Werbeverboten, UnterstĂŒtzung

Özdemir erhĂ€lt bei Werbeverboten UnterstĂŒtzung aus der Wirtschaft

13.12.2023 - 13:01:36

Bundesagrarminister Cem Özdemir (GrĂŒne) bekommt im Streit um geplante WerbebeschrĂ€nkungen fĂŒr ungesunde Lebensmittel UnterstĂŒtzung aus der Wirtschaft.

Sowohl der Discounter Lidl als auch der Lebensmittelhersteller Danone halten Özdemirs Vorstoß, an Kinder gerichtete Werbung fĂŒr zu sĂŒĂŸe, zu salzige und zu fette Lebensmittel einzuschrĂ€nken, grundsĂ€tzlich fĂŒr richtig. Dass Özdemir dabei nicht nur Kindersendungen, sondern auch das Abendprogramm im Fernsehen einbeziehen möchte, stĂ¶ĂŸt bei Danone auf Zustimmung: "FußballlĂ€nderspiele oder Shows, die im Abendprogramm laufen, werden oft von der ganzen Familie gesehen", sagte ein Unternehmenssprecher dem "Tagesspiegel".

Werbung fĂŒr ungesunde Lebensmittel, die sich offensichtlich an Kinder richte, "sollte daher auch in diesen Programmen verboten werden". Allerdings mĂŒsse die Werbung fĂŒr solche Produkte weiter erlaubt sein, wenn die Adressaten Erwachsene sind. Lidl erklĂ€rte auf Anfrage, man begrĂŒĂŸe grundsĂ€tzlich das Ziel des Agrarministeriums, "an Kinder adressierte Werbung fĂŒr ungesunde Artikel zu reglementieren". Man bewerbe bereits seit MĂ€rz keine ungesunden Lebensmittel mehr an Kinder. Ausgenommen seien jedoch Saisonartikel zu Weihnachten, Ostern und Halloween. Die VerbĂ€nde der Lebensmittelproduzenten, Markenartikelhersteller und die Werbewirtschaft hingegen lehnen Özdemirs PlĂ€ne weiterhin ab, genauso wie die FDP. "Die VorschlĂ€ge des ErnĂ€hrungsministeriums gehen an der Sache vorbei", sagte der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Gero Hocker, dem "Tagesspiegel". Im Koalitionsvertrag sei vereinbart worden, dass an Kinder gerichtete Werbung fĂŒr Lebensmittel mit hohem Zucker-, Salz- oder Fettgehalt in Kindersendungen verboten werden soll. "Aber das betrifft doch nicht Unterhaltungssendungen wie `Let`s dance`, `Voice of Germany` oder die `Sportschau`", kritisierte Hocker. "Die PlĂ€ne Özdemirs fĂŒhren zu paradoxen Ergebnissen: In der `Sportschau` dĂŒrfte dann fĂŒr Bier, aber nicht fĂŒr Schokolade geworben werden." Özdemir will die TV-Werbung fĂŒr Lebensmittel, die den WHO-NĂ€hrwertprofilen widersprechen, beschrĂ€nken. Werktags soll von 17 bis 22 Uhr, samstags von 8 bis 11 und von 17 bis 22 Uhr und sonntags von 8 bis 22 Uhr nicht fĂŒr ungesunde Produkte geworben werden dĂŒrfen.

@ dts-nachrichtenagentur.de