BundesprÀsidentenwahl 2027: Frau könnte erstmals Staatsoberhaupt werden
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 07:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBesetzung weiterer SpitzenÀmter
- Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 ĂŒber die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.
- Julia Klöckner ist seit 2025 PrÀsidentin des Deutschen Bundestages.
- Angela Merkel war von 2005 bis 2021 die erste Bundeskanzlerin Deutschlands.
BundesprÀsidentenwahl könnte erstmals Frau bringen
Am 30. Januar 2027 entscheidet die Bundesversammlung ĂŒber die Nachfolge von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier. Nach zwölf MĂ€nnern könnte erstmals eine Frau das BundesprĂ€sidialamt ĂŒbernehmen.
Julia Klöckner bereits an der Parlamentsspitze
Damit wĂŒrde neben BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner eine weitere Frau ein oberstes Staatsamt bekleiden. Zwei Frauen an der Spitze der drei wichtigsten Verfassungsorgane gab es bislang nur fĂŒr kurze Zeit am Ende der Amtszeit von Angela Merkel.
Seit 1949 fĂŒhrten 15 Personen den Deutschen Bundestag. Annemarie Renger war von 1972 bis 1976 die erste Frau in diesem Amt, ihr folgten Rita SĂŒssmuth von 1988 bis 1998 und BĂ€rbel Bas von 2021 bis 2025.
Merkel blieb 16 Jahre Kanzlerin
Angela Merkel begann 2005 als erste Bundeskanzlerin Deutschlands und blieb 16 Jahre im Amt. Insgesamt gab es in der Bundesrepublik bislang neun Bundeskanzler und eine Bundeskanzlerin.
Frauen fĂŒhrten auch Bundesrat
Die PrĂ€sidentschaft des Bundesrates wechselt jĂ€hrlich. Bis 2010 hatten ausschlieĂlich MĂ€nner das Amt inne; danach standen Hannelore Kraft, Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Anke Rehlinger an der Spitze. Insgesamt gab es bisher 58 Amtsinhaber.
Jutta Limbach am Bundesverfassungsgericht
Das Bundesverfassungsgericht wird ebenfalls zu den fĂŒnf stĂ€ndigen Verfassungsorganen gezĂ€hlt. Seit seiner GrĂŒndung 1951 standen zehn Personen an seiner Spitze, darunter Jutta Limbach von 1994 bis 2002.
Die Wahl am 30. Januar 2027 wĂ€re ein Einschnitt in der Geschichte des höchsten Staatsamtes: Seit GrĂŒndung der Bundesrepublik standen zwölf MĂ€nner an der Spitze des Staates. Anders als bei Bundestag und Bundesrat gab es dort bislang keine Frau.
Die Debatte fÀllt in eine Phase, in der mehrere Politikerinnen als mögliche Nachfolgerinnen von Frank-Walter Steinmeier genannt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem Ilse Aigner, Karin Prien, Julia Klöckner, Ines Claus und Annegret Kramp-Karrenbauer. Eine Festlegung auf eine Kandidatin steht noch aus.
Mehrheit in der Bundesversammlung
Die Bundesversammlung besteht aus den Bundestagsabgeordneten und einer gleich groĂen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der LĂ€nder. Deshalb muss eine Kandidatin nicht nur in der eigenen Partei RĂŒckhalt finden, sondern auch ĂŒber Parteigrenzen hinweg wĂ€hlbar sein.
Eine BundesprĂ€sidentin neben BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner wĂŒrde die PrĂ€senz von Frauen an der Spitze zentraler Verfassungsorgane sichtbar erweitern. Zugleich bliebe die Gesamtbilanz gemischt: Im Kanzleramt stand mit Angela Merkel bereits eine Frau, im Bundesrat wechselte die PrĂ€sidentschaft seit 2010 mehrfach an Frauen, und am Bundesverfassungsgericht fĂŒhrte Jutta Limbach das höchste Amt.
Signal und offene Personalfrage
Politisch hĂ€tte die Entscheidung daher eine doppelte Bedeutung: Sie wĂŒrde eine historische LĂŒcke im BundesprĂ€sidialamt schlieĂen und zugleich zeigen, ob sich eine parteiĂŒbergreifend akzeptierte Kandidatin finden lĂ€sst. Der Termin der Wahl steht fest, die personelle Entscheidung bleibt der nĂ€chste entscheidende Schritt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âSuche nach mehrheitsfĂ€higer Kandidatin: Merz und die BundesprĂ€sidentinnen-Frageâ (05.11.2026)
Der Beitrag ordne die Suche nach einer Kandidatin als innerparteilichen und koalitionspolitischen Prozess ein. Er stelle mehrere mögliche Bewerberinnen vor und betone, dass fĂŒr eine Wahl im ersten Durchgang auch GesprĂ€che mit SPD und GrĂŒnen entscheidend seien.
STERN: âBundesprĂ€sidentenwahl: Lies: 'Zeit fĂŒr eine Frau an der Spitze unseres Staates'â (05.11.2026)
Der Artikel hebe die UnterstĂŒtzung des niedersĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten Olaf Lies fĂŒr eine BundesprĂ€sidentin hervor, ohne ihn auf eine bestimmte Kandidatin festzulegen. Anders als die Analyse zur Mehrheitsbildung konzentriere er sich stĂ€rker auf das politische Signal einer Frau im höchsten Staatsamt.
Beide BeitrÀge gehen davon aus, dass eine Frau gewÀhlt werden soll und die Bundesversammlung am 30. Januar 2027 zusammentritt. Unterschiede zeigen sich beim Schwerpunkt: Im Vordergrund stehen einmal die parteipolitische Suche und einmal das gesellschaftliche Signal; die konkrete Kandidatin bleibt offen.
