Gesundheitsminister Lauterbach sieht Krankenhausreform auf gutem Weg
13.06.2024 - 15:25:08Er sei "absolut zuversichtlich, dass wir zum Januar 25 die Reform am Netz haben werden", sagte der SPD-Minister am Donnerstag zum Abschluss der Gesundheitsministerkonferenz der LĂ€nder im LĂŒbecker Seebad TravemĂŒnde. Man sei in einer sehr konstruktiven Auseinandersetzung auch mit den Fraktionen.
Er habe noch einmal auf den Wert der Krankenhausreform auch fĂŒr den lĂ€ndlichen Raum hingewiesen. "Wenn wir die Krankenhausreform nicht machen wĂŒrden, dann hĂ€tten wir schon im nĂ€chsten Jahr im lĂ€ndlichen Raum fĂŒr viele KrankenhĂ€user eine Extremsituation." Durch das Paket mit SicherstellungszuschlĂ€gen, ZuschlĂ€ge fĂŒr die Versorgung der NotfĂ€lle, fĂŒr Intensivmedizin, Geburtshilfe, Kinderheilkunde und zahlreiche Ausnahmeregelungen werden nach Lauterbachs Ăberzeugung die KrankenhĂ€user im lĂ€ndlichen Raum erhalten werden können. Man sei in Wirklichkeit viel nĂ€her beieinander als gedacht. Die Reform werde daher ein Erfolg, sagte Lauterbach.
Die Konferenz sei ĂŒberraschend harmonisch verlaufen und vom Geist getragen gewesen, die Probleme zu lösen. Mit vielen Forderungen der LĂ€nder bei der Krankenhausreform sei die Bundesregierung einverstanden. Das werde im jetzt beginnenden parlamentarischen Verfahren berĂŒcksichtigt, versicherte der Minister.
Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Kerstin von der Decken (CDU), sagte, es gehe den LĂ€ndern nicht um eine Verzögerung des Verfahrens im Bundesrat. Es komme darauf an, ob entsprechende ĂnderungsantrĂ€ge im Bundestag eine Mehrheit finden, sagte die schleswig-holsteinische Gesundheitsministerin. "Wenn alle unsere Forderungen aufgenommen werden, kein Problem", sagte sie. Allerdings ist es aus ihrer Sicht weder sinnvoll noch verantwortbar, ein solches Gesetz zu verabschieden, ohne eine Auswirkungsanalyse vorliegen zu haben.
Ein KernstĂŒck der Krankenhausreform ist die Abkehr von Fallpauschalen fĂŒr Behandlungen. Stattdessen soll es kĂŒnftig Vorhaltepauschalen fĂŒr bestimmte Leistungen geben. Kliniken hĂ€tten demnach eine Art Existenzgarantie auch bei vergleichsweise wenigen Behandlungen.
Die Konferenz hat nach Angaben der Vorsitzenden insgesamt mehr als 50 AntrĂ€ge beraten. Dabei sei es etwa um FachkrĂ€ftemangel, Unterversorgung und Arzneimittelknappheit gegangen. Einig seien sich alle Beteiligten im Willen, das Anerkennungsverfahren fĂŒr auslĂ€ndische Ărztinnen und Ărzte zu beschleunigen. Bei Arzneimitteln wird der Bund gebeten, die Rahmenbedingungen so zu verĂ€ndern, dass die wohnortnahe Versorgung durch inhabergefĂŒhrte Vor-Ort-Apotheken gewĂ€hrleistet werden kann.
Um die AbhĂ€ngigkeit Deutschlands von Arzneimitteln von Lieferanten auĂerhalb der EU zu verringern, soll die Finanzierung von Generika so angepasst werden, dass die Produktion in Deutschland und Europa sich wieder lohne. Unnötige BĂŒrokratie solle abgebaut werden.
Nach Schleswig-Holstein wird ThĂŒringen den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz ĂŒbernehmen. Die thĂŒringische Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) lud ihre Amtskollegen aus Bund und LĂ€ndern fĂŒr den nĂ€chsten Juni bereits nach Weimar ein. "Ganz klar ist, dass uns die groĂen Reformprojekte auf Bundesebene weiter beschĂ€ftigen werden."

