Scholz, Meloni

Scholz und Meloni wollen Energiezusammenarbeit ausbauen

22.11.2023 - 19:02:36

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni haben bei Regierungskonsultationen in Berlin einen gemeinsamen Aktionsplan unterzeichnet.

"Wir sind uns einig, dass wir unsere Energiezusammenarbeit ausbauen wollen, um die langfristige Versorgungssicherheit und Transformationen zu stĂ€rken", sagte Scholz bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend. "Besonders wichtig ist dabei, den SĂŒdkorridor fĂŒr Gas und Wasserstoff auszubauen. Mit einer neuen Pipeline ĂŒber die Alpen wollen wir die Versorgungssicherheit unserer beiden LĂ€nder erhöhen."

Einig sei man sich auch darĂŒber, dass die EuropĂ€ische Union eine ambitionierte Handelsagenda benötige, so Scholz. Weitere Themen des Aktionsplans sind unter anderem Technologie, Wettbewerb und sozialer Zusammenhalt. Meloni verwies darauf, dass dies die ersten Regierungskonsultationen seit sieben Jahren gewesen seien: "Ich glaube, das ist eine ausgezeichnete Botschaft, die wir an Europa senden. Diese zwei großen Staaten Europas zeigen, dass sie ihre Partnerschaft festigen wollen, dass sie einen intensiven Dialog fĂŒhren wollen, was die wichtigsten Themen auf europĂ€ischer und globaler Ebene betrifft", so Meloni. Hinsichtlich der Schuldenregeln des StabilitĂ€ts- und Wachstumspaktes sagte sie, man gehe in diesem Thema von verschiedenen Punkten aus, man wolle jedoch eine gemeinsame Lösung finden. Scholz erklĂ€rte, kein Land solle in ein AusteritĂ€tsprogramm gezwungen werden. Im Bereich der Migrationspolitik demonstrierten die Regierungschefs Einigkeit: "Wir sind uns einig, dass der Abschluss der GEAS-Reform wichtig ist und wir einen partnerschaftlichen Ansatz brauchen mit den Herkunfts- und TransitlĂ€ndern", sagte Scholz. Meloni plĂ€dierte fĂŒr eine Kooperation mit Afrika "auf Augenhöhe". Es brauche eine "neue Vision" hinsichtlich der "Migrationsströme". Die irregulĂ€re Migration und kriminelle Organisationen mĂŒssten bekĂ€mpft werden. Zum EU-Beitritt weiterer LĂ€nder sagte der Bundeskanzler, es brauche nicht nur in den BeitrittslĂ€ndern Reformen, sondern auch in der EU. Die italienische Regierungschefin sagte, sie sei dafĂŒr, die Erweiterung der EU als "Wiedervereinigung" zu bezeichnen. Am Nachmittag hatten Scholz und Meloni virtuellen G20-Treffen der Staats- und Regierungschefs zum Abschluss der indischen G20-PrĂ€sidentschaft teilgenommen. Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine war auch Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin dabei. "Ich habe dazu aufgerufen, dass PrĂ€sident Putin seinen Angriff auf die Ukraine beendet und Truppen vom Territorium der Ukraine abzieht, damit dieser Krieg endlich ein Ende findet", sagte Scholz zur Videokonferenz. Angesichts der Bekundung Putins, Frieden zu wollen, sagte Meloni, am einfachsten wĂ€re es, die eigenen Truppen aus der Ukraine zurĂŒckzuziehen aus der Ukraine. "Auf diese Art könnte die territoriale Unversehrtheit der Ukraine wiederhergestellt werden." Beide Regierungschefs erneuerten ihr Versprechen, die Ukraine so lange wie nötig zu unterstĂŒtzen. Die nĂ€chsten Konferenzen zum Wiederaufbau des Landes sollen in Deutschland und Italien stattfinden.

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