Prien fordert Altersbeschränkung für Social Media nach Pisa-Ergebnis
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 10:55 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundesbildungsministerin Karin Prien drängt nach den schlechten deutschen Ergebnissen bei der Pisa-Studie auf eine Altersbeschränkung für Social Media. Die CDU-Politikerin kündigte am Mittwoch im RBB-Inforadio an, in den nächsten Wochen entsprechende Vorschläge im Kabinett vorzulegen.
Prien verweist auf Konzentration und Lesefähigkeit
Prien sagte, sie sei überzeugt, dass die Pisa-Ergebnisse auch mit Bildschirmzeiten und Social-Media-Nutzung zu tun hätten. Kinder könnten sich ihrer Ansicht nach nicht mehr so gut konzentrieren, hätten weniger Ausdauer und seien auch nicht mehr in der Lage, sinnentnehmend zu lesen.
Mehr Medienerziehung und Altersverifikation
Nach Ansicht der Ministerin braucht es deshalb neben einer Altersbeschränkung auch eine bessere Medienerziehung. Sie betonte zudem, man könne nicht riskieren, dass Kinder im digitalen und KI-Zeitalter immer weniger in der Lage seien, kritisch zu denken und Inhalte einzuordnen.
Gleichzeitig setzt Prien auf eine europäische Lösung. Nach ihren Worten führt kein Weg an einer entsprechenden Altersbeschränkung und einer wirksamen Altersverifikation vorbei, damit jugendgefährdende und süchtig machende Inhalte Jugendliche nicht mehr erreichen.
Bundesbildungsministerin Karin Prien verbindet die schlechten deutschen Pisa-Ergebnisse mit der Debatte über Bildschirmzeit und Social Media und drängt auf eine Altersbeschränkung. Zugleich kündigt sie an, in den nächsten Wochen entsprechende Vorschläge im Kabinett vorzulegen.
Der Vorstoß reiht sich in eine seit längerem geführte Diskussion über Kinder- und Jugendschutz im Netz ein. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Frage nach dem Zugang zu Plattformen, sondern auch nach wirksamer Altersverifikation und nach der Verantwortung von Staat, Schulen und Eltern für Medienkompetenz.
Hintergrund der Debatte
Die Verbindung zwischen Lernleistung, Konzentrationsfähigkeit und digitaler Nutzung ist politisch seit Jahren umstritten. Prien setzt nun auf einen regulativen Ansatz und knüpft die Forderung ausdrücklich an den Schutz vor jugendgefährdenden und süchtig machenden Inhalten.
Bedeutung für Politik und Schulen
Für die Bundesregierung bedeutet das Thema einen Balanceakt zwischen Jugendschutz, digitalen Freiheitsrechten und der praktischen Durchsetzbarkeit von Altersgrenzen. Sollte das Kabinett einen Vorschlag aufgreifen, dürfte die Frage der technischen Verifikation und der europäischen Abstimmung rasch zum nächsten Streitpunkt werden.
Für Schulen und Familien ist der Vorstoß auch ein Signal, dass Medienerziehung künftig stärker als Teil der Bildungsdebatte behandelt werden könnte. Ob daraus zeitnah verbindliche Regeln entstehen, hängt nun davon ab, ob sich im Kabinett und auf europäischer Ebene ein tragfähiger Rahmen findet.
