilen Kader weiter ausdĂŒnnen. Polanskis Nachfolger steht damit vor zahlreichen Baustellen, die von der Stabilisierung der Defensive ĂŒber die Entwicklung einer FĂŒhrungsstruktur bis zur Integration der NeuzugĂ€nge reichen.
LĂ€nderspielpause als kurze Atempause â Suche nach Nachfolger lĂ€uft
Nach der kommenden Partie gegen den FSV Mainz 05 folgt eine lĂ€ngere Unterbrechung aufgrund von LĂ€nderspielen. Der neue Trainer hĂ€tte damit zumindest etwas zusĂ€tzlichen Spielraum, um die Mannschaft kennenzulernen und erste Anpassungen vorzunehmen. Noch ist offen, wer das Amt ĂŒbernehmen wird. Als mögliche Kandidaten werden unter anderem Ole Werner, Horst Steffen, Alexander Blessin und Christian Eichner genannt, die jeweils unterschiedliche Profile und Erfahrungen mitbringen. Die Entscheidung der VereinsfĂŒhrung könnte fĂŒr den weiteren Verlauf der Saison und die Zukunftsausrichtung der Borussia entscheidend werden.
Trainerwechsel als Symptom tieferer Strukturprobleme
Die Trennung von Eugen Polanski nach nur drei Bundesligaspielen fĂŒgt sich in eine mittlerweile chronische Unruhe auf der Gladbacher Trainerbank ein. Seit dem Abschied von Marco Rose im Sommer 2021 hat Borussia Mönchengladbach vier Cheftrainer verschlissen, zwei davon bereits nach drei Partien. Diese hohe Fluktuation deutet auf strukturelle Probleme hin, die ĂŒber die Person des Trainers hinausgehen. Wiederkehrende Themen sind eine anfĂ€llige Defensive, fehlende StabilitĂ€t bei RĂŒckschlĂ€gen und eine nicht klar erkennbare FĂŒhrungsstruktur innerhalb der Mannschaft.
Drucklage im Verein und sportliche Ausgangsposition
Der schlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte mit drei Niederlagen ohne Punkt und das 0:5 in Freiburg haben den Handlungsdruck auf Sportchef Rouven Schröder deutlich erhöht. Die Mannschaft wirkte dabei wie ein Abstiegskandidat, was den Begriff von der âtaumelndenâ Borussia unterstreicht. Gleichzeitig steht Schröder fĂŒr einen weitreichenden Kaderumbau mit elf ZugĂ€ngen und einem erneuerten Trainerteam, dessen Wirkung bislang ausbleibt. Die Verletzungsmisere mit derzeit fĂŒnf AusfĂ€llen und die Rotsperre fĂŒr KapitĂ€n Tim Kleindienst verstĂ€rken die sportliche Schieflage zusĂ€tzlich und erschweren den Neustart unter einem neuen Coach.
Ausblick auf Trainersuche und Bedeutung fĂŒr Fans
Die anstehende LĂ€nderspielpause bietet dem kĂŒnftigen Trainer zwar etwas Zeit zur Arbeit mit der Mannschaft, doch die Ausgangsbasis bleibt schwierig: fehlendes Selbstvertrauen, hoher Erwartungsdruck und eine zunehmend ungeduldige AnhĂ€ngerschaft, die ihren Frust bereits laut artikuliert hat. Die genannten Kandidaten aus dem Trainerkarussell zeigen, dass der Verein zwischen Erfahrung, regionaler Verwurzelung und Entwicklungspotenzial abwĂ€gen muss. FĂŒr die Fans und den Klub geht es nicht nur um kurzfristige Ergebnisse, sondern um die Frage, ob es gelingt, eine stabile sportliche Linie und eine funktionierende Mannschaftshierarchie zu etablieren, die ĂŒber die nĂ€chste Trainerpersonalie hinaus Bestand hat.
