Angriff, Bahnnetz

Angriff auf Bahnnetz schockt Frankreich vor Olympia

26.07.2024 - 13:39:00

BrandanschlĂ€ge auf die Bahn und das auch noch wenige Stunden vor dem grĂ¶ĂŸten Sportereignis der Welt: Den Start fĂŒr Olympia hatte sich Frankreich wohl anders vorgestellt. Vieles ist noch unklar.

  • Die Sicherheitsmaßnahmen an Bahnhöfen wurden verstĂ€rkt. - Foto: Mark Baker/AP

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  • Massive ZugausfĂ€lle und VerspĂ€tungen werden wohl das ganze Wochenende andauern. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

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  • Die Reparaturen laufen auf Hochtouren. - Foto: Denis Charlet/AFP/dpa

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Die Sicherheitsmaßnahmen an Bahnhöfen wurden verstĂ€rkt. - Foto: Mark Baker/APMassive ZugausfĂ€lle und VerspĂ€tungen werden wohl das ganze Wochenende andauern. - Foto: Sebastian Kahnert/dpaDie Reparaturen laufen auf Hochtouren. - Foto: Denis Charlet/AFP/dpa

Angriffe auf das französische Bahnnetz haben kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele fĂŒr Chaos und BeeintrĂ€chtigungen gesorgt. Unbekannte hatten in der Nacht auf Freitag an verschiedenen Orten BrandsĂ€tze an Anlagen der Bahn gelegt und damit die ohnehin große Angst vor AnschlĂ€gen in Frankreich befeuert.

Der geschĂ€ftsfĂŒhrende französische Premierminister Gabriel Attal sprach von «koordinierten Sabotageakten». Auch der Chef der französischen Staatsbahn SNCF, Jean-Pierre Farandou, hĂ€lt es fĂŒr einen geplanten Akt, da die Taten an Gabelungen von Gleisen stattgefunden hĂ€tten. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Untersuchungen eingeleitet. Die genauen HintergrĂŒnde der Tat sind allerdings noch unklar. Laut SNCF gab es BrandschlĂ€ge auf drei Achsen: der Ost-Achse, die von Paris nach Straßburg fĂŒhrt; der Nord-Achse, auf der unter anderem der Eurostar in Richtung Ärmelkanal und London fĂ€hrt und der Atlantik-Achse von Paris Richtung SĂŒdwesten. Laut SNCF wurde eine Tat auf der SĂŒdost-Achse verhindert. Demnach fanden die AnschlĂ€ge in Courtalain, Croisilles und Pagny-sur-Moselle statt.

Urlauber und Olympiafans könnten viel Geduld brauchen

Die Auswirkungen auf das französische Schienennetz sind gravierend und werden wohl das ganze Wochenende bemerkbar sein. Nach Angaben der französischen Bahn mĂŒssen sich 800.000 Menschen auf Störungen und ZugausfĂ€lle einstellen. Jeder zweite Zug nach Osten, nach Norden und jeder vierte Schnellzug in Richtung Bordeaux sei betroffen, kĂŒndigte der geschĂ€ftsfĂŒhrende Verkehrsminister Patrice Vergriete an. 

Auch auf der Route zum Stade de France im Norden von Paris - wo Rugbyspiele und die Leichtathletik-WettkÀmpfe stattfinden - geht aktuell nichts. Allerdings hielten sich direkte EinschrÀnkungen auf die sportlichen Events zunÀchst in Grenzen, weil am Freitag kein Training und kein Wettkampf auf dem Olympiaprogramm steht.

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass die AnschlĂ€ge kaum nennenswerte Auswirkungen auf den Zugverkehr in Deutschland haben. Allerdings könnte es zu Behinderungen bei ZĂŒgen kommen, die von oder nach Straßburg oder Paris unterwegs seien. 

IOC hat keine Sicherheitsbedenken

Von den Olympia-Organisatoren gibt es bislang noch keine Informationen, ob die VorfĂ€lle Einfluss auf die Eröffnungsfeier am Abend haben. IOC-PrĂ€sident Thomas Bach zeigte sich allerdings nicht beunruhigt. «Wir haben volles Vertrauen in die französischen Behörden», sagte der PrĂ€sident des Internationalen Olympischen Komitees. Alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen seien getroffen worden. Die französischen Behörden wĂŒrden zudem von 180 weiteren Geheimdiensten aus der ganzen Welt unterstĂŒtzt, erklĂ€rte Bach.

Die Spiele in Paris werden mit einer pompösen Show auf der Seine offiziell eröffnet. Dabei sollen rund 45.000 SicherheitskrÀfte im Einsatz sein.

Vor den Olympischen Spielen haben Polizei und MilitĂ€r ihre PrĂ€senz in Paris massiv verstĂ€rkt. Frankreich hatte im MĂ€rz die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Ende Mai vereitelten Ermittler PlĂ€ne fĂŒr einen islamistischen Terroranschlag auf ein Fußballspiel wĂ€hrend der Olympischen Spiele.

@ dpa.de