Naturkatastrophen richten 131 Milliarden Dollar Schaden an
29.07.2025 - 08:13:20Dies waren nach Analyse des RĂŒckversicherers Munich Re DE0008430026 die zweithöchsten SchĂ€den in der ersten JahreshĂ€lfte seit 1980 und erheblich mehr als im langjĂ€hrigen Schnitt. Allein die Feuer in Kalifornien richteten im Januar SchĂ€den von rund 53 Milliarden Dollar an. Laut Munich Re war dies die teuerste Brandkatastrophe aller Zeiten. Die meisten Menschenleben forderte mit 4.500 Toten das Erdbeben in Myanmar am 28. MĂ€rz.
Steigende Temperaturen erhöhen Unwettergefahr
Die Geowissenschaftler des Dax DE0008469008-Konzerns gehen davon aus, dass wetterbedingte Naturkatastrophen wegen der globalen ErwĂ€rmung hĂ€ufiger auftreten als in frĂŒheren Jahrzehnten und zudem heftiger ausfallen. Europa kam nach Analyse der Munich Re mit GesamtschĂ€den von rund fĂŒnf Milliarden vergleichsweise glimpflich davon.
Die USA wurden besonders hart getroffen. Abgesehen von den WaldbrÀnden in und um Los Angeles bildeten sich zahlreiche schwere Unwetter und Tornados, so dass sich die GesamtschÀden in den Vereinigten Staaten am Ende auf 92 Milliarden Dollar summierten, 70 Prozent der weltweiten Gesamtsumme.
"Steigende SchĂ€den aus Wetterkatastrophen sind die neue NormalitĂ€t", sagte Tobias Grimm, der Chefklimatologe des MĂŒnchner Dax-Konzerns. "Das Grundrauschen wird lauter. Es sind nicht immer die groĂen Katastrophen, die hohe SchĂ€den verursachen, auch die vielen Unwetter zahlen ein."
In Nordamerika prallen warme und kalte Luft ungebremst aufeinander
In dieser Hinsicht ist Nordamerika ohnehin besonders gefĂ€hrdet, die NaturkatastrophenschĂ€den sind dort quasi traditionell höher als in anderen Erdteilen. "Die gröĂte Tornado-Dichte herrscht in den USA", sagte Grimm. "Aufgrund der Lage des Kontinents prallen sehr hĂ€ufig sehr kalte und sehr warmfeuchte Luftmassen aufeinander." Wenn tropisch warme und sehr feuchte Luft aus dem Golf von Mexiko nach Norden ströme und ungebremst auf kalte Luftmassen aus Kanada treffe, entwickelten sich schwere Unwetter. "Diesen Kontrast der Luftmassen gibt es sonst in dieser Form weltweit nirgends."
Keine Entwarnung fĂŒr Europa
Ungeachtet der vergleichsweise niedrigen SchĂ€den könne die Munich Re auch fĂŒr Europa keine Entwarnung geben, sagte Grimm. "Es war GlĂŒck, dass es in den ersten sechs Monaten keine groĂen Wetterkatastrophen gab." Zwar seien lokale Unwetter niedergegangen - "aber nicht wie 2024, als Europa gebeutelt war von vielen Ăberschwemmungen, insbesondere Mitteleuropa".
Tauender Permafrost erhöht die Gefahr in den Alpen
Ein Naturereignis fiel aber auch in Europa aus dem Rahmen: Der Fels- und Eissturz im Schweizer Kanton Wallis, der Ende Mai das Dorf Blatten nahezu vollstĂ€ndig verschĂŒttete und 130 HĂ€user zerstörte, geschĂ€tzter Gesamtschaden eine halbe Milliarde Dollar. "Die alpinen Klimarisiken sind bekannt, aber sie waren bisher nicht so sehr auf dem öffentlichen Radar", betonte Grimm. Der Klimawandel bewirkt demnach, dass der Permafrost in groĂen Höhen zurĂŒckgeht. "Dadurch lockern sich die Felsen. Auch auf diese Gefahr mĂŒssen wir uns in Zukunft verstĂ€rkt einstellen."
Von den 131 Milliarden Euro globaler GesamtschĂ€den waren laut Munich Re 80 Milliarden versichert. Beide Zahlen lagen demnach inflationsbereinigt ganz erheblich ĂŒber den Durchschnittswerten der vergangenen Jahrzehnte. So bezifferte die Munich Re den DreiĂig-Jahres-Durchschnitt auf 79 Milliarden Dollar. Nur im Jahr 2011 waren demnach die SchĂ€den in einem ersten Halbjahr noch höher, damals ausgelöst durch das verheerende Erdbeben in Japan und den folgenden Tsunami.

