BrĂŒssel dringt auf schĂ€rfere Kontrollen fĂŒr chinesische HĂ€ndler Temu und Shein
Veröffentlicht am: 05.02.2025 um 11:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie BrĂŒsseler Behörde schlĂ€gt vor, eine BearbeitungsgebĂŒhr fĂŒr Pakete von OnlinehĂ€ndlern wie Temu und Shein einzufĂŒhren. Ziel sei es, die Kosten fĂŒr Zollbehörden auszugleichen, die durch die enorme Menge solcher Sendungen entstehen.
Laut EU-Kommission wurden im vergangenen Jahr rund 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert unter 22 Euro in die EU importiert. Aufgrund der rasant wachsenden Zahl solcher Sendungen erwĂ€gt die Kommission unter anderem eine BearbeitungsgebĂŒhr fĂŒr direkt an Verbraucher gelieferte E-Commerce-Waren, um die Kosten fĂŒr die Zoll- und MarktĂŒberwachung auszugleichen.
Abschaffung der Zollbefreiung fĂŒr Sendungen unter 150 Euro
Ein zentraler Punkt der geplanten Reform ist die Abschaffung der bisherigen Zollbefreiung fĂŒr Sendungen unter 150 Euro. Diese Freigrenze will die Kommission schon seit langem abschaffen. Dies könnte etwa auch fĂŒr OnlinemarktplĂ€tze wie Amazon US0231351067 oder Etsy gelten. Damit soll sichergestellt werden, dass alle HĂ€ndler - unabhĂ€ngig von ihrem Standort - die gleichen Wettbewerbsbedingungen haben. ZusĂ€tzlich plant die EU verstĂ€rkte Kontrollen und koordinierte MaĂnahmen, um den Verkauf unsicherer oder nicht EU-konformer Produkte zu verhindern.
Neben verschĂ€rften ZollmaĂnahmen soll der Schutz der Verbraucher verbessert werden. Dazu gehören strengere Durchsetzungsmechanismen fĂŒr Online-MarktplĂ€tze sowie der verstĂ€rkte Einsatz digitaler Tools zur ĂberprĂŒfung der Produktsicherheit. Die Kommission ruft die Mitgliedstaaten dazu auf, gemeinsam mit ihr diese MaĂnahmen umzusetzen und regelmĂ€Ăig ihre Wirksamkeit zu ĂŒberprĂŒfen.
Handelsverband spricht von einem wichtigen Schritt
Der Handelsverband Deutschland bewertet die PlĂ€ne der EU positiv. Die EuropĂ€ische Kommission habe einen wichtigen Schritt gemacht, um im Wettbewerb mit Plattformen und Handelsunternehmen aus Drittstaaten fĂŒr einen fairen Wettbewerb zu sorgen, sagte der stellvertretende HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stephan Tromp. "Anbieter wie Temu und Shein dĂŒrfen nicht lĂ€nger ungeschoren mit RegelbrĂŒchen davonkommen." Zugleich warnt der HDE vor zusĂ€tzlichen bĂŒrokratischen Belastungen fĂŒr europĂ€ische HĂ€ndler.
