Steinmeier will Putin nicht gratulieren
17.03.2024 - 20:34:17Das deckt sich mit der Sprachregelung des AuswĂ€rtigen Amtes, das am Sonntag, ebenfalls auf Twitter/X, schrieb: "Die Pseudowahlen in Russland sind weder frei noch fair, das Ergebnis ĂŒberrascht niemanden." Vor sechs Jahren hatte Steinmeier Putin zu seiner Wiederwahl gratuliert, obwohl es auch damals schon erhebliche Kritik an der DurchfĂŒhrung gab. Nach der PrĂ€sidentschaftswahl 2018, also vier Jahre nach der Annexion der Krim und dem Beginn der Destabilisierung in der Ost-Ukraine, schrieb das deutsche Staatsoberhaupt seinem Amtskollegen: "Zur Wiederwahl gratuliere ich Ihnen und den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern der Russischen Föderation und wĂŒnsche Ihnen fĂŒr Ihre neue Amtszeit eine glĂŒckliche Hand." Von dem Ziel einer "dauerhaften, kooperativen Friedensordnung auf unserem Kontinent" sei man "heute beunruhigend weit entfernt", hieĂ es in Steinmeiers Schreiben laut Pressemitteilung vom 19. MĂ€rz 2018: "Misstrauen, AufrĂŒstung und ein Klima der Unsicherheit tragen zur InstabilitĂ€t bei." Er hoffe und wĂŒnsche sich, schrieb Steinmeier an Putin 2018, "dass es gelingen wird, der Entfremdung auf unserem Kontinent und zwischen den Menschen in Russland und Deutschland entgegenzuwirken, und dass Sie Ihre neue Amtszeit hierfĂŒr nutzen. Den Dialog hierzu sollten wir in vertrauensvollem Rahmen fortsetzen." Russische Staatsmedien meldeten am Sonntagabend in ersten Prognosen und Hochrechnungen etwa 87 bis 88 Prozent Zustimmung fĂŒr Putin. International war kritisiert worden, dass die drei Gegenkandidaten im Grunde nur Marionetten des Kreml seien, auch auf WahlfĂ€lschung war schon im Vorfeld die Rede.


