Bundesregierung, Dietmar Woidke

Bundesregierung: Woidke und Redmann fordern radikale Kehrtwende

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 06:28 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke und Innenminister Jan Redmann verlangen von der Bundesregierung mehr Geschlossenheit, klare PrioritĂ€ten und rasche Entscheidungen. Die Koalition mĂŒsse angesichts knapper Kassen auch auf eigene Lieblingsprojekte verzichten.

Woidke und Redmann fordern Kehrtwende der Bundesregierung
Jan Redmann und Dietmar Woidke (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) und Innenminister Jan Redmann (CDU) fordern von der Bundesregierung eine grundlegende KursĂ€nderung. In einem gemeinsamen Gastbeitrag fĂŒr die „Welt“ kritisieren sie interne Auseinandersetzungen, ausbleibende Ergebnisse und schwindendes Vertrauen der BĂŒrger.

Appell an die Koalitionspartner

„Was es jetzt braucht, ist eine radikale Kehrtwende: Reißt euch zusammen“, schreiben Woidke und Redmann. Die jĂŒngsten Wahlen seien ein weiterer Weckruf fĂŒr die demokratische Mitte.

Kritik an internen Konflikten

Beide Parteien der Bundesregierung sĂ€ĂŸen im selben Boot, stritten aber ĂŒber die Sitzordnung, statt gemeinsam zu rudern, heißt es in dem Beitrag. Dabei verliere der KapitĂ€n zunehmend an AutoritĂ€t. „So funktioniert erfolgreiche StaatsfĂŒhrung nicht“, schreiben die brandenburgischen Politiker.

Forderung nach PrioritÀten

Die Bundesregierung beschĂ€ftige sich zu lange mit einzelnen Vorhaben und verbrauche dadurch erhebliche politische Energie. Ergebnisse ließen auf sich warten und zeigten hĂ€ufig kaum Wirkung.

Angesichts knapper Kassen mĂŒsse die Koalition zu Kompromissen bereit sein und im Zweifel auf eigene Lieblingsprojekte verzichten. Woidke und Redmann verlangen klare PrioritĂ€ten und bessere wirtschaftliche Perspektiven fĂŒr Deutschland.

Umsetzung statt AnkĂŒndigungen

AnkĂŒndigungen mĂŒssten umgesetzt werden, damit neues Vertrauen in die HandlungsfĂ€higkeit der Politik entstehe. „Es ist höchste Zeit. Legt den Egoismus beiseite und zieht an einem Strang“, lautet ihr Appell an die Bundesregierung.

Der gemeinsame Vorstoß von Dietmar Woidke und Jan Redmann richtet sich gegen die politische Arbeitsweise der Bundesregierung. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Sachfragen, sondern der Vorwurf, interne Konflikte banden zu viel politische Energie und verzögerten sichtbare Ergebnisse.

Die Forderung nach klareren PrioritĂ€ten fĂ€llt in eine Phase, in der Bund und LĂ€nder gleichzeitig mit begrenzten finanziellen SpielrĂ€umen, schwacher wirtschaftlicher Dynamik und hohen Erwartungen an staatliches Handeln umgehen mĂŒssen. FĂŒr die LĂ€nder ist entscheidend, dass bundespolitische Entscheidungen verlĂ€sslich umgesetzt werden und nicht in langwierigen Auseinandersetzungen stecken bleiben.

Folgen fĂŒr Bund und LĂ€nder

Woidke und Redmann verbinden ihre Kritik mit den jĂŒngsten Wahlen und warnen vor einem weiteren Vertrauensverlust in der demokratischen Mitte. Ihre Botschaft lautet, dass die Koalitionspartner trotz unterschiedlicher Interessen gemeinsame Vorhaben schneller festlegen, finanzieren und umsetzen mĂŒssen.

Der Appell hat zugleich eine landespolitische Dimension: Brandenburgs MinisterprĂ€sident und Innenminister treten parteiĂŒbergreifend auf und adressieren damit sowohl die SPD als auch die CDU in der Bundesregierung. Ob daraus konkrete KursĂ€nderungen entstehen, hĂ€ngt davon ab, welche Projekte die Koalition angesichts knapper Kassen priorisiert und auf welche Vorhaben sie verzichten will.

Disclaimer...

de | politik | 70250375 |