Umweltschutz, Nahrungsmittel

Özdemir begrĂŒĂŸt Fortschritte bei EU-Renaturierungsgesetz

12.07.2023 - 16:16:43

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (GrĂŒne) hat sich erleichtert darĂŒber gezeigt, dass das EU-Parlament sich auf eine gemeinsame Linie zum geplanten Renaturierungsgesetz geeinigt hat.

"Ich bin froh, dass dieses zentrale Vorhaben von Ursula von der Leyen eine Mehrheit gefunden hat", sagte Özdemir am Mittwoch. "In den Beratungen wurden Bedenken ernstgenommen und aufgegriffen. Bedauerlich ist, dass sich die EVP gegen das Vernunftprinzip von SchĂŒtzen und Nutzen und damit gegen ihre eigene KommissionsprĂ€sidentin gestellt hat."

Der Vorschlag, der als wichtiger Teil des europĂ€ischen "Green Deals" gilt, sieht Zielvorgaben fĂŒr die FlĂ€che vor, auf der Renaturierungsmaßnahmen durchgefĂŒhrt werden sollten. Demnach sollen bis 2030 mindestens 30 Prozent der geschĂ€digten Meeresökosysteme wiederhergestellt werden, bis 2040 60 Prozent und bis 2050 90 Prozent. Zudem sollen trockengelegte Moore wieder vernĂ€sst und WĂ€lder aufgeforstet werden. Dabei ist es das erklĂ€rte Ziel, bis zum Ende der Dekade mindestens ein FĂŒnftel der geschĂ€digten Land- und WasserflĂ€chen in der EU zu sanieren. Kritik kam innerhalb des Parlaments vor allem von der EuropĂ€ischen Volkspartei, Rechtspopulisten und Rechtsextremisten. Auch BauernverbĂ€nde hatten sich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Sie behaupten, dass das Gesetz zu weniger land- und forstwirtschaftlichen FlĂ€chen fĂŒhren und damit die ErnĂ€hrungssicherheit gefĂ€hrden könnte. Özdemir widersprach den Kritikern. "Wer ErnĂ€hrungssicherung ernst meint, schĂŒtzt das, was uns gute Ernten beschert - nĂ€mlich unsere natĂŒrlichen Grundlagen. Nur so sichern wir auch die Versorgung der nachfolgenden Generationen", sagte der Landwirtschaftsminister. "Wer die Folgen der Klimakrise, Bodenprobleme und Wassermangel ignoriert, ist wahrlich kein Freund der Bauern. Schon jetzt vertrocknet mancherorts das Korn am Halm, wĂ€hrend Starkregen woanders ganze Ernte zerstört, Böden verschlechtern sich, die Wasserversorgung wird unsicherer." Allein die letzten DĂŒrrejahre hĂ€tten die Landwirtschaft "zig Milliarden" gekostet, sagte der GrĂŒnen-Politiker. "Wir mĂŒssen handeln, je lĂ€nger wir warten, desto hĂ€rter und schwieriger wird es. Das bestĂ€tigt die Wissenschaft immer und immer wieder." Özdemir bezieht sich damit wohl auch auf einen offenen Brief von Wissenschaftlern von 15 europĂ€ischen Forschungsinstituten, die kĂŒrzlich vor den Folgen eines Scheiterns des Gesetzes gewarnt hatten. Im EU-Parlament haben 336 Abgeordnete fĂŒr die Parlamentsposition gestimmt, bei 300 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen. Die Positionen von Parlament und Rat basieren jeweils auf einem Vorschlag der EU-Kommission, unterscheiden sich jedoch zum Teil. Im sogenannten Trilog-Verfahren soll nun ein gemeinsamer Entwurf erarbeitet werden. Gelingt dies, gelten die Abstimmungen ĂŒber den finalen Entwurf in Rat und Parlament nur noch als Formsache.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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