Prien baut Programm Demokratie leben grundlegend um
Veröffentlicht am: 20.03.2026 um 14:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de"Trotz hoher Motivation und eines engagierten Einsatzes in der FlĂ€che werden die Programmziele nicht oder nicht nachhaltig erreicht. Das VerhĂ€ltnis von Mitteleinsatz und Ergebnis stimmt nicht", sagte Prien der Zeitung. "Gesellschaftliche Herausforderungen werden im Programm nicht oder nicht ausreichend abgebildet", so die CDU-Politikerin. "Das heiĂt fĂŒr uns: Wir wollen BewĂ€hrtes fortsetzen, was sich nicht bewĂ€hrt hat, einstellen und ReformbedĂŒrftiges neu aufstellen."
Die Programmbereiche "Entwicklung einer bundeszentralen Infrastruktur", worunter Projekte mit deutschlandweiter Bedeutung fallen, sowie die sogenannten Innovationsprojekte, in deren Rahmen neue ArbeitsansĂ€tze erprobt und weitere Zielgruppen gewonnen werden, sollen nun zum Jahresende eingestellt werden. Zu den ProjekttrĂ€gern, die davon betroffen sind, gehören die Amadeu Antonio Stiftung, der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Verein HateAid, das Medienunternehmen "Correctiv", der Zentralrat der Juden und die Konrad-Adenauer-Stiftung.
Prien will im Gegenzug stĂ€rker auf Institutionen setzen, die bereits vor Ort wirken und eng in die Gesellschaft integriert sind. Anstelle von Nichtregierungsorganisationen, politischen Stiftungen und Vereinigungen, die speziell zur Demokratieförderung gegrĂŒndet worden sind, sollen nun verstĂ€rkt Schulen - vor allem Berufsschulen -, freiwillige Feuerwehren, Sportvereine, Gruppen wie die Landjugend, Bibliotheken und andere kulturelle Vereinigungen eingebunden werden.
Nach den PlĂ€nen soll auĂerdem einer der Schwerpunkte des Programms kĂŒnftig auf dem digitalen Bereich liegen. Weil sich vor allem junge Menschen immer stĂ€rker im Netz politisch informieren und das laut Experten ein Treiber fĂŒr Radikalisierung sein kann, sollen MaĂnahmen gefördert werden, die die Wirkung von Gaming, also digitalen Spielen, oder Chatbots in den Blick nehmen. Bislang war das Thema digitale PrĂ€vention kein maĂgeblicher Teil des Förderprogramms.
Verschiedene Institute hatten in den zwei vergangenen Förderperioden die ergriffenen MaĂnahmen untersucht und bewertet. Innerhalb der Bundesregierung gibt es jedoch Zweifel an der Aussagekraft der entstandenen Berichte. Prien will die wissenschaftliche Begleitung deswegen unabhĂ€ngiger aufstellen. Sie soll in Zukunft nicht mehr von Institutionen durchgefĂŒhrt werden, die ebenfalls vom Bundesfamilienministerium gefördert werden.
"Zur bestehenden Evaluation wird es eine ergĂ€nzende Evaluation geben. Entscheidend ist die tatsĂ€chliche Wirkung - eine vertiefte Wirksamkeitsmessung. FĂŒr uns gilt: Der messbare Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt zĂ€hlt", kĂŒndigte Prien an. Die Option, Geld von ProjekttrĂ€gern zurĂŒckzufordern, die vormals gefördert worden sind, möchte ihr Ministerium nach aktuellem Stand nicht nutzen.
