BundesprÀsidentenwahl 2027: CSU drÀngt Merz zu Aigner-Entscheidung
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 15:55 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSMehrheit fĂŒr gemeinsamen Kandidaten
- Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 einen neuen BundesprÀsidenten wÀhlen.
- CDU, CSU und SPD verfĂŒgen dort gemeinsam ĂŒber eine Mehrheit fĂŒr einen Kandidaten.
- CSU-Chef Markus Söder hat Ilse Aigner als Kandidatin fĂŒr das Amt vorgeschlagen.
CSU fordert Merz zu Aigner-Entscheidung auf
Die CSU drĂ€ngt Friedrich Merz auf eine schnelle Festlegung bei der Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier im BundesprĂ€sidialamt. Klaus Holetschek und Maximilian Böltl warben auf dem CSU-Parteitag fĂŒr die bayerische LandtagsprĂ€sidentin Ilse Aigner.
Holetschek sieht Zeitfenster fĂŒr Entscheidung
âFriedrich Merz hat heute auf unserem Parteitag selbst erlebt, wie groĂ die Zustimmung fĂŒr Ilse Aigner ist - in Bayern, in der ganzen Bundesrepublik, auch jenseits unserer Parteiâ, sagte der CSU-Fraktionschef im Bayerischen Landtag dem âSternâ.
Nun liege es an Merz, sich persönlich zu positionieren. Der Parteitag zeige deutlich: âDas Zeitfenster ist gekommen, um eine Entscheidung herbeizufĂŒhrenâ, sagte Holetschek weiter.
Böltl betont Rolle der CSU
âDie CSU ist der stĂ€rkste Teil der Union. Bei der gemeinsamen Entscheidung in der Parteifamilie wird es sicher eine groĂe Rolle spielen, dass unsere Ilse Aigner die HerzenswĂ€rme und die Werteorientierung hat, die sich die Menschen jetzt wĂŒnschenâ, sagte Maximilian Böltl, Vorsitzender der CSU-Programmkommission.
Bundesversammlung wÀhlt im Januar 2027
Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 einen neuen BundesprĂ€sidenten wĂ€hlen. CDU, CSU und SPD haben dort gemeinsam eine Mehrheit fĂŒr einen Kandidaten.
CSU-Chef Markus Söder hatte Ilse Aigner fĂŒr das Amt vorgeschlagen. Aus der CDU gibt es bislang keinen Vorschlag.
Die Nachfolge im BundesprĂ€sidialamt wird politisch bereits deutlich vor dem Ende der Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier vorbereitet. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 zusammentreten; CDU, CSU und SPD verfĂŒgen dort gemeinsam ĂŒber eine Mehrheit. Damit liegt die Entscheidung faktisch bei den Koalitionsparteien, auch wenn die Wahl formal durch die Bundesversammlung erfolgt.
Union sucht gemeinsame Linie
Die CSU hat mit Ilse Aigner eine eigene Favoritin positioniert. Markus Söder warb auf dem CSU-Parteitag erneut fĂŒr die bayerische LandtagsprĂ€sidentin, wĂ€hrend fĂŒhrende CSU-Politiker Friedrich Merz zu einer Festlegung drĂ€ngen. Aus der CDU gibt es bislang keinen eigenen Vorschlag. Berichte aus dem Umfeld der Union deuten zugleich darauf hin, dass Merz eine Entscheidung noch nicht getroffen hat.
Entscheidung mit Signalwirkung
FĂŒr die Union geht es damit nicht nur um eine Personalie, sondern auch um das VerhĂ€ltnis zwischen CDU und CSU. Eine gemeinsame Kandidatur mĂŒsste innerhalb der Parteifamilie abgestimmt und anschlieĂend mit dem Koalitionspartner SPD getragen werden. FĂŒr Leser in Bayern ist zudem relevant, dass Aigner als LandtagsprĂ€sidentin auf Landesebene eine zentrale politische Funktion ausĂŒbt. Die nĂ€chsten Schritte dĂŒrften davon abhĂ€ngen, ob Merz den CSU-VorstoĂ ĂŒbernimmt oder einen eigenen Personalvorschlag entwickelt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: âCSU-Politiker setzen Merz bei PrĂ€sidentenfrage unter Druckâ (24.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt den Druck fĂŒhrender CSU-Politiker auf Friedrich Merz zugunsten von Ilse Aigner. Im Mittelpunkt steht der VorstoĂ am Rande des CSU-Parteitags und damit vor allem die innerunionale Dynamik.
Deutschlandfunk: âCSU-Parteitag - Merz Ă€uĂert sich nicht zu Steinmeier-Nachfolgeâ (24.10.2026)
Der Bericht setzt einen anderen Schwerpunkt: Merz habe sich beim CSU-Parteitag nicht zur Nachfolge geĂ€uĂert. Beide BeitrĂ€ge beschreiben damit den CSU-VorstoĂ, stellen aber unterschiedliche Seiten des Vorgangs heraus â den politischen Druck einerseits und das Ausbleiben einer Festlegung andererseits.
Offen bleibt damit, ob Merz Aigner unterstĂŒtzt oder die CDU einen eigenen Vorschlag vorlegt.
