Merz, Ukraine-Koordinierung

Merz verlangt bessere Ukraine-Koordinierung der EuropÀer

09.12.2024 - 20:02:03

CDU-Parteichef Friedrich Merz strebt eine bessere Koordinierung der europĂ€ischen Staaten bei der UnterstĂŒtzung der Ukraine an.

Dabei gehe es auch um die Frage, was passiere, wenn sich die Ukraine-Politik der USA unter PrÀsident Donald Trump verÀndern sollte, sagte Merz in den ARD-"Tagesthemen". Im Rahmen einer Kontaktgruppe könne eine gemeinsame Strategie entwickelt werden, "wie wir mit diesem Krieg umgehen", so Merz. "Es geht darum, dass wir eine bessere Koordinierung auf der europÀischen Seite haben", sagte der Kanzlerkandidat der Unionsparteien. Sein Vorschlag ziele allerdings nicht darauf, US-BeitrÀge zu ersetzen, stellte Merz am Rande eines Treffens mit dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew klar.

Selenskyj begrĂŒĂŸe den Vorschlag einer europĂ€ischen Kontaktgruppe, insbesondere vor dem Hintergrund möglicher Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine. Diese könnten nicht von einzelnen Mitgliedstaaten der EU oder aus der Nato heraus geleistet werden. "Die Ukraine hat eine Perspektive, Mitglied der EuropĂ€ischen Union zu werden", sagte der CDU-Chef und fĂŒgte hinzu: "Der Weg in die Nato ist unumkehrbar." Er halte jedoch nichts von der Diskussion, jetzt deutsche Soldaten fĂŒr diesen Zweck in die Ukraine zu schicken, hob Merz hervor. ZunĂ€chst gehe es um das Ende des Krieges und die kĂŒnftigen Perspektiven fĂŒr die Ukraine. "Wenn die EuropĂ€er eine gemeinsame Haltung haben zu dieser Frage, dann können sie auch mit der amerikanischen Regierung darĂŒber sprechen, wie man möglicherweise gemeinsam vorgeht." Der Kanzlerkandidat forderte außerdem, die Reichweitenbegrenzung der bislang aus Deutschland gelieferten Waffen aufheben. Man mĂŒsse der Ukraine die Möglichkeit geben, "kurz hinter der ukrainisch-russischen Grenze militĂ€rische Ziele zu bekĂ€mpfen, die die zivilen Ziele in der Ukraine angreifen". Die Ukraine mĂŒsse in die Lage versetzt werden, Russland dazu zu bewegen den Krieg aufzugeben. Derzeit sei sie es aber nicht, so Merz: "Nur aus StĂ€rke heraus wird ein Krieg beendet, aus SchwĂ€che dauert er lĂ€nger." FĂŒr die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern gebe es schon jetzt eine Mehrheit im Bundestag, sagte Merz. Zum Sturz des Assad-Regimes sagte Merz in den "Tagesthemen", hier zeige sich die SchwĂ€che Russlands. Das Wichtigste sei nun, "dass wir Kontakt aufnehmen mit der TĂŒrkei und die Lage dort gemeinsam analysieren und dann auch gemeinsame Schlussfolgerungen daraus ziehen, bis hin zu den FlĂŒchtlingsfragen, von denen die TĂŒrkei mindestens genauso stark betroffen ist wie wir".

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