Deutschland, Energie

Neues Gesetz soll kritische Infrastruktur besser schützen

10.09.2025 - 09:00:09 | dpa.de

Bußgeld bei Nachlässigkeit, neue Meldepflichten und Mindeststandards – was Betreiber kritischer Infrastruktur jetzt erwartet. Und warum das notwendig ist.

  • Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagt: «Unser Ziel ist klar: Die Abwehrfähigkeit und Resilienz unserer kritischen Infrastrukturen muss gehärtet werden.» - Foto: Kay Nietfeld/dpa
  • Die Bahn zählt ebenfalls zu den Sektoren, die ihre Widerstandsfähigkeit nachweisen müssen. (Symbolbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa
  • Große Energieversorger zählen zur kritischen Infrastruktur im Sinne des Gesetzes. (Archivfoto) - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagt: «Unser Ziel ist klar: Die Abwehrfähigkeit und Resilienz unserer kritischen Infrastrukturen muss gehärtet werden.» - Foto: Kay Nietfeld/dpa Die Bahn zählt ebenfalls zu den Sektoren, die ihre Widerstandsfähigkeit nachweisen müssen. (Symbolbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa Große Energieversorger zählen zur kritischen Infrastruktur im Sinne des Gesetzes. (Archivfoto) - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Strenge Vorgaben für Energieunternehmen, Flughäfen und andere große Infrastruktur-Einrichtungen sollen Deutschland künftig besser vor Sabotage, Terroranschlägen und den Folgen von Naturkatastrophen schützen. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch einen Entwurf für ein «Kritis-Dachgesetz» beschließen. Dieser sieht einheitliche Regeln zum Schutz der sogenannten kritischen Infrastruktur vor. 

Die Betreiber kritischer Anlagen sind demnach unter anderem verpflichtet «einen angemessenen physischen Schutz von Liegenschaften und kritischen Anlagen zu gewährleisten». Außerdem müssen sie Vorfälle abwehren und deren negative Auswirkungen begrenzen. Wie diese Auswirkungen im konkreten Fall aussehen können, hat etwa der großflächige Stromausfall im Süden Berlins nach einem Brandanschlag diese Woche gezeigt.

«Mit dem Kritis-Dachgesetz machen wir Deutschland widerstandsfähiger gegen Krisen und Angriffe», sagt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Mit einheitlichen Mindeststandards, Risikoanalysen und einem Störungsmonitoring würden die Abwehrfähigkeit und Resilienz der Einrichtungen der kritischen Infrastruktur erhöht.

Wer Vorgaben ignoriert, muss Bußgeld zahlen

Wenn sich Betreiber nicht an die Vorgaben des neuen Gesetzes halten, sollen sie mit Bußgeldern rechnen müssen. Der Gesetzentwurf schreibt ihnen unter anderem eine Registrierung sowie die Erarbeitung von Plänen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit vor. Auch sollen die Betreiber verpflichtet werden, Störfälle zu melden. 

Zu dem Gesetzesvorhaben gab es schon zu Zeiten der Ampel-Regierung einen Kabinettsbeschluss. Nach dem Auseinanderbrechen der Koalition von SPD, Grünen und FDP fand sich dafür allerdings keine Mehrheit mehr im Bundestag. 

Zur kritischen Infrastruktur (Kritis) im Sinne des Gesetzes zählen zehn Sektoren: Energie, Transport und Verkehr, Finanzwesen, Sozialversicherung, Gesundheit, Ernährung, Wasser, Siedlungsabfallentsorgung, Informationstechnik und Telekommunikation sowie Weltraum. Mit dem neuen Gesetz sollen den Betreibern erstmals sektorenübergreifend Vorgaben im Hinblick auf eine Stärkung der Resilienz dieser Infrastrukturen gemacht werden.

Nur große Einrichtungen betroffen

Zur kritischen Infrastruktur zählen Einrichtungen, die für die Gesamtversorgung in Deutschland wichtig sind und mehr als 500.000 Menschen versorgen. Zudem werden gegenseitige Abhängigkeiten berücksichtigt - beispielsweise sind Transportwege auch für die Versorgung mit Nahrungsmitteln essenziell.

Das Kritis-Dachgesetz und die Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie, bei der es um den Schutz wichtiger Einrichtungen vor Cyberangriffen geht, sind aus Sicht von Experten zwei wichtige Komponenten einer Gesamtstrategie, um Deutschland widerstandsfähiger zu machen. Über den Entwurf für die Umsetzung von NIS-2 in deutsches Recht, der bereits das Kabinett passiert hat, soll an diesem Donnerstag erstmals im Bundestag beraten werden.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
politik | 68169697 |

Weitere Meldungen

Klingbeil drängt Brüssel zu Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. Wer vom Krieg profitiere, solle einen Beitrag leisten, heißt es darin. Gemeinsam mit Österreich, Italien, Portugal und Spanien wendet sich der Bundesfinanzminister in einem Brief an die EU-Kommission. (Wirtschaft, 04.04.2026 - 11:16) weiterlesen...

Preisschock an der Tankstelle: Hubig für wirksame Entlastung. Erste Gegenmaßnahmen zeigen noch keine Wirkung. Seit Beginn des Iran-Kriegs gehen die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland durch die Decke. (Wirtschaft, 04.04.2026 - 00:15) weiterlesen...

ADAC: Diesel-Preis erreicht erneut Rekordwert. Der ADAC ist sich sicher: Diese Entwicklung lässt sich nicht nur mit dem gestiegenen Rohölpreis erklären. Die Spritpreise kennen derzeit nur eine Richtung. (Wirtschaft, 03.04.2026 - 13:32) weiterlesen...

Hohe Spritpreise: Koalitionspolitiker für schnelle Maßnahmen. Doch hilft sie gegen steigende Spritpreise? Nach Ostern könnte die Koalition Entscheidungen treffen. An Tankstellen gilt die neue Preisregel. (Wirtschaft, 03.04.2026 - 04:45) weiterlesen...

Klingbeil macht in Regierung Druck für Energie-Entlastungen. Langes Warten könne sich die Regierung jetzt nicht mehr leisten, meint der Vizekanzler: Ein Entlastungsplan soll her. Die Spritpreise steigen, die Inflation zieht an. (Politik, 02.04.2026 - 14:39) weiterlesen...

Spritpreis steigt trotz Preisbremse - Diesel auf Rekordhoch. Die Wirkung ist nach dem ersten Eindruck verpufft. Die Preise an den Tankstellen ziehen trotzdem an. Seit Mittwoch dürfen die Spritpreise nur noch einmal am Tag erhöht werden. (Wirtschaft, 02.04.2026 - 14:05) weiterlesen...