Chemie-Nobelpreis geht an Henri Kagan und Kenso Soai
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 11:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Chemie-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den Franzosen Henri Kagan und den Japaner Kenso Soai.
Auszeichnung für Forschung an Molekülen
Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften teilte in Stockholm mit, dass die beiden Wissenschaftler für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese geehrt werden.
Was die Forschung untersucht
Die asymmetrische organische Synthese befasst sich mit der gezielten Herstellung räumlich unterschiedlich ausgerichteter Moleküle. Bei der Autokatalyse beschleunigt ein Reaktionsprodukt den weiteren Verlauf der Reaktion; nichtlineare Effekte können dabei eine anfängliche molekulare Ausrichtung verstärken.
Grundlagenforschung mit praktischer Wirkung
Die ausgezeichnete Forschung befasst sich mit einer zentralen Frage der organischen Chemie: Wie lassen sich Moleküle mit gezielter räumlicher Ausrichtung herstellen? Solche spiegelbildlichen Molekülformen können in biologischen Systemen unterschiedlich wirken. Für Arzneimittel, Pflanzenschutz und andere chemische Produkte ist es deshalb entscheidend, möglichst selektiv nur die gewünschte Variante zu erzeugen.
Der Begriff Autokatalyse bezeichnet Reaktionen, bei denen ein entstehendes Produkt den weiteren Ablauf derselben Reaktion beschleunigt. Nichtlineare Effekte können dabei dazu führen, dass kleine anfängliche Unterschiede in der Ausrichtung eines Moleküls verstärkt werden. Damit verbindet das Forschungsgebiet Fragen der Reaktionssteuerung mit grundlegenden Überlegungen zur Entstehung molekularer Asymmetrie.
Bedeutung für Chemie und Industrie
Die Auszeichnung rückt damit ein Forschungsfeld ins Zentrum, das häufig weit vor einer konkreten Anwendung beginnt, aber langfristig die Entwicklung selektiver Syntheseverfahren beeinflussen kann. Präzisere Reaktionen können den Aufwand für Reinigung und Trennung verringern und dazu beitragen, Ressourcen effizienter einzusetzen. Für Leserinnen und Leser ist vor allem relevant, dass solche Grundlagen über Jahre in medizinische und industrielle Herstellungsverfahren einfließen können.
