Steinmeier, Putin

Steinmeier will Putin nicht gratulieren

17.03.2024 - 20:34:17

BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier will Russlands PrÀsident Wladimir Putin zu seiner bevorstehenden weiteren Amtszeit nicht gratulieren.

"Es wird kein Schreiben an Putin geben", teilte Steinmeiers Sprecherin Cerstin Gammelin am Sonntagabend dem "Tagesspiegel" mit. Bereits vorher hatte Steinmeier ein Statement verbreiten lassen, in dem er erklĂ€rte: "Heute denke ich an die Menschen in Russland, die dort fĂŒr Freiheit und Demokratie kĂ€mpfen und in stĂ€ndiger Gefahr vor Putins Regime leben. Wir vergessen diese Mutigen nicht." Steinmeier-Sprecherin Gammelin schrieb am Sonntag auf Twitter/X von "sogenannten PrĂ€sidentschaftswahlen in Russland".

Das deckt sich mit der Sprachregelung des AuswĂ€rtigen Amtes, das am Sonntag, ebenfalls auf Twitter/X, schrieb: "Die Pseudowahlen in Russland sind weder frei noch fair, das Ergebnis ĂŒberrascht niemanden." Vor sechs Jahren hatte Steinmeier Putin zu seiner Wiederwahl gratuliert, obwohl es auch damals schon erhebliche Kritik an der DurchfĂŒhrung gab. Nach der PrĂ€sidentschaftswahl 2018, also vier Jahre nach der Annexion der Krim und dem Beginn der Destabilisierung in der Ost-Ukraine, schrieb das deutsche Staatsoberhaupt seinem Amtskollegen: "Zur Wiederwahl gratuliere ich Ihnen und den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern der Russischen Föderation und wĂŒnsche Ihnen fĂŒr Ihre neue Amtszeit eine glĂŒckliche Hand." Von dem Ziel einer "dauerhaften, kooperativen Friedensordnung auf unserem Kontinent" sei man "heute beunruhigend weit entfernt", hieß es in Steinmeiers Schreiben laut Pressemitteilung vom 19. MĂ€rz 2018: "Misstrauen, AufrĂŒstung und ein Klima der Unsicherheit tragen zur InstabilitĂ€t bei." Er hoffe und wĂŒnsche sich, schrieb Steinmeier an Putin 2018, "dass es gelingen wird, der Entfremdung auf unserem Kontinent und zwischen den Menschen in Russland und Deutschland entgegenzuwirken, und dass Sie Ihre neue Amtszeit hierfĂŒr nutzen. Den Dialog hierzu sollten wir in vertrauensvollem Rahmen fortsetzen." Russische Staatsmedien meldeten am Sonntagabend in ersten Prognosen und Hochrechnungen etwa 87 bis 88 Prozent Zustimmung fĂŒr Putin. International war kritisiert worden, dass die drei Gegenkandidaten im Grunde nur Marionetten des Kreml seien, auch auf WahlfĂ€lschung war schon im Vorfeld die Rede.

@ dts-nachrichtenagentur.de