UN-BiodiversitÀtskonferenz, Carsten Schneider

UN-BiodiversitÀtskonferenz: Schneider fordert mehr Geld und Mitsprache

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Bundesumweltminister Carsten Schneider will bei der Halbzeit der UN-BiodiversitÀtskonferenz in Eriwan Fortschritte bei Finanzierung und Beteiligungsrechten erreichen. Deutschland und die EU sollen dabei öffentliche und private Mittel sowie die Mitsprache lokaler Gemeinschaften stÀrken.

Schneiders Verhandlungsziele in Eriwan

  • Carsten Schneider leitet die deutsche Delegation bei der 17. UN-BiodiversitĂ€tskonferenz.
  • Der Bundesumweltminister nennt Finanzierung und Beteiligungsrechte als zentrale offene Verhandlungsfragen.
  • Deutschland und die EU sollen in der zweiten Konferenzwoche konkrete Fortschritte unterstĂŒtzen.
Carsten Schneider (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Schneider setzt in Eriwan auf Finanzierung und Mitsprache

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will sich zur Halbzeit der 17. UN-BiodiversitĂ€tskonferenz im armenischen Eriwan fĂŒr eine bessere Finanzierung und mehr Beteiligungsrechte indigener Völker einsetzen. Der Minister leitet die deutsche Delegation und kĂŒndigte fĂŒr die zweite Konferenzwoche konkrete GesprĂ€che zu beiden Themen an.

Verhandlungen ĂŒber Schutz der Natur

„Die Natur braucht dringend eine Erholungsphase“, sagte Schneider der „Rheinischen Post“. Der weltweite Verlust biologischer Vielfalt in WĂ€ldern, Meeren und Böden mĂŒsse nach Jahrzehnten intensiver Nutzung wirksam gestoppt werden, damit die internationalen Schutzziele bis 2030 noch erreicht werden könnten.

FĂŒr den Schutz der biologischen Vielfalt brauche es international mehr Einsatz. Schneider verwies auf einen breiten Konsens vieler Staaten, zugleich lĂ€gen bei der Finanzierung sowie bei den Beteiligungsrechten indigener Völker und lokaler Gemeinschaften noch schwierige Verhandlungen vor.

Deutschland und EU sollen Beitrag leisten

Schneider will sich nach eigenen Angaben fĂŒr eine breitere Finanzierungsbasis aus öffentlichen und privaten Mitteln einsetzen. Zudem sollen die Menschen, die die Natur vor Ort bewahren, stĂ€rker an Entscheidungen beteiligt werden.

Deutschland und die EuropĂ€ische Union wĂŒrden dazu ihren Beitrag leisten, sagte der SPD-Politiker. Die zweite Woche der Konferenz soll nach seinen Angaben konkrete Fortschritte bei diesen Fragen bringen.

Die Forderung nach einer breiteren Finanzierung trifft einen zentralen Konflikt der internationalen BiodiversitĂ€tspolitik. Staaten haben sich darauf verstĂ€ndigt, den Verlust der Artenvielfalt bis 2030 deutlich zu bremsen und große Teile von Land und Meeren besser zu schĂŒtzen. DafĂŒr mĂŒssen öffentliche Gelder, private Investitionen und internationale Finanzströme stĂ€rker auf Naturschutz ausgerichtet werden.

Besonders umkĂ€mpft ist die Frage, wer fĂŒr den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen bezahlt. Viele besonders artenreiche Regionen liegen in LĂ€ndern mit geringerem Einkommen, wĂ€hrend ein erheblicher Teil des wirtschaftlichen Nutzens aus globalen Lieferketten in wohlhabenden Staaten entsteht. Finanzierungszusagen sind deshalb eng mit Fragen nach Verantwortung, Zugang und Kontrolle verbunden.

Indigene Gemeinschaften als Schutzakteure

Die von Schneider angesprochenen Beteiligungsrechte betreffen Menschen, die in vielen Schutzgebieten leben und deren Wissen fĂŒr den Erhalt von WĂ€ldern, Böden und GewĂ€ssern genutzt wird. Eine stĂ€rkere Mitsprache kann Konflikte ĂŒber Schutzgebiete und Landnutzung verringern, setzt aber voraus, dass Entscheidungen und Mittel tatsĂ€chlich auf lokaler Ebene ankommen.

FĂŒr die zweite Konferenzwoche stehen damit nicht nur politische AbsichtserklĂ€rungen, sondern konkrete Regeln im Mittelpunkt: Wer zahlt, wer entscheidet und wie werden Fortschritte gemessen? Deutschland und die EU können durch Finanzierungszusagen und ihre Verhandlungsposition Einfluss nehmen. Der Erfolg der Konferenz hĂ€ngt letztlich davon ab, ob aus dem Konsens ĂŒber den Handlungsbedarf verbindliche Vereinbarungen werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

taz: „Naturschutzgipfel in Jerewan: Nach dem Tunnel eine andere Welt“ (25.10.2026)

Der Artikel ordnet die Konferenz anhand eines geplanten BiosphÀrenreservats in Armenien ein und zeigt konkrete lokale Naturschutzprojekte. Anders als die dts-Meldung konzentriert er sich auf die praktische Umsetzung vor Ort und auf die Verbindung von Schutz, Tourismus und regionaler Entwicklung.

ZDFheute: „Die Illusion verzichtbarer Arten“ (25.10.2026)

Der Beitrag betont anhand verschwundener und gefĂ€hrdeter Arten die ökologischen Folgen des BiodiversitĂ€tsverlusts. WĂ€hrend Schneiders Vorstoß Finanzierung und Beteiligung in den Mittelpunkt stellt, akzentuiert der ZDF-Beitrag die Bedeutung einzelner Arten fĂŒr die StabilitĂ€t ganzer Ökosysteme.

Beide BeitrĂ€ge unterstreichen die Dringlichkeit des Naturschutzes, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: einmal auf regionale Schutzpraxis, einmal auf ökologische ZusammenhĂ€nge. Offen bleibt, welche konkreten Finanzierungs- und Beteiligungsregeln die Konferenz beschließt.

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