Parteien, Wahlen

Steinmeier will EU-Sperrklausel-Gesetz zunÀchst nicht unterzeichnen

04.08.2023 - 15:07:27

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier wird das Zustimmungsgesetz zur EinfĂŒhrung einer prozentualen HĂŒrde bei Europawahlen vorerst nicht ausfertigen.

Das teilte die VizeprÀsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Doris König, der Satirepartei "Die Partei" mit, berichtet der "Spiegel". Die Kleinstpartei hatte eine Organklage und einem Eilantrag gegen das Gesetz vorgebracht.

Steinmeier will bis zu einer Entscheidung des Gerichts warten. Das sei "stĂ€ndige Staatspraxis". Mit dem kurz vor der Sommerpause beschlossenen Gesetz stimmt Deutschland einem EU-Beschluss zu. Demnach soll bei Europawahlen kĂŒnftig eine HĂŒrde zwischen zwei und fĂŒnf Prozent gelten. Die Satirepartei fĂŒrchtet um ihren Wiedereinzug. Sie argumentiert: Eine solche Sperrklausel wĂŒrde sich faktisch nur auf Deutschland auswirken, die EU sei gar nicht zustĂ€ndig. Bedenken gegen eine HĂŒrde sind nicht neu. Das Bundesverfassungsgericht kippte bereits 2011 eine FĂŒnfprozentklausel fĂŒr Europawahlen, 2014 eine Dreiprozentklausel. Kleinstparteien wie "Die Partei" konnten darum ins Europaparlament einziehen. Die Klage könnte eine EU-weite Regelung ausbremsen. Erst wenn alle EU-MitgliedslĂ€nder zugestimmt haben, wird der Beschluss bindend.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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