BundesprÀsident, Netanyahu

BundesprÀsident drÀngt Netanyahu zum Ermöglichen von Gaza-Hilfen

13.05.2025 - 19:24:55

BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier hat den israelischen MinisterprÀsidenten Benjamin Netanyahu bei dessen Besuch in Deutschland dazu gedrÀngt, Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen zuzulassen.

Das teilte Regierungssprecherin Cerstin Gammelin am Dienstabend mit. Der BundesprĂ€sident wĂŒrdigte demnach zudem den 60. Jahrestag der deutsch-israelischen Beziehungen und unterstrich die bleibende Verantwortung Deutschlands fĂŒr die Sicherheit Israels, gerade auch nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023. Sie tauschten sich weiterhin ĂŒber die Spannungslage in der Region aus. Dabei hob der BundesprĂ€sident die dringende Notwendigkeit hervor, politische Perspektiven zur Beendigung des Krieges aufzuzeigen, insbesondere im Dialog mit den arabischen Staaten. Linkenchef Jan van Aken hatte Steinmeier zuvor von dem Treffen abgeraten.

"Einen bloßen Freundschaftsbesuch bei einem international gesuchten Kriegsverbrecher wie Netanyahu darf es nicht geben", hatte van Aken dem "Spiegel" gesagt. "Kriegsverbrecher sollten sich in Deutschland nicht unantastbar fĂŒhlen - weder Putin noch Netanyahu." Deutschland habe eine besondere Verantwortung gegenĂŒber Israel, sagte van Aken, darĂŒber gebe es auch bei der Linken keine Frage. Aber RechtsbrĂŒche dĂŒrfe die Regierung nicht zulassen. "In dem Moment, wo Netanyahu hier empfangen wird und nichts passiert, ist unser Rechtsstaat erledigt", behauptete er. Der israelische Premierminister wird - wie auch Hamas-Chef Mohammed Deif - vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen gesucht. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich nach Angaben Israels in der Vergangenheit offen gezeigt, Netanyahu in Deutschland zu empfangen. Zugleich ist die Bundesrepublik jedoch als IStGH-Mitglied verpflichtet, Netanyahu festzunehmen, sobald er sich im Staatsgebiet aufhĂ€lt.

@ dts-nachrichtenagentur.de