Justizministerin rechnet nicht mit Palantir-Einsatz auf Bundesebene
20.01.2026 - 17:06:55Das zustĂ€ndige Bundesinnenministerium erklĂ€rte auf Anfrage, weiterhin zu prĂŒfen, welche Analyse-Software kĂŒnftig bei der Polizeiarbeit zum Einsatz kommen soll. "Im Bund-LĂ€nder-Programm P20 wird derzeit geprĂŒft, wie die Auswerte- und AnalysefĂ€higkeit beschleunigt im P20-Datenhausökosystem implementiert werden kann. In diesem Zusammenhang wird die Eignung und Verwendbarkeit verschiedener Softwarelösungen betrachtet", sagte eine Sprecherin von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU).
Im Moment arbeitet die Bundesregierung an einer gesetzlichen Grundlage fĂŒr automatisierte Datenanalyse in der Polizeiarbeit. Nach dem Willen der SPD soll dafĂŒr allerdings nicht Palantir zum Einsatz kommen. "Eine EinfĂŒhrung der bundesweiten Nutzung von Palantir wird es mit der SPD nicht geben", sagte Johannes SchĂ€tzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der "Welt". "Einem Gesetz, in dem das vorbereitend angelegt ist, kann ich nicht zustimmen."
Auch in den BundeslÀndern wachsen die Absetzbewegungen. "Der Einsatz der amerikanischen Software Palantir schafft eine AbhÀngigkeit von den Vereinigten Staaten mit unabsehbaren Folgen. Diese kritische Sicht wird nach meinem Eindruck inzwischen von einer deutlichen Mehrheit der LÀnder geteilt", sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), aktuell Vorsitzender der Innenministerkonferenz. Es werde aufmerksam nach anderen europÀischen Anbietern Ausschau gehalten.
Die Polizeibehörden in Baden-WĂŒrttemberg werden die "Gotham"-Software von Palantir voraussichtlich ab Mitte dieses Jahres nutzen. Man habe einen FĂŒnf-Jahres-Vertrag bis ins Jahr 2030 geschlossen, sagte eine Sprecherin des CDU-gefĂŒhrten Innenministeriums. Die Nutzung von Palantir soll in Baden-WĂŒrttemberg allerdings lediglich "eine Ăbergangslösung" sein. Man versuche, mit geeigneten Partnern eine vergleichbare europĂ€ische Software zu entwickeln.


