Lula, Scholz

Lula und Scholz beharren auf EU-Mercosur-Handelsabkommen

04.12.2023 - 17:32:18

Brasiliens PrĂ€sident Lula da Silva und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) haben ihre Absicht bekrĂ€ftigt, am geplanten Freihandelsabkommen zwischen der sĂŒdamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur und der EuropĂ€ischen Union festzuhalten.

"Wir setzen uns nachdrĂŒcklich dafĂŒr ein, dass das Abkommen nun finalisiert wird", sagte Scholz am Montag in Berlin im Rahmen der deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen. Nach Ansicht von Lula wĂ€re es "unvernĂŒnftig", nach all der Zeit nicht an dem Vorhaben festzuhalten.

Auch den französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron werde man diesbezĂŒglich noch umstimmen können. "Ich bin ein heißblĂŒtiger Mensch, ich gebe nicht auf", so der PrĂ€sident Brasiliens. Die Situation im Nahen Osten stand ebenfalls auf der Tagesordnung: Man mĂŒsse sich weiter fĂŒr den Frieden einsetzen, so Lula. Die Zivilbevölkerung in Gaza zahle aktuell den Preis fĂŒr die grauenhaften Taten der Hamas. Kritik Ă€ußerte Brasiliens PrĂ€sident an der Rolle der Vereinten Nationen: Besonders die stĂ€ndigen Mitglieder des Sicherheitsrates wĂŒrden ihrer Verantwortung, fĂŒr Frieden zu sorgen, in keiner Weise gerecht. "Man kann nur ĂŒber Frieden diskutieren, wenn man sich an den Verhandlungstisch setzt", so Lula. Der einzige Weg, Frieden zu schaffen, sei eine Zweistaatenlösung. Er habe jedoch den Eindruck, dass man von einer solchen Lösung weit entfernt sei. Er bedaure die anhaltende Gewalt in der Region zutiefst. "Die Probleme werden dann gelöst sein, wenn die UN ihre Mechanismen Ă€ndert", so Lula. DafĂŒr sei eine Reform der Organisation unausweichlich. Bundeskanzler Scholz stimmte der ReformbedĂŒrftigkeit der Vereinten Nationen zu: "Wir brauchen eine Reform der internationalen Institutionen." Gemeinsam habe man dies im Rahmen der G4 schon lange gefordert. Besonders die LĂ€nder des globalen SĂŒdens seien unterreprĂ€sentiert, so der SPD-Politiker. Einig seien sich Deutschland und Brasilien zudem in der Verurteilung des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. "Es kann nicht akzeptiert werden, dass ein Land sein Nachbarland ĂŒberfallt, um sich einen Teil des Territoriums oder das ganze Territorium anzueignen", so Scholz. Die deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen fanden am Montag zum ersten Mal seit acht Jahren statt. Bei dem Treffen, an dem neben Scholz und Lula auch mehrere Minister teilnahmen, standen zahlreiche bilaterale, wirtschafts- und finanzpolitische Themen auf der Tagesordnung. Dabei wurden auch mehrere Vereinbarungen unterzeichnet, unter anderem zur Wiederaufforstung von RegenwĂ€ldern.

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