Landkreistag, Corona-Kommission

Ärztekammer und Landkreistag fordern Corona-Kommission

09.04.2025 - 07:27:28

BundesĂ€rztekammer (BÄK) und Deutscher Landkreistag (DLT) haben an Schwarz-Rot appelliert, sich in den Koalitionsverhandlungen auf eine Aufarbeitung der Corona-Politik zu verstĂ€ndigen.

"Die AufklĂ€rung ist die Politik all jenen schuldig, die unter den Maßnahmen gelitten und unter UmstĂ€nden sogar Schaden genommen haben", sagte BÄK-PrĂ€sident Klaus Reinhardt der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". Aber man brauche sie auch, um bei der nĂ€chsten Pandemie nicht dieselben Fehler zu wiederholen. "FĂŒr mich steht außer Frage, dass die Pandemie nachtrĂ€glich umfassend aufgearbeitet werden muss", sagte unterdessen DLT-PrĂ€sident Achim Brötel. "Wenn es uns ein zweites Mal erwischen sollte, können und mĂŒssen wir aber klĂŒger sein. Daher muss jetzt analysiert werden, was damals gut, was weniger gut und was vielleicht sogar schlecht war." In der Verhandlungsgruppe zur Gesundheitspolitik stand die Corona-Aufarbeitung in eckigen Klammern, ist also noch nicht von Union und SPD vereinbart.

Seit den Zwischenergebnissen ist nichts zum Thema aus den GesprĂ€chen herausgedrungen. "Die nĂ€chste Pandemie kann jederzeit kommen", sagte Brötel der NOZ weiter. "Ja, es ist noch nicht einmal auszuschließen, dass der Einsatz extrem ansteckender Viren womöglich sogar bewusst auch als Waffe im Rahmen einer hybriden KriegsfĂŒhrung gegen uns eingesetzt wird." Das mache es umso dringlicher, aus den Fehlern der Corona-Politik zu lernen. Auch zur Form der Aufarbeitung Ă€ußerten sich die beiden PrĂ€sidenten. "Einen Untersuchungsausschuss braucht es dafĂŒr sicher nicht. Das klingt schon wieder so sehr nach Vorwurf und Anklage", so Brötel. "Um die richtigen SchlĂŒsse zu ziehen und das Land besser zu wappnen, braucht es aber objektiven Sachverstand und das möglichst aus verschiedenen Disziplinen. Eine Enquete- oder Expertenkommission, die dem Bundestag berichtet, erschiene mir insofern als der richtige Weg." BÄK-PrĂ€sident Reinhardt sagte: Den offenen Fragen sollte eine Expertenkommission des neuen Bundestages nachgehen, der im Wesentlichen nicht Virologen und Modellierer, sondern Ärzte aus der unmittelbaren Patientenversorgung, Soziologen, PĂ€dagogen und Vertreter weiterer gesellschaftliche Prozesse reflektierender Disziplinen angehören sollten.

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