BundesprÀsidentin: Merz berÀt Sonntag Unions-Fraktionschefs
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBeratung vor der BundesprÀsidentenwahl
- Friedrich Merz will am frĂŒhen Sonntagabend im Kanzleramt mit den Chefs der Unions-Landtagsfraktionen beraten.
- Danach ist im Konrad-Adenauer-Haus ein Abendessen mit dem CDU-PrÀsidium zur Personalie geplant.
- Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar ĂŒber die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.
Merz berĂ€t Union ĂŒber Nachfolge von Steinmeier
Bundeskanzler Friedrich Merz will vor der Entscheidung ĂŒber eine Kandidatin fĂŒr das BundesprĂ€sidentenamt mit den Chefs der Unions-Landtagsfraktionen beraten. Die GesprĂ€che sollen am frĂŒhen Sonntagabend im Kanzleramt stattfinden.
Im Anschluss ist im Konrad-Adenauer-Haus ein gemeinsames Abendessen mit dem CDU-PrÀsidium geplant, bei dem die Personalie beraten werden soll.
Treffen schon lÀnger geplant
Nach Informationen aus Unionskreisen war das Treffen bereits lĂ€nger vorgesehen. Die Frage der kĂŒnftigen BundesprĂ€sidentin könne dabei eine Rolle spielen.
Merz hatte Anfang der Woche bei einem Treffen mit den CDU-Kreisvorsitzenden angekĂŒndigt, eine Frau fĂŒr das Amt des Staatsoberhaupts nominieren zu wollen. Eine offizielle Nominierung gibt es bislang nicht.
Aigner bereits als mögliche Kandidatin genannt
CSU-Chef Markus Söder hatte im April die bayerische LandtagsprÀsidentin Ilse Aigner als mögliche Kandidatin ins Spiel gebracht. Aigner galt zuvor auch als mögliche innerparteiliche Konkurrentin Söders im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl 2028.
Die Bundesversammlung soll am 30. Januar ĂŒber die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden. Das Gremium besteht aus allen Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Mitgliedern, die von den LĂ€nderparlamenten gewĂ€hlt werden.
Union stellt stÀrkste Gruppe
WahlvorschlÀge kann jedes Mitglied der Bundesversammlung schriftlich bei der PrÀsidentin des Bundestages einreichen. Die Union wird bei der Wahl die meisten Mitglieder stellen und könnte beispielsweise gemeinsam mit der SPD eine Mehrheit bilden.
Damit kommt den Beratungen zwischen Bundespartei, CSU und den LandesverbĂ€nden besondere Bedeutung zu. Die endgĂŒltige Entscheidung ĂŒber die Kandidatur steht noch aus.
Die GesprĂ€che mit den Unions-Landtagsfraktionschefs fallen in eine Phase, in der sich die innerparteiliche Debatte ĂŒber die Nachfolge Frank-Walter Steinmeiers verdichtet. Friedrich Merz hat angekĂŒndigt, eine Frau fĂŒr das höchste Staatsamt vorzuschlagen, aber bislang keine Kandidatin offiziell benannt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt Ilse Aigner. Die PrĂ€sidentin des Bayerischen Landtags wird von mehreren Unionspolitikern unterstĂŒtzt; zugleich werden weitere Frauen aus CDU und CSU als mögliche Bewerberinnen genannt. Damit ist die Personalie nicht nur eine Frage der ParteifĂŒhrung, sondern auch ein Abstimmungsprozess zwischen CDU, CSU, LĂ€ndern und Koalitionspartner.
Mehrheit in der Bundesversammlung
Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar ĂŒber die Nachfolge. Da die Union dort die stĂ€rkste politische Kraft stellt und gemeinsam mit der SPD ĂŒber eine Mehrheit verfĂŒgen kann, dĂŒrfte ein konsensfĂ€higer Vorschlag entscheidend sein. Die Landesfraktionen spielen dabei eine wichtige Rolle, weil die LĂ€nder die HĂ€lfte der Mitglieder des Wahlgremiums bestimmen.
Das geplante Treffen im Kanzleramt und das anschlieĂende Abendessen mit dem CDU-PrĂ€sidium markieren deshalb wichtige Stationen vor einer möglichen Festlegung. Offen bleibt, ob Merz bereits einen Namen prĂ€sentiert oder zunĂ€chst die UnterstĂŒtzung der LandesverbĂ€nde und Fraktionen auslotet. FĂŒr die BĂŒrger ist vor allem relevant, ob Union und SPD einen gemeinsamen Vorschlag erreichen und damit eine umstrittene Kampfabstimmung vermeiden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: âAn Aigner fĂŒhrt fĂŒr Merz kaum noch ein Weg vorbeiâ (05.11.2026)
Der Beitrag ordnet die geplante Beratung als wichtigen Schritt in Merzâ Kandidatensuche ein und stellt Ilse Aigner als besonders aussichtsreiche Option dar. Im Mittelpunkt stehen der wachsende innerparteiliche RĂŒckhalt und das politische Risiko, falls Merz einen anderen Vorschlag macht.
Stern: âSteinmeier-Nachfolge: Immer mehr CDU-Landeschefs fĂŒr Aignerâ (05.11.2026)
Der Bericht betont die zunehmende UnterstĂŒtzung mehrerer CDU-Landesvorsitzender fĂŒr Aigner, verweist aber zugleich auf einflussreiche Unionspolitiker, die sich noch nicht festlegen. Anders als der FOCUS-Beitrag liegt der Schwerpunkt stĂ€rker auf den MehrheitsverhĂ€ltnissen und der Rolle der LĂ€nder.
Beide BeitrĂ€ge sehen Aigner als zentrale Option und beschreiben Merzâ Entscheidung als noch nicht abgeschlossen. Unterschiede bestehen vor allem bei der Bewertung des politischen Drucks und der Frage, wie weit sich die UnterstĂŒtzung innerhalb der Union bereits verfestigt hat.
