Woidke kritisiert Ampel und will Planbarkeit bei der Stromversorgung
09.03.2024 - 14:35:39"Der hĂ€ufige Streit in der Ampel-Koalition ist nicht förderlich. Ich wĂŒnsche mir mehr Klarheit und Nachvollziehbarkeit von der Bundesregierung bei wichtigen Entscheidungen", sagte Woidke der "Welt am Sonntag". "Sicherheit und StabilitĂ€t im Regierungshandeln bringt auch Sicherheit und StabilitĂ€t in der Wirtschaft in Deutschland. Und genau das brauchen wir jetzt."
Woidke kritisierte, das Bundeswirtschaftsministerium schaffe bislang keine Planbarkeit mit Blick auf die Stromversorgung und die Strompreise in der Zukunft. "Wir mĂŒssen endlich wissen, woher der Strom in den kommenden Jahren genau kommen soll", sagte der Regierungschef. "Nur wenn wir darĂŒber Bescheid wissen, können wir ermessen, wie hoch die Strompreise sind, welche Belastungen auf die energieintensive Industrie zukommen und wo wir gegebenenfalls mit Steuererleichterungen der Industrie beispringen mĂŒssen. Bis heute gibt es leider keine klaren Ansagen des Wirtschaftsministers dazu."
Zudem forderte der MinisterprĂ€sident die Union auf, die Blockade des Wachstumschancengesetzes aufzugeben. "Die Wirtschaftslage in Deutschland ist zu ernst fĂŒr dieses Spiel", sagte Woidke. "Wo bleibt die staatspolitische Verantwortung, auf die sich Friedrich Merz sonst so viel zugutehĂ€lt? Mich ĂŒberrascht, dass Merz jetzt den Lafontaine gibt, der in letzten Regierungsjahren Helmut Kohls darauf setzte, alle MaĂnahmen der Regierung zum Scheitern zu bringen - und damit dem Land schadete."
PlĂ€ne der Ampel-Regierung, mit einem Wachstumschancengesetz die Stagnation in der deutschen Wirtschaft zu ĂŒberwinden, scheiterten bisher am Widerstand der Unionsparteien im Bundesrat. GesprĂ€che im Vermittlungsausschuss von LĂ€nderkammer und Bundestag konnten die Blockade Ende Februar nicht beenden.
Um ArbeitsplĂ€tze und Wohlstand zu erhalten, brĂ€uchten die Unternehmen schnellstens Investitionssicherheit, betonte Woidke. "Das Land befindet sich in einem gigantischen Transformationsprozess, in dem es zur Stunde keineswegs klar ist, ob es uns gelingt, groĂe Teile der deutschen Industrie, wie die Stahlindustrie, die chemische Industrie, die Glasindustrie, kurz, die energieintensive Industrie in Deutschland am Leben zu erhalten."

