Steinmeier reist zu Treffen mit Biden nach Washington
05.10.2023 - 20:56:17 | dpa.deBundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier reist ĂŒberraschend zu einem Treffen mit US-PrĂ€sident Joe Biden nach Washington. Er werde am Freitag im WeiĂen Haus erwartet, teilte die US-Regierungszentrale am Donnerstag mit. Steinmeier hielt sich noch in Kap Verde auf, wo er einen zweitĂ€gigen Staatsbesuch absolviert hatte. Er wollte von dort eigentlich nach Portugal weiterfliegen, um an diesem Freitag in Porto am 18. Arraiolos-Treffen nicht-exekutiver StaatsprĂ€sidenten der EuropĂ€ischen Union teilzunehmen.
Bei dem Treffen in Washington gehe es auch um die «enge Abstimmung als Nato-BĂŒndnispartner in einer Reihe wichtiger Fragen, einschlieĂlich der Verteidigung demokratischer Werte und unserer gemeinsamen Verpflichtung zur UnterstĂŒtzung der Ukraine, die sich gegen die russische Invasion verteidigt», teilte das WeiĂe Haus weiter mit. Aus dem BundesprĂ€sidialamt hieĂ es, Steinmeier reise auf Einladung Bidens nach Washington. Es ist das erste Treffen der beiden PrĂ€sidenten seit dem Amtsantritt Steinmeiers als BundesprĂ€sident.
Das ist der offizielle Anlass
Als offiziellen Anlass fĂŒr den Besuch nannte das WeiĂe Haus den Tag der deutsch-amerikanischen Freundschaft am Freitag. In den USA wird am 6. Oktober der German-American-Day gefeiert. Er erinnert an die Ankunft erster deutscher Siedler in Philadelphia im Jahr 1683.
Bei dem Treffen im WeiĂen Haus dĂŒrfte die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland ein wichtiges Thema sein. Deutschland und die USA wollen dem angegriffenen Land so lange wie nötig helfen. In dem am Wochenende vom US-Kongress verabschiedeten Ăbergangshaushalt sind jedoch keine weiteren Hilfen fĂŒr die Ukraine vorgesehen. Das heiĂt zwar nicht, dass die USA ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine von jetzt auf gleich einstellen. Aber das bisher genehmigte Geld geht zur Neige. Biden bemĂŒht sich, bei Nato-VerbĂŒndeten und Partnern Sorgen zu zerstreuen, dass die US-MilitĂ€rhilfe fĂŒr Kiew versiegen könnte.
Als BundesprÀsident noch nicht in Washington
Steinmeier war als BundesprĂ€sident mehrfach in den USA gewesen, hatte aber in der Amtszeit von US-PrĂ€sident Donald Trump immer einen Bogen um Washington gemacht. Das VerhĂ€ltnis zwischen beiden Politikern galt als angespannt, seitdem Steinmeier im August 2016 noch als AuĂenminister im US-Wahlkampf Trump einen «Hassprediger» genannt hatte. Trumps «America-first»-Politik, die oft einer regelbasierten internationalen Ordnung zuwiderlief, wurde von Steinmeier vehement abgelehnt.
Steinmeier wollte die Reise nach Washington in der Nacht mit seinem engsten Mitarbeiterkreis von Kap Verde aus antreten. Dazu war eine kleinere Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr in die Inselrepublik gekommen. Das gröĂere Flugzeug, mit dem Steinmeier dorthin geflogen war, brachte die restliche Delegation nach Deutschland zurĂŒck.
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