Prien setzt nach schwacher Pisa-Studie auf schÀrferes Bildungsmonitoring
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 10:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) will nach dem schwachen Abschneiden deutscher SchĂŒler bei der jĂŒngsten Pisa-Studie das Bildungsmonitoring in Deutschland verbessern. Die Ministerin sieht darin einen zentralen Hebel, um Reformfortschritte in den LĂ€ndern genauer zu erfassen und zielgerichteter nachsteuern zu können.
Prien kritisiert bisheriges Monitoring
âDas Bildungsmonitoring erfĂŒllt seinen Zweck in Deutschland noch nicht hinreichendâ, sagte Prien am Dienstag der dts Nachrichtenagentur. In Berlin spreche man derzeit ĂŒber âPisa Deutschlandâ, was das jedoch konkret fĂŒr einzelne LĂ€nder wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bedeute, sei bislang unklar. In manchen LĂ€ndern seien notwendige Schritte âlĂ€ngst auf einem guten Wegâ, in anderen jedoch weniger.
Nach Ansicht der Ministerin mĂŒsse ein modernes Bildungsmonitoring diese Unterschiede zwischen den LĂ€ndern deutlich abbilden. Dazu gehöre auch, dass alle Phasen der datengestĂŒtzten Unterrichtsentwicklung fĂŒr sĂ€mtliche JahrgĂ€nge erfasst werden. Nur so lasse sich ĂŒberprĂŒfen, ob MaĂnahmen zur Verbesserung von Unterricht und Lernerfolgen tatsĂ€chlich greifen.
Haushaltslage und zusÀtzliche Bildungsinvestitionen
Mit Blick auf die parallel beginnende Haushaltswoche im Bundestag betonte Prien, die âmassiv angespannteâ Haushaltssituation in Bund, LĂ€ndern und Kommunen könne nicht einfach wegdiskutiert werden. Gleichwohl sei in ihrem Ressort ein Aufwuchs im Bildungsbereich zu verzeichnen.
âIch habe durchaus gegen Widerstand und mit viel Ăberzeugungskraft etwa den Digitalpakt noch im Haushalt aus dem Sondervermögen finanzieren könnenâ, sagte Prien. Zudem sei das Gesetz zur Startchancen- und QualitĂ€tsentwicklung in der Kita auf den Weg gebracht worden, verbunden mit zusĂ€tzlichen Haushaltsmitteln im kommenden Jahr in Höhe von 1,5 Milliarden Euro.
Gemeinsame Roadmap mit den LĂ€ndern
DarĂŒber hinaus verwies die Ministerin auf zusĂ€tzliche Mittel, die bereitgestellt worden seien, um gemeinsam mit den LĂ€ndern einen Roadmap-Prozess mit konkreten MaĂnahmen zu unterlegen. Ziel sei es, bildungspolitische Vorhaben nicht nur politisch zu vereinbaren, sondern auch finanziell abzusichern und auf Basis eines verbesserten Monitorings fortlaufend zu evaluieren.
Prien verbindet damit den Anspruch, die Reaktion auf die jĂŒngsten Pisa-Ergebnisse stĂ€rker an ĂŒberprĂŒfbaren Daten auszurichten und die unterschiedliche Entwicklung der Bildungssysteme in den LĂ€ndern genauer sichtbar zu machen.
Die AnkĂŒndigung von Bundesbildungsministerin Karin Prien, das Bildungsmonitoring nach den jĂŒngsten Pisa-Ergebnissen zu verbessern, fĂ€llt in eine Phase, in der die LeistungsfĂ€higkeit des deutschen Schulsystems seit Jahren kritisch diskutiert wird. Wiederkehrende Studien hatten bereits zuvor gezeigt, dass insbesondere Basiskompetenzen in Lesen, Schreiben und Mathematik in vielen Lerngruppen nicht ausreichend gesichert sind. Die Ministerin knĂŒpft mit ihrer Forderung nach einem prĂ€ziseren Monitoring an diese Debatte an und betont, dass Unterschiede zwischen den LĂ€ndern genauer sichtbar gemacht werden mĂŒssen.
Hintergrund: Föderale Unterschiede im Blick
Die Aussage Priens, man könne aus âPisa Deutschlandâ nicht ableiten, was das Ergebnis konkret fĂŒr LĂ€nder wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bedeutet, verweist auf ein strukturelles Problem: Bildungsdaten werden bislang nur begrenzt so ausgewertet, dass sie nach LĂ€ndern und Schulformen differenziert eine kontinuierliche Steuerung ermöglichen. Zugleich betont Prien, dass einzelne LĂ€nder bereits wichtige Reformschritte eingeleitet hĂ€tten, andere hingegen weniger weit seien. Ein verbessertes Bildungsmonitoring soll hier Transparenz schaffen und die Wirkung einzelner MaĂnahmen besser nachvollziehbar machen.
Finanzrahmen und politische Bedeutung
Dass Prien ihre PlĂ€ne ausgerechnet zu Beginn einer Haushaltswoche im Bundestag adressiert, unterstreicht die finanzpolitische Dimension. Die Ministerin verweist auf eine âmassiv angespannteâ Lage bei Bund, LĂ€ndern und Kommunen, hebt aber gleichzeitig zusĂ€tzliche Mittel fĂŒr den Digitalpakt und das Startchancen- und QualitĂ€tsentwicklungsgesetz in der Kita hervor. FĂŒr Leserinnen und Leser bedeutet dies: Auf der einen Seite wird ĂŒber Einsparungen und PrioritĂ€ten gestritten, auf der anderen Seite sollen zentrale Bildungsprojekte verstetigt oder ausgebaut werden. Ein verlĂ€ssliches, datengestĂŒtztes Monitoring könnte dabei helfen, knappe Mittel gezielter dort einzusetzen, wo sie die gröĂte Wirkung fĂŒr Bildungschancen entfalten.
