Bundeswehr, Drohnenregiment

Bundeswehr baut bis 2027 Drohnenregiment mit 500 km Reichweite auf

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 18:22 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Bundeswehr will bis 2027 einen selbstständigen Verband für unbemannte Systeme aufstellen. Er soll die 10. Panzerdivision unterstützen, Reichweiten bis 500 Kilometer abdecken und über eigene Fähigkeiten für den elektromagnetischen Kampf verfügen.

Bundeswehr plant eigenes Drohnenregiment
Drohne (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Bundeswehr will bis 2027 ein eigenes Drohnenregiment als selbstständigen Verband für unbemannte Systeme aufbauen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte das Vorhaben am Donnerstag bei einem Besuch auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen an.

Reichweite von bis zu 500 Kilometern

Das Regiment soll Systeme mit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern einsetzen können. Vorgesehen ist zudem eine eigene Kompanie für den elektromagnetischen Kampf, die zur Erprobung und Weiterentwicklung der Fähigkeiten beitragen soll.

Pistorius betonte, dass die Bundeswehr auf Hightech, Innovationen und autonome Systeme setze. Die Entwicklung solle beschleunigt werden, indem neue Systeme direkt in der Truppe erprobt und weiterentwickelt werden.

Unterstützung für die 10. Panzerdivision

Der neue Verband soll den Divisions-Truppen der 10. Panzerdivision zugeordnet werden. Damit soll er die Fähigkeiten der gepanzerten Verbände stärken und ihnen zusätzliche Aufklärungs- und Wirkmöglichkeiten verschaffen.

Nach den Plänen der Bundeswehr sollen unbemannte Systeme künftig zu Lande, in der Luft und zu Wasser eine wichtige Rolle spielen. In die Entwicklung sollen auch Erfahrungen aus der Ukraine einfließen.

Elektronischer Kampf als eigener Schwerpunkt

Mit der geplanten Kompanie für elektromagnetischen Kampf erhält der Schutz und die Störung elektronischer Systeme einen eigenen organisatorischen Schwerpunkt. Das betrifft unter anderem Funkverbindungen, Navigation und die Abwehr gegnerischer Drohnen.

Das Vorhaben reiht sich in die Modernisierung der Bundeswehr ein, bei der neben unbemannten Systemen auch digitale Aufklärung und widerstandsfähige Kommunikationsstrukturen an Bedeutung gewinnen.

Das geplante Drohnenregiment steht für eine grundlegende Veränderung militärischer Fähigkeiten. Unbemannte Systeme übernehmen bereits heute Aufklärung, Zielerfassung, Kommunikation und Angriffsaufgaben. Ihr Vorteil liegt nicht nur in geringeren Kosten und fehlender Gefährdung von Besatzungen, sondern auch in der Möglichkeit, viele Systeme schnell einzusetzen und laufend an neue Bedrohungen anzupassen.

Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg

Der Krieg in der Ukraine zeigt, dass Drohnen auf allen Ebenen eingesetzt werden: von kleinen Aufklärungsgeräten bis zu weitreichenden Systemen und unbemannten Booten. Zugleich haben elektronische Störmaßnahmen an Bedeutung gewonnen. Eine eigene Kompanie für elektromagnetischen Kampf soll deshalb nicht nur Drohnen betreiben, sondern auch gegnerische Systeme erkennen, stören und die eigenen Verbindungen schützen.

Die angekündigte Reichweite von bis zu 500 Kilometern weist auf Aufgaben hin, die über die unmittelbare Unterstützung einzelner Einheiten hinausgehen. Als Teil der Divisionstruppe könnte der Verband die 10. Panzerdivision mit Aufklärung und Wirkungsmitteln unterstützen und Erkenntnisse direkt in die Einsatzplanung zurückführen.

Beschaffung und Erprobung

Entscheidend wird sein, wie schnell aus der politischen Vorgabe einsatzfähige Technik, Ausbildung und Ersatzteilversorgung entstehen. Die Bundeswehr verbindet das Vorhaben deshalb mit einer höheren Entwicklungsgeschwindigkeit und Erprobung in der Truppe. Das entspricht dem breiteren Modernisierungskurs, bei dem Deutschland neben Drohnen auch weltraumgestützte Aufklärung, Kommunikation und widerstandsfähige Satellitennetze ausbauen will.

Für Soldaten und Standorte bedeutet das neue Anforderungen an Bedienpersonal, Cyber- und Funkabwehr sowie an die Zusammenarbeit mit Industrie und Forschung. Das Regiment wäre damit nicht nur ein zusätzlicher Verband, sondern ein Testfeld für die Frage, wie autonome und teilautonome Systeme künftig in bestehende gepanzerte Großverbände integriert werden.

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